Teure Schnäppchen - ADAC: Vorsicht beim Gebrauchtwagenkauf
In den Frühjahrsmonaten blüht auch der Gebrauchtwagenmarkt wieder auf. Doch wer aus privater Hand kauft, sollte eine gesunde Portion Misstrauen mitbringen, denn nicht jedes Angebot ist sein Geld wert. Oberstes Gebot: Beim Kauf nichts überstürzen. Drängelnde Verkäufer wollen erreichen, dass der Kunde nicht genau hinschaut. Vor allem vermeintliche Schnäppchen wechseln oft überhastet den Besitzer. Mit Hilfe der
ADAC-Checkliste können auch Laien den neuen Gebrauchten Punkt für Punkt unter die Lupe nehmen und damit die Chance steigern ein gutes Schnäppchen zu machen.
Vor dem Kauf- Die Daten im Kfz-Brief und -Schein mit dem Auto vergleichen. Sind alle nachträglichen Veränderungen (zum Beispiel breitere Reifen) eingetragen?
- Unfallfreiheit und Übereinstimmung von Tachostand und Kilometerleistung schriftlich vom Verkäufer bestätigen lassen.
- Wann ist die nächste TÜV- und Abgas-Untersuchung fällig? Eventuell noch vom Verkäufer durchführen lassen oder Kaufpreisnachlass verlangen.
- Im Kundendienstheft überprüfen, ob regelmäßig Inspektionen von Fachwerkstätten durchgeführt wurden.
Sicht und Funktionsprüfung
- Die Karosserie sollte keine Roststellen aufweisen: Farbunterschiede, blinde Stellen oder Lackreste auf Fenstergummis oder Zierleisten deuten auf eine Nachlackierung oder eine unsachgemäße Reparatur hin.
- Sind an der Windschutzscheibe Risse oder Steinschläge erkennbar?
- Unterboden und Bremsleitungen sollten ebenfalls rostfrei sein.
- Sitzt der Auspuff fest oder hat er Löcher? (Geräuschprobe bei laufendem Motor)
- Bremsanlage, Stoßdämpfer, Ölwanne, Getriebe und Differential dürfen weder Öl noch Bremsflüssigkeit verlieren.
- Streuscheiben und Reflektoren von Scheinwerfern, Blinkern und Heckleuchten dürfen nicht angelaufen oder angerostet sein.
- Türen, Motorhaube und Kofferraumdeckel sollten einwandfrei schließen.
- Türen- und Scheibendichtungen dürfen nicht porös oder brüchig sein. Unter den Fußmatten und im Kofferraum darf es nicht feucht sein.
- Gute Reifen sollten mindestens vier Millimeter Profiltiefe haben und gleichmäßig abgefahren sein. Ungleichmäßiger Abrieb kann Indiz für eine defekte Achsgeometrie oder fehlendes Auswuchten sein.
- Vorsicht bei austretendem Kühlerwasser am Motor und an den einzelnen Schlauchanschlüssen (auf weißlichen Belag achten). Schaum oder Ölspuren im Kühlwasser lassen eine defekte Zylinderkopf-Dichtung vermuten.
- Die Batterie sollte nicht älter als vier Jahre und sauber sein. Die Pole dürfen nicht oxidiert sein.
- Sind die Sicherheitsgurte beschädigt oder rollt der Gurt-Automat nicht einwandfrei auf?
Probefahrt- Springt der Motor im kalten Zustand problemlos an? Läuft er im Leerlauf rund und ohne Begleitgeräusche? Zieht er in allen Gängen gut durch?
- Die Bremsen müssen gleichmäßig ziehen und sollten spätestens nach halbem Pedalweg reagieren. Muss man "pumpen", ist entweder Luft in der Bremsanlage oder die Beläge sind abgenutzt. Der Hebelweg der Handbremse darf nicht zu lang sein.
- Die Kupplung sollte ruckfrei funktionieren und keinesfalls durchrutschen, das Kupplungsspiel am Pedal sollte rund zwei Zentimeter betragen. Ein intaktes Getriebe muss sich geräuschfrei schalten lassen.
- Das Lenkrad sollte während der Fahrt nicht vibrieren. Möglicherweise sind sonst die Räder nicht richtig ausgewuchtet oder die Spur verzogen.
- Heizung und Gebläse sollten wie alle Instrumente einwandfrei funktionieren.
Auf Nummer sicher mit den Experten
Wer sich eine Fahrzeugprüfung nicht selbst zutraut, kann den Wagen auch von einem Fachmann untersuchen lassen. Die Techniker im ADAC-Prüfzentrum kennen alle Schwachstellen eines Autotyps und ermitteln den aktuellen Marktwert.