Hyundai Getz: Bringt Farbe ins Leben

Endlich weg mit dem tristen Grau. Der neue Hyundai Getz präsentiert einen farbenfrohen Innenraum. Zudem gibt es neue Motoren - und erstmals - das Stabilitätsprogramm ESP.

Recht freundlich

Mandelaugen und ein v-förmig zulaufender Kühlergrill, der die Blechfalten der Motorhaube aufnimmt - der neue Hyundai Getz zeigt ein freundliches Kleinwagengesicht. Auch das Heck wurde sanft geglättet. Innen ist die dunkle Kunststofflandschaft mit dem speckig glänzenden Instrumententräger Vergangenheit. Das neu gestaltete Armaturenbrett verfügt über eine fein strukturierte Oberfläche, die sich erst beim Grifftest als harter Kunststoff zu erkennen gibt. Optisches Highlight: rote oder blaue Farbeinsätze an Sitzflächen, Türtafeln, Schalthebel und Lenkrad. Als Kontrast zur anthrazitfarbenen Umgebung wirkt das flott und sportlich.

Vier zur Wahl

Basismodell ist der dreitürige Getz 1.1 für 10.390 Euro. Servolenkung, Zentralverriegelung, Drehzahlmesser und vier Lautsprecher sind bereits an Bord. Über dem kleinen Vierzylinder mit 67 PS (49 kW) rangiert der ebenfalls neue 1.4 GLS mit 97 PS (71 kW), der ab 12.090 Euro zu haben ist. Topmodell ist der getestete 1.6 GLS mit 106 PS (78 kW) für 14.190 Euro. Dank variabler Nockenwellenverstellung geht der Vierventiler im unteren Drehzahlbereich kräftig zur Sache. Im Preis sind 15-Zoll-Aluminiumfelgen und eine Klimaanlage (1.050 Euro) bereits enthalten. Dieselfreunde dürfen sich über einen laufruhigen 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel mit 88 PS (65 kW) freuen, der den knurrigen Dreizylinder ablöst. Leider ist derzeit noch kein Rußpartikelfilter verfügbar. Der Preis: 13.750 Euro. Im Vergleich zum 1,4-Liter Benziner ist das ein Diesel-Zuschlag von 1.660 Euro - rechnet sich also nur für Vielfahrer. Alle Getz, mit Ausnahme des Basismodells, lassen sich jetzt mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm (600 Euro) ausrüsten.

Unspektakulär unterwegs

Praxistest unter erschwerten Bedingungen: Mit Winterreifen und viel Stadtverkehr bei nasskaltem Wetter bestand keine Chance, dem Norm-Durchschnittsverbrauch nahe zu kommen. Satt 6,1 Liter genehmigte sich der Testwagen zwischen 7,5 und 8,5 Liter Normalbenzin. Von einem Kleinwagen mit über 100 PS wird erwartet, dass er besonders flink ist. Tatsächlich bestätigt das Datenblatt 9,6 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 Stundenkilometer. Dennoch fährt sich der Getz 1.6 unspektakulär. Träge Lenkreaktionen beeinträchtigten das prinzipiell agile Fahrverhalten. Der Motor animiert dazu, mit wenig Drehzahl dahinzurollen. Dann hält er sich auch akustisch zurück. Maximal 144 Newtonmeter Drehmoment stehen bereits bei 3.200 Umdrehungen bereit. Die Federung ist straff ausgelegt, aber trotzdem noch recht komfortabel. Einzig bei mehreren kurzen Bodenwellen hintereinander kommt die Hinterachse aus dem Tritt. Stöße werden trocken nach innen gereicht. Doch selbst das bringt den solide verarbeiteten Innenraum kaum aus der Ruhe.

Einfach klar

Die Bedienung des Getz ist kinderleicht und logisch. Unter der Abdeckung hinter dem Lenkrad befinden sich Drehzahlmesser und Tachometer, die ein feiner Silberrand ziert. Dazwischen sitzen die Tankuhr und das Display des Bordcomputers, der je nach Ausstattung zum Lieferumfang gehört. Für die Kühlwassertemperatur gibt es ein tiefblau leuchtendes Symbol, das verlischt, sobald der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat. Anfangs sorgte diese Anzeige für Verwirrung, weil sie auf den ersten Blick mit dem Fernlichthinweis verwechselt werden kann. Zur Perfektion fehlt dem Getz ein Lenkrad, das sich nicht nur in der Höhe sondern auch axial justieren lässt. Die Sitze selbst bieten ordentlichen Seitenhalt und guten Komfort. Das Topmodell GLS ist vorne zudem mit klappbaren Armlehnen ausgerüstet. Auch in der zweiten Reihe gibt es - angesichts der 3,83 Meter kurzen Karosserie - ausreichend Bewegungsfreiheit. Für das Gepäck stehen zwischen 254 und 977 Liter Laderaum zur Verfügung. Die Erweiterung erfolgt in mehreren Schritten. Zuerst wird die Rückenlehne flach gelegt, dann der ganze Sitz nach vorne gekippt. Die Kopfstützen müssen dazu nicht entfernt werden. Zudem lässt sich die geteilte Rückbanklehne in der Neigung verstellen.

Fazit: Aus mit grauer Maus. Der neue Hyundai Getz hält sich zwar mit echten Innovationen zurück, doch er bringt Farbe ins Leben. Sein peppiger Innenraum sorgt im Alltag für gute Laune. Und das ist viel wert.

mototype.de, Holger Schilp

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