- sportlicher Motor |
- ruckelige Automatik |
- agiler als bisher |
- keinerlei Restkomfort |
- moderner als bisher, Kofferraum weniger zerklüftet |
- sehr unübersichtlich |
- günstiger als die Konkurrenz- überschaubare Aufpreisliste |
Echte Härte
Der 370Z ist ein Front-Mittelmotor-Wagen mit einer Gewichtsverteilung von 53:47 Prozent zwischen vorne und hinten. Die theoretische Kopflastigkeit spüren wir bei unserer Testfahrt nicht - der Wagen schwänzelt mit dem Heck. Aber auf Grund des serienmäßig verbauten Sperrdifferenzials bleibt immer alles unter unserer Kontrolle. Und auch Agilität wird in Serie mitgeliefert: Der um 10 Zentimeter geschrumpfte Radstand geht nämlich mit einer verbreiterten Spur einher: Vorne kommen 1,5 und hinten sogar 5,5 Zentimeter hinzu. Wir spüren, wie stämmig der Japaner auf dem Boden liegt. Fällt eine Fahrbahnseite ab, kippt der ausgesucht steife Wagen geradezu in die Unebenheit hinein. Der gesamte Federungskomfort geht in eine Richtung: bloß nicht Wanken, bloß nicht zu unsportlich. Das klappt - irgendwelcher Restkomfort glänzt durch vollständige Abwesenheit.
Lauter Roller
Unser Testwagen ist mit den optionalen 19-Zoll-Reifen besohlt. Und diese machen Krach: Das Abrollgeräusch übertönt bei Landstraßen-Fahrt den Motor deutlich - dieses Wummern ist eine ganz neue Art von Sport-Geräusch. Die Lenkung lässt sich auch bei höheren Geschwindigkeiten nicht von ihrer präzisen Arbeitsweise abbringen und passend zum leistungsgesteigerten Triebwerk packen jetzt stärker dimensionierte Bremsen den Vortrieb. Zu erkennen sind die neuen, bissig arbeitenden Verzögerer an einer silbernen Lackierung.
Größer und stärker
Der neue Z hat einen dickeren Motor: Aus jetzt 3,7 Liter Hubraum holt das Aggregat 331 PS - 18 PS mehr als noch beim 3,5-Liter-Aggregat des Vorgängers. Auch das Drehmoment wächst an: um acht auf 366 Newtonmeter. Auf der Strecke passen die Werte: In 5,3 Sekunden geht es von null auf 100 km/h, bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt. Der 350Z ließ noch 5,7 Sekunden runterticken, bevor er den dreistelligen Geschwindigkeitsbereich erreichte. Das neue Triebwerk zieht den 1,5-Tonnen-Wagen gut ab. Nur der Klang kann mit dem des Vorgängers nicht mithalten, der 370Z hat eine kleine Dosis Helium geschluckt, was den motzigen Auftritt des Japaners ein wenig abmildert. Dank der neu hinzugekommenen variablen Verstellung des Ventilhubs konnte der Verbrennungsvorgang optimiert werden. Das Ergebnis: Der Verbrauch geht trotz mehr Leistung von 11,7 auf 10,4 Liter pro 100 Kilometer zurück.
Sparsame Siebengang-Automatik
Den 350Z gab es in Europa nur mit Handschaltung, sein Nachfolger kann auch mit einer neu entwickelten Siebengang-Automatik (2.100 Euro) geordert werden. Das tolle an dem Schaltwerk: Es spart im Gegensatz zum Handschalter Sprit. Während bei der manuellen Sechsgang-Schaltung 10,5 Liter auf 100 Kilometer aus dem Tank gurgeln, sind es bei der Automatik mit einem Gang mehr nur 10,4. Allerdings erinnert uns das automatische Schaltwerk an den Unterschied zum Doppelkupplungs-Getriebe: Sie ruckelt beim Schaltvorgang spürbar. Wer die sieben Gänge per Hand sortieren will, zieht an den großen sichelförmignen Magnesium-Schaltwippen.
Günstig
Für den neuen Nissan 370Z werden mindestens 38.690 Euro fällig. Im Vergleich ist der Wagen also günstig zu haben: Ein Porsche Cayman S (320 PS) schlägt mit 61.493 zu Buche, den BMW Z4 sDrive35i (306 PS) gibt es für 47.450 Euro. Der 370Z Roadster wird voraussichtlich 2010 an den Start rollen.
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