Neue Modell-Linie: Citroen tritt gegen Mini und Alfa an

Mit einer neuen Pkw-Modell-Linie nimmt Citroen den Lifestyle-Markt ins Visier. An der Spitze ihrer jeweiligen Baureihe angesiedelten DS-Versionen sollen künftig mit speziellem Karosseriedesign und besonderer Ausstattung neue Kundenkreise locken.

Einen ersten Eindruck ermöglicht das Concept Car DS Inside, das als seriennahe Studie Anfang März auf dem Genfer Salon Weltpremiere feiert und unter der Serienbezeichnung DS3 bereits nächstes Jahr auf Basis des neuen Citroen C3 in die Schauräume der Händler rollen soll. Als optisch recht markantes, ungefähr 4,30 Meter langes, dreitüriges Steilheckmodell tritt der DS3 gegen Wettbewerber wie den Mini oder Alfa Mito an. Wenig später sollen die größeren Kompakt- und Mittelklasse-Modelle DS4 und DS5 folgen. Die Modelle sollen übrigens nicht auf echte Premium-Wettbewerber von Mercedes oder Jaguar zielen, sondern auf Sub-Premium-Rivalen etwa von Alfa Romeo, Lancia oder Saab.

Mit der neuen Marke DS bricht Citroen mit der Vergangenheit des Modellnamens DS, der sich bislang nur auf repräsentativen Limousinen und Cabriolets fand. Denn ursprünglich kennzeichneten die Buchstaben "DS" das von 1955 bis 1975 gebaute Citroen-Flaggschiff, wobei sie auf französisch "Déesse" ausgesprochen werden - gleichbedeutend mit "Göttin". "Göttinnen" sind diese neuen Citroen DS-Modelle aber nicht mehr, zumal die Studie DS Inside schonungslos enthüllt, dass es der künftigen DS-Generation offenbar auch an einer unverwechselbaren, avantgardistischen und dennoch zeitlos schönen, eben göttlichen Linienführung fehlt. Es handelt sich also eher um eine edle Lifestyle-Linie als Ergänzung zur Hauptmodellpalette von C1 bis C8. Nach unten abgerundet werden soll das Produktportfolio künftig durch besonders preiswerte und pfiffige Modelle für Kunden, die richtige Billigautos wie den Dacia Logan ablehnen. Dazu zählt der neue C3 Picasso, aber auch die für nächstes Jahr erwartete Serienversion der Studie C-Cactus.

Ein stärkeres Markenimage soll Citroen zudem durch ein neues Logo mit chromglänzende und dreidimensionalen Doppelwinkeln, feineren und weltweit einheitlich gestalteten Schauräumen sowie eigenen Centern für Businesskunden erlangen. Und ab 2013 könnte doch eine wahre Déesse als DS6 wieder auferstehen wie aus Konzernkreisen zu vernehmen ist - auf Basis der neuen PSA-Oberklasse-Plattform, auf der 2012 der Peugeot 608 debütiert. Wolfram Nickel/mid

Freitag Februar 6