Designwettbewerb: Auto-Visionen für die Jugend von 2030

Los Angeles (USA), 6. November 2009 - Twitter, SMS und Facebook: Moderne Kommunikationstechniken spielen für Jugendliche eine wichtige Rolle. Um für die "Generation Web 2.0" interessant zu bleiben, muss das Auto der Zukunft solche Techniken integrieren, dachten sich die Organisatoren der Los Angeles Auto Show. Daher riefen die Messe-Macher die Design-Studios der Region Südkalifornien auf, ihre Vision zum Thema "Junge Mobilität im Jahr 2030" (Youthmobile 2030) zu entwerfen. So enstanden Entwürfe von den Design-Studios der Marken Audi, General Motors, Honda, Mazda, Nissan und Toyota.

Audi entwirft Visionen für Singles
Die Audi-Designer reichten zwei verwegene Studien ein, den eSpira und den eOra. Ein Sportwagen mit aerodynamisch günstiger Karosserie ist der eSpira. Er besitzt eine besondere Steuerung: Schon kleine Gesten sollen genügen, um das Fahrzeug zu steuern - wie beim Apple iPhone oder den Monitoren im Science-Fiction-Film "Minority Report". Die gleiche Steuerung wie der eSpira besitzt der eOra, doch ist das Auto eher auf Wendigkeit und Übersicht in engen Innenstädten hin optimiert: Eine tropfenförmige Fahrerkabine sitzt drehbar auf einer vierrädrigen Basis. Offenbar sind die Jugendlichen der Zukunft Singles, denn beide Studien sind Einsitzer.

GM Car Hero: Fahren in drei Levels
Der Car Hero von General Motors hat mit einem Auto von heute wenig gemein: Der Fahrer sitzt im Inneren eines großen Ringes, der durch seitliche Stützräder aufrecht gehalten wird. Das Ziel wird ins Navigationssystem auf dem eigenen Handy eingegeben, und schon fährt der Car Hero von selbst dorthin. Mit wachsender Fahrpraxis kann der Fahrer immer stärker in die Steuerung eingreifen. Dabei gibt es wie in einem Videospiel verschiedene Levels. Der erste ist für Fahranfänger gedacht, die noch die Verkehrsregeln erlernen und sich mit der Fahrzeugsteuerung vertraut machen müssen. In diesem Level gibt es vier Stützräder, zwei vorne und zwei hinten. In Level zwei rollt das Fahrzeug nur noch auf drei Rädern, zwei hinteren Stützrädern und einem kleinen Rad an der Unterseite des Rings. Das erhöht die Manövrierfähigkeit des Fahrzeugs, aber auch die Anforderungen an den Fahrer. In Level drei, dem Expertenlevel, wird das Fahrzeug zu einem Einrad - die ultimative Herausforderung an die Fahrtechnik.

Honda Helix: Für alle drei Kontinente
Der Honda Helix soll sich gut an verschiedene Umgebungen anpassen. Damit ist das Fahrzeug in so unterschiedlichen Städten wie Tokio, Rom und Los Angeles zu Hause. In Tokio, wo Raum aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte knapp ist, schwenkt das Fahrzeug in die Vertikale: Die beiden Insassen sitzen nun übereinander - das verringert den auf der Straße beanspruchten Platz. Los Angeles dagegen lädt zu Ausflügen ein: Die Kalifornier fahren gerne auf großzügigen Highways ins Gebirge. Deshalb wandelt sich das Auto hier zur sportlichen Fahrmaschine mit breiter Spur und niedriger Höhe - ideal für schnelle Kurvenfahrten. Rom schließlich ist die Stadt der engen Gassen und des chaotischen Verkehrs. Hier wird das Fahrzeug schmal und lang. Diese erstaunliche Wandlungsfähigkeit sollen anpassungsfähige Polymere ermöglichen.

Mazda Souga: Vom Besteller selbst geplant
Der Entwurf von Mazda zeigt ein sehr futuristisches Sportcoupé mit transparenter, flexibler und dennoch widerstandsfähiger Karosserie und riesigen Rädern. Kommunikations- und Informationsgeräte sind im Jahre 2030 meist in die Kleidung oder in modische Accessoires integriert, sodass es im Innenraum kaum Instrumente gibt - verständlich, wenn man sich die Fähigkeiten heutiger Mobilnavis ansieht. Im Souga sitzen die zwei Insassen schräg hintereinander. Die Designer stellen sich vor, dass das Auto vom Besteller selbst geplant wird, sodass es genau auf dessen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Nissan V2G: Ein Auto für ein neues Highway-Netz
Der V2G von Nissan ist das umweltfreundliche Auto für Berufspendler. Das Elektrofahrzeug besitzt eine aerodynamisch günstige Ei-Form und hat sechs Räder: zwei frei stehende vorne und vier hinten. Der Name V2G steht für "Vehicle to Grid", denn wie die meisten Autos des Jahres 2030 ist der V2G für ein neues Highway-Netz konstruiert, das "Grid". Das Grid stellt den nötigen Strom bereit und Fahrzeuge mit gleichem Ziel werden hintereinandergekoppelt. So gibt es hier wenig Raum für Individualität. Daher finden es die Jugendlichen schick, das alte Straßennetz zu verwenden. Das Tuning der Zukunft erlaubt es V2G-Besitzern, ihr individualisiertes Fahrzeug auch außerhalb des Grid zu fahren.

Toyota Link: Koppelbares Fahrzeug für Studenten
Wie die Nissan-Designer glauben auch die von Toyota, dass im Jahr 2030 die einzelnen Fahrzeuge oft zu zweit oder sogar zu größeren Verbänden zusammengekoppelt werden. Da im Jahr 2030 fast alle Jugendlichen an einem College studieren, ist der Toyota Link auf Studenten zugeschnitten. Man geht zu einem lokalen Hub, trinkt dort einen Kaffee und steigt dann in einen Link ein. Wenn man zu mehreren ist, koppelt man mehrere Fahrzeuge für den Weg in die Uni. Mit der Software "Link Skinz" kann man das äußere Design des Fahrzeugs digital nach seinem Geschmack verändern. "Link Spheres" sind Reifen aus elektrisch leitfähigem Material, die Reibung in Energie verwandeln und dadurch die Akkus neu aufladen.

Schon die sechste Ausgabe des Wettbewerbs
Die Design Challenge findet 2009 schon zum sechsten Mal statt. Die Entwürfe werden von einer vierköpfigen Designer-Jury begutachtet. Der Gewinner des Wettbewerbs wird dann bei den Pressetagen der Los Angeles Auto Show präsentiert, diesmal vom 2. bis 3. Dezember 2009.

Freitag November 6