Toyota Hilux Double Cab: Schwerarbeiter als Zulassungskönig

Der Hilux ist nach dem Corolla die Nummer zwei in der weltweiten Produktionshitliste von Toyota: über zwölf Millionen Exemplare seit 1967. In Deutschland finden sich nur wenige davon. Jetzt ist die sechste Modellgeneration auf den Markt.

Erfolgreicher Weltenbürger

Fabriken in Südafrika, Thailand, Indonesien und Argentinien - die Hilux-Produktion findet weltweit immer in der Nähe der wichtigsten Absatzmärkte statt. In unwegsamen Regionen hat sich der Pickup mit seinem zuschaltbaren Allradantrieb unter härtesten Bedingungen bewährt. In seiner neusten Version nähert sich das unermüdliche Arbeitstier beim Fahrverhalten der Pkw-Welt an. Und die praktischen Qualitäten wurden nochmals verbessert.

Für jeden Tag und jeden Einsatz

Stabiler und komfortabler präsentiert sich der Hilux. Die drei Karosserievarianten haben alle mehr Platz für die Passagiere und Ladung. Als Lastwagen ist der heckgetriebene Single Cab (ab 18.908 Euro) mit seiner 2,31 m langen Pritsche gedacht. Er ist in der Basisausstattung Heavy Duty ohne jede Komfortausstattung zu haben.
Selbst auf ABS wird verzichtet. Die Varianten Extra Cab (ab 24.186 Euro) und Double Cab (ab 25.346 Euro) bieten bis zu fünf Personen Platz - allerdings zu Lasten der Ladefläche. Im Extra Cab gibt es hinten zwei recht unkomfortable Klappsitze. Besser ist der Platz als regengeschützter Laderaum geeignet. In der Double Cab sitzen hinten bis zu drei Personen recht bequem. Gleiches gilt für den Zugang zum Fond, der über zwei zusätzliche Türe erfolgt.

Hart im Nehmen

Wichtigste Neuerung ist der verstärkte Leiterrahmen. Er bietet nicht nur mehr Verwindungssteifigkeit, sondern er garantiert dank zusätzlicher Crashboxen im Vorderwagen mehr Sicherheit und geringere Reparaturkosten. Für erste Fahreindrücke wählten wir den Double Cab, der den besten Kompromiss zwischen Komfort und Nutzwert bietet. Servolenkung, Zentralverriegelung, ABS, zwei Front-Airbags, Sicherheitspedale, Klimaanlage und ein MP3-CD-Radio sind bei der gehobenen Ausstattungslinie sol (27.956 Euro) serienmäßig. Auf die 1,52 Meter lange Ladefläche passt immerhin ein Quad oder mehrere Mountainbikes. Wie bei der Extra Cab steckt ein 2,5-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel-Direkteinspritzer mit 102 PS (75 kW) unter der Haube. Auf den ersten Blick nicht gerade üppig für einen Zweitonner. Doch das leicht schaltbare Getriebe ist kurz übersetzt, der Motor arbeitet oft im Bereich des maximalen Drehmoments: 260 Newtonmeter, die zwischen 1.600 und 2.400 Umdrehungen bereit stehen.

Mit Beharrlichkeit ans Ziel

Von null auf 100 km/h geht es in etwas über 18 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 150 Stundenkilometern erreicht. Nicht nur deshalb sind dem Testwagen jegliche sportlichen Ambitionen fremd. Gegen hohes Tempo in engen Kurven wird mit quietschenden Reifen protestiert. Ab 120 Stundenkilometer wippt das Heck mit seiner blattgefederten Starrachse wie ein Motorboot bei Wellengang über den Asphalt. Mit Beladung dürfte sich das bessern, testen konnten wir das allerdings noch nicht. Bei geringerem Tempo fährt sich der Pickup dagegen durchaus komfortabel, die Geräuschkulisse ist für ein Nutzfahrzeug angenehm niedrig.

Wenn das Abenteuer ruft

Für den Offroad-Einsatz gibt es eine Geländeuntersetzung. Je nach Ausstattungsversion ist die Hinterachse mit einem Sperrdifferenzial oder einer Variante mit begrenztem Schlupf ausgerüstet, das die Antriebskraft auf die beiden Hinterräder verteilt. Also ab ins Gelände. Hierfür bringt der Pickup mit kurzen Karosserieüberhängen, über einundzwanzig Zentimeter Bodenfreiheit und einem Unterfahrschutz gute Voraussetzungen. Wasserdurchfahrten von bis zu siebzig Zentimeter sind möglich. Das Reduktionsgetriebe steigert die Motorkraft fast um den Faktor 2,6. Damit krabbelt der Hilux im Standgas Steigungen empor, die selbst Fußgänger Schwierigkeiten bereiten. Bergab ermöglicht die kurze Untersetzung eine gute Bremswirkung des Motors. Wird der Hilux dennoch zu schnell, sorgen automatische Bremseingriffe für zusätzliche Sicherheit.

Fazit: Trotz aller Kosmetik mit Chrom, Trittbrettern und Alufelgen: Der Hilux ist ein echter Malocher, der für die Ewigkeit gebaut zu sein scheint. Ein beruhigendes Gefühl, das auf jedem Kilometer zu spüren ist.

mototype.de, Holger Schilp

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