Recaros geben straffen Halt
Dass dieser Weg Spaß machen könnte, gibt auch das Interieur preis. Straffe Recaro-Sportsitze umschließen Fahrer und Beifahrer zupackend und machen Lust auf mehr. Das Gestühl ist vorn wie hinten mit Leder und einer Art Stoff bezogen, die sich wie Alcantara anfühlt. Die Nähte sind in Weiß gehalten. Eine ebensolche Materialmischung macht das Lenkrad griffig, der Schaltknauf und der Handbremsgriff haben einen Überzug aus griffigem Stoff. In puncto Komfort muss der Straßen-DTM-Pilot keine Einbußen hinnehmen: Gegen Aufpreis machen Doppel-Klima, Navigationssystem, Licht- und Regensensoren sowie ein CD-Wechsler das Fahren angenehmer.
Kein Sound-Feuerwerk
Angesichts der heißen Optik und der dicken Endrohre erwartet man auch eben solches Sound-Feuerwerk, wie man es eben von der DTM gewöhnt ist. Nach dem Dreh des Zündschlüssels kommt allerdings eine kleiner Moment der Enttäuschung: Der Motor gibt sich sehr zivil und leise und auch aus dem Heck entfleuchen keine Motorsport-Melodien. Das animiert nicht zu kurzen Gasstößen vor dem Anfahren es hört ja keiner, was in diesem Blaumann für ein Potenzial steckt.
Satt und gierig am Gas
Also folgt man dem Motto Glaube mehr den Taten als den Auspuffgeräuschen und legt lieber den ersten Gang der überaus knackigen Sechsgang-Schaltung ein. Das entschädigt für den entgangenen Hörgenuss völlig: Druckvoll setzt sich der Sport-Viertürer in Bewegung. Die Kraftentwicklung erfolgt gleichmäßig und ist bereits aus dem Drehzahlkeller mit dermaßen viel Vortrieb verknüpft, dass man für die Recaros dankbar ist, die dem Rücken guten Halt bieten. Das Kupplungspedal ist straff und erfordert einen sensiblen Umgang, aber das kennen wir schon aus den Audi S-Modellen. Satt und gierig hängt der Zivil-DTMler am Gas. Das kommt nicht von ungefähr: Unterm blauen Blech schafft ein Zweiliter-Turbo-FSI die nötige Power heran.
220 PS in der DTM-Edition
Bereits in der Normalausführung lässt der Vierzylinder kräftige 200 PS aus dem Stall galoppieren. Die DTM-Edition wurde mittels Leistungsspritze auf 220 PS gebracht. Das bekam auch dem Drehmoment mehr als gut: Statt 280 werden nun 300 Newtonmeter auf die Kurbelwelle gewuchtet, die zwischen 2.200 und 4.000 Touren anliegen. Das macht den Zweiliter zur regelrechten Druck-Maschine, die den Ingolstädter Ringträger spaßbringend pilotieren lässt. In Zahlen heißt das: In nur 7,1 Sekunden erreicht der ausgewachsene Viersitzer die Hundert-km/h-Marke, die Spitze gibt der Hersteller mit 247 km/h an wobei wir bei unserem Test die Nadel über den 260er-Strich gebogen haben.
Satte Straßenlage
Dabei spielen die Komponenten Hand in Hand zusammen: Satt und sicher liegt der Viertürer auf der Straße. Die direkte und leichtgängige Lenkung sowie die exakte Schaltung lassen das Handling des Blauen zum Genuss werden. Unser Testwagen hatte Frontantrieb, der Allradantrieb Quattro ist gegen Aufpreis zu haben. Doch auch mit nur zwei getriebenen Rädern bietet der Editions-A4 eine richtig satte Straßenlage, ohne durch übermäßiges Untersteuern aufzufallen. 235er-Reifen, das S-Sportfahrwerk und die erwähnte Tieferlegung machen kurvige Landstraßen zu reinen Vergnügungsmeilen. Auf längeren Autobahnetappen würde man sich allerdings ein wenig mehr Komfort vom Unterbau wünschen, da das Fahrwerk doch ziemlich deutlich über die Oberflächenbeschaffenheit der Fahrbahn informiert.
Unter zehn Liter Verbrauch
Den Gesamtverbrauch des Turboaggregats beziffert Audi mit durchschnittlich 8,1 bis 8,3 Liter. Wir haben diesen Wert um einen Liter überboten, allerdings nicht unbedingt unter dem großem Verzicht auf Vergnügen am Fahren. Apropos: Schauen wir uns die Preisliste an. 39.740 Euro kostet unser blauer Testwagen. Extras wie das Navigationssystem, die Sound-Anlage, Seitenairbags hinten, und Xenon-Licht haben den Preis auf etwa 45.000 Euro summiert.
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