Freitag Dezember 5
London, 5. Dezember 2008 - Mit einem langezogenen Lkw-Wummern springt unser Land Rover Freelander TD4_e wieder an. Die Stopp-Start-Automatik für das SUV macht ihren Job. Und trotz des altertümlichen Geräuschs sprechen die Briten von einem intelligenten System - tatsächlich hat die Automatik so einige Tricks drauf.Kräftiger Vorgang
Das Start-Stopp-System des Freelander 2 TD4_e funktioniert wie viele andere dieser Systeme auch: Im Stand muss der Gangwahlhebel der manuellen Schaltung auf "Leerlauf" stehen und der Fuß darf das Kupplungspedal nicht treten - dann geht der Motor nach zirka einer Sekunde aus. Ist dabei das Lenkrad eingeschlagen, dreht es sich wegen des plötzlichen Wegfalls der Servounterstützung noch ein ganz klein wenig weiter - was vollkommen unproblematisch ist, da der Wagen steht. Sobald der Fahrer die Kupplung betätigt, springt der von einem verstärkten Zwei-Kilowatt-Starter auf Trab gebrachte Motor nach einigem Geblubber wieder an. Anfänglich ist dies sehr laut, bei warmem Aggregat geht es deutlich sanfter zur Sache. Seine Energie bezieht der Anlasser von einer neuartigen Glasmatten-Batterie. Über einen Knopf am Armaturenbrett lässt sich das System jederzeit deaktivieren.
Plus an Einspartechniken
Zusätzlich beim Sparen hilft eine Schaltpunktanzeige, die sich immer dann meldet, wenn es ökologisch sinnvoll ist, hochzuschalten. Allerdings meldet sie sich mit einem schlichten "+", schlägt also keinen bestimmten Gang vor. Für das Runterschalten gibt es zudem keinerlei Empfehlungen. Den Kontakt zur Straße stellen rollwiderstandsoptimierte Reifen her.
Bergab mit Unterstützung
Land Rovers Ziel ist es, Komfort und Geländetauglichkeit der Modellpalette nicht unter den Energiesparmaßnamen leiden zu lassen. So funktioniert die Start-Stopp-Automatik bei eingeschaltetem Terrain-Response-System nicht. Über Terrain Response wählt der Fahrer bestimmte Geländeeigenschaften wie Felsenkriechen oder Sandfahrt vor. Rollt der Wagen bei per Start-Stopp ausgeschaltetem Motor bergab, springt das Aggregat nach zirka zwei Metern Fahrt wieder an, damit der Fahrer auf die Servounterstützung für Lenkung und Bremse setzen kann. Und Energie sparen kann nur, wer sich auch brav anschnallt - andernfalls ist das System ebenfalls deaktiviert. Und wer den Motor abwürgt, kann durch Tritt auf die Kupplung innerhalb von fünf Sekunden den Wagen wieder anlassen - und wird an diese Möglichkeit auch per freundlichem Hinweis im Instrumenten-Panel erinnert.
Immer telefonieren, immer Klima
Auch die Klimaanlage des Freelander musste an die Spritspar-Automatik angepasst werden. So arbeitet die Wasserpumpe des Klimatisierungssystems weiter, wenn das Start-Stopp-System den Motor ausgeschaltet hat. Nur wenn die Standzeit des Wagens zu lange dauert oder die äußeren Bedingungen zu extrem sind, wirft der Starter den Motor wieder an, um Energie für die Klimaanlage bereitzustellen. Das Gleiche gilt für die Energieversorgung der Bluetooth-Freisprecheinrichtung und des Entertainment-Systems. Ab Frühjahr 2009 gehört das Start-Stopp-System ohne Erhöhung des Listenpreises zum Serienumfang des Freelander 2 TD4 mit Handschaltung. Zurzeit werden für den Wagen mindestens 30.900 Euro aufgerufen.
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