- im unteren Tourenbereich recht spritzig |
- bei höheren Geschwindigkeiten lautes Motorgeräusch |
- sportlich straffe Abstimmung- exzellente Traktion durch Allradantrieb |
- viel Platz im Innenraum |
- Armaturenbrett aus einfachem Hartplastik |
- Allrad bei Konkurrenz auch gegen Aufpreis nicht erhältlich- erstmals mit serienmäßigem ESP |
Flotter Vortrieb durch hohes Drehmoment
Motorenseitig fällt die Auswahl derzeit noch leicht. Den Caddy 4Motion gibt es momentan nur mit dem 105 PS starken 1,9-Liter-Dieseltriebwerk. Das Selbstzünder-Aggregat beschleunigt unseren Testwagen in 13,9 Sekunden auf Tempo 100. Gerade beim Anfahren und im unteren Tourenbereich profitiert der Lastenesel von seinem bei 1.900 Umdrehungen anliegenden maximalen Drehmoment von 250 Newtonmeter. Gepaart mit dem knackigen Sechsgang-Schaltgetriebe lässt er sich - untermalt vom kernigen Dieselsound - erstaunlich flott über die kurvigen Bergsträßchen im Salzburger Land bewegen. Ab Tempo 80 ist dann allerdings Schluss mit lustig, Beschleunigungsvorgänge sind eher mühsam und Überholmanöver brauchen einigen Anlauf. Die Höchstgeschwindigkeit von 164 km/h reißt niemanden vom Hocker, ist für die Zielgruppe allerdings auch kein Kaufkriterium.
Bekannte Golf-V-Kost
Der Innenraum wirkt - bis auf das Armaturenbrett aus Hartplastik - recht wertig. Golf-V-Fahrern dürfte im Cockpit des Caddy einiges bekannt vorkommen: Lenkrad, Lichtschalter, Navigationssystem, Schalthebel und die Bedieneinheit für die Klimaanlage stammen aus dem Wolfsburger Bestseller. Über Fahrer und Beifahrer befindet sich eine praktische Ablage für Landkarten und allerhand Kleinkram. Die Rückbank im Fond lässt sich im Verhältnis 60 zu 40 umklappen und zum Transport großer Gegenstände komplett nach vorne wickeln. Je nach Konfiguration passen dann zwischen 920 und 3.020 Liter Gepäck in den Kofferraum.
Allein auf weiter Flur
Schaut man sich im Segment der Hochdachkombis beziehungsweise Kleintransporter um, fällt auf, dass der Caddy 4Motion allein auf weiter Flur ist. Die Konkurrenten Citroën Berlingo, Ford Tourneo Connect, Opel Combo, Peugeot Partner und Renault Kangoo sind allesamt nur mit Frontantrieb bestellbar. Den Hauptabsatzmarkt des Allrad-Lasters sehen die Verantwortlichen von VW Nutzfahrzeuge in den Alpenländern. Vor allem für Großfamilien, Hüttenbesitzer und Postboten könnte der Caddy 4Motion eine interessante und vor allem preisgünstige Alternative zu Allrad-Kombi oder SUV sein. Wer jedoch ins unwegsame Gelände will, ist mit dem Allrad-Caddy falsch bedient. Seitenbeplankungen und eine Höherlegung sind Fehlanzeige.
Erstmals mit ESP
Die günstigste Möglichkeit, den kleinen Kraxler zu fahren, ist der Caddy Kombi für 22.443 Euro. Der von uns getestete fünfsitzige Caddy Life mit der deutlich wohnlicheren Innenausstattung und der besseren Serienausstattung schlägt mit 23.461 Euro zu Buche. Sollen sieben Personen transportiert werden, sind 24.050 Euro fällig. Im Preis inbegriffen sind neben dem Allradantrieb unter anderem das erstmals in Verbindung mit dem 1,9-Liter-Selbstzünder serienmäßig verbaute ESP, der sechste Gang für das Schaltgetriebe, ein Dieselpartikelfilter und eine Berganfahrhilfe.
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