Subaru Impreza: Jetzt schlägt es 13

Das 13-jährige Produktionsjubiläum des Impreza soll ihm Glück bringen. Zum Modelljahr 2006 präsentiert sich die japanische Allradlimousine mit neuem Gesicht und stärkeren Motoren mit bis zu 280 PS.

Wild gemacht

Das Familiengesicht mit dem markanten dreiteiligen Kühlergrill: Erstmals gezeigt vom Van B9 Tribeca, mit dem Subaru im nächsten Jahr ein neues Marktsegment erobern möchte. Jetzt schmückt es den 4,65 Meter langen Impreza. Ausgestellte Kotflügel und kleine Luftleitflügel seitlich am Stoßfänger deuten schon beim Basismodell an, dass hier ein ganz schön heißer Feger kommt.

Alles zu seiner Zeit

Es gibt mit Kombi und Limousine zwei Karosserievarianten, für die drei Triebwerke zur Verfügung stehen. Stopp, da fehlt doch einer! Tatsächlich wird der Nachfolger für das bisherige 1,6-Liter-Basistriebwerk erst 2007 fertig. Bis dahin übernimmt der neue Zweiliter-Boxermotor dessen Job. Weniger als 160 PS gibt es nicht, die Turboboxer entwickeln sogar 230 PS und 280 PS. Wichtiger als das Leistungs-Plus ist bei allen Aggregaten der Zuwachs an Drehmoment. Das ergibt mehr Durchzugskraft bei niedrigeren Drehzahlen. Trotz aller Kraftmeierei bleibt die Preisgestaltung zurückhaltend. Den viertürigen Impreza 2.0R Active gibt es bereits ab 20.500 Euro, die getestete Variante Comfort kommt inklusive CD-Radio, Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfer und 16-Zoll Alufelgen auf 22.000 Euro. Günstiger gibt es diese Ausstattung in Verbindung mit 160 PS (118 kW) und Allradantrieb nirgends. Also, auf zur ersten Testrunde.

Auf nobel getrimmt

Innen präsentiert sich der Impreza aufgeräumt und übersichtlich. Allerdings auch etwas eng geschnitten. Der mit 2,57 Metern recht kurze Radstand schränkt besonders den Knieraum im Fond ein. Vorne sitzt der Japaner wie ein auf Figur geschnittenes Sportsakko - er passt wie angegossen. Für die Urlaubsreise müssen 401 Liter Kofferraum genügen. Die Kunststoffverkleidungen wirken hochwertig und sie sind sauber verarbeitet. Es ist schon zu spüren, dass Subaru sich im Premiumsegment etablieren möchte. Dann dürfen aber Polster, bei denen die Seitenwangen des Sitzgestells durch den Schaumstoff drücken, nicht passieren. Dafür ist am Federungskomfort nichts auszusetzen: straff aber mit weichem Abrollverhalten, ohne nerviges Poltern.
Immer schön cool bleiben

Auf kurvigen Straßen profitiert der Impreza von seinem permanenten Allradantrieb, der die Limousine stur auf Kurs hält. Notwendige Lenkkorrekturen sind mit der fein dosierten Servounterstützung einfach zu bewerkstelligen. Auch in Extremsituationen bleibt der Japaner lammfromm, unerwartete Heckschwenks sind nicht zu befürchten. Für übereifrige Zeitgenossen ist ein elektronisches Stabilitätsprogramm an Bord. Das Sicherheitspaket umfasst vier Airbags für die vorderen Passagiere. Windowairbags oder Seitenairbags für den Fond sind nicht verfügbar.

Kultiviertes Sportprogramm

Der Boxermotor, bei dem die vier Zylinder in Paaren gegeneinander liegend angeordnet sind, hat den Vorteil eines niedrigen Schwerpunkts und eines absolut vibrationsfreien Laufs. Doch der ist Fluch und Segen zugleich. Trotz 8,8 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h fehlt der sportliche Kick. Von leisem Summen begleitet, klettert die Nadel bis über 7.200 Umdrehungen. Wenig später greift der Drehzahlbegrenzer mäßigend ein. Erst im absolut oberen Bereich posaunt der Vierventiler seine Lust an derartigen Aktionen über den Auspuff hinaus. Wer versucht, mit wenig Drehzahl über die Runden zu kommen, freut sich über den Kraftzuwachs im Drehzahlkeller. Maximal 186 Newtonmeter stehen bei 3.200 Euro bereit. Der überarbeitete 2,0-Liter-Vierzylinder übertrifft seinen 125 PS starken Vorgänger dabei in jedem Leistungsbereich. Wer nicht ständig das Bodenblech sucht, kommt in den Genuss der reduzierten Verbrauchswerte, die Subaru mit durchschnittlich neun Litern beziffert.

Fazit: Gut ausgestattet, schnell und unspektakulär. Der Subaru Impreza ist eine Alternative für Menschen, die für hochwertige Technik kein Vermögen investieren möchten. Das macht neugierig, auch die Topversion WRX STI mit 280 PS kennen zu lernen. Test folgt.

mototype.de, Holger Schilp

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