- kräftiger Vortrieb und dennoch sparsam |
- rau und laut, nur Euro 4 |
- recht straff- ESP serienmäßig |
- großer Kofferraum, guter Sitzkomfort im Fond |
- nach dem Sitz-Umklappen bleibt eine Schwelle |
- hoher Preis durch Allradantrieb- Diesel nur mit Allradantrieb erhältlich |
Nur Euro 4
Den Urban Cruiser gibt es in zwei Motor-Antriebs-Varianten: Der 101 PS starke 1,33-Liter-Benziner, der aus dem Yaris bekannt ist, wird mit Frontantrieb sowie einem Start-Stopp-System kombiniert. Dagegen wird der 1,4-Liter-Diesel ausschließlich mit Allradantrieb und ohne Start-Stopp-Automatik angeboten. Beide Antriebsvarianten werden mit einer Sechsgang-Schaltung verblockt, die mitunter etwas hakelt. Bei der Wahl des richtigen Ganges hilft eine Schaltempfehlungsanzeige. Sowohl der Benziner wie der Diesel erfüllen nur die Euro-4-Abgasnorm.
Rauer Diesel
Beim getesteten Diesel fällt als Erstes nach dem Anlassen das raue und laute Laufgeräusch auf. Für einen Selbstzünder mit Piezo-Einspritzdüsen, die den Sprit eigentlich besonders fein dosiert und in mehreren Portionen einspritzen können, klingt das Aggregat überraschend rustikal. Dafür liefert der 90 PS starke Zweiventiler guten Vortrieb - 205 Newtonmeter sind für einen 1,2-Tonner eben schon recht viel. Auch in puncto Durchzug ist der Diesel in Ordnung: Ab 1.800 Touren liegt das volle Drehmoment an. Es gibt zwar Diesel, bei denen das schon 200 U/min tiefer der Fall ist, aber der Urban Cruiser mit dem Diesel macht trotzdem Spaß. Vor allem in engen Gässchen in der Stadt kann das Auto den Trumpf seiner Kompaktheit ausspielen. Ein Autobahnauto ist es wegen des recht straffen und nicht sehr komfortablen Fahrwerks weniger.
Sparsames Allradsystem aus dem RAV4
Das mit einer elektronisch geregelten Kupplung ausgestattete Allradsystem stammt aus dem RAV4. Es verteilt die Antriebskraft je nach Fahrsituation stufenlos auf die beiden Achsen. Normalerweise wird lediglich die Vorderachse angetrieben, die Hinterachse kommt nur bei Bedarf hinzu und überträgt auch maximal 50 Prozent der Antriebskraft. Mit einer Lock-Taste im Cockpit lässt sich die 50-zu-50-Verteilung auch manuell festlegen. Ein Vorteil des Allradsystems liegt im niedrigen Spritverbrauch: Mit 4,9 Liter oder 130 Gramm CO2 pro 100 Kilometer ist das Auto der sparsamste Allradler überhaupt. Deutlich abgeschlagen auf dem geteilten zweiten Platz landen Fiat Panda 1.3 JTD 4x4 sowie Audi TT 2.0 TDI mit jeweils 5,3 Liter auf 100 Kilometer. Das Allradsystem des Urban Cruiser ist primär auf Traktion bei Glätte ausgelegt. Ins Gelände sollte man sich mit einer Bodenfreiheit von nur 14 Zentimetern nicht wagen.
Guter Sitzkomfort im Fond
Der neue Toyota legt den Akzent auf das Design, der Nutzwert steht natürlich nicht so im Vordergrund wie bei Minivans. Doch bietet der Urban Cruiser annehmbare Transportfähigkeiten. Die Rückbank des Urban Cruiser ist beim Benziner in Längsrichtung verschiebbar. Beim Diesel gibt es diese Möglichkeit nicht, doch hinten sitzt es sich auch so kommod. Allenfalls stößt man in stürmisch gefahrenen Kurven mit dem Kopf seitlich gegen die Decke. Ein Nachteil bei voller Besetzung ist, dass der mittlere Gurt im Fond in der Decke angebracht ist.
Stufe bleibt nach dem Sitz-Umklappen
Der Kofferraum bietet beim Allradler stattliche 305 Liter Volumen. Die Rücksitze lassen sich auf einfache Weise umklappen, und zwar ohne dass man die Kopfstützen vorher entnehmen muss. Dabei ergibt sich allerdings kein ebener Laderaum, sondern es bleibt eine deutliche Stufe - typisch Lifestyle-Mobil. Das Volumen bei dachhoher Beladung wurde noch nicht mitgeteilt, doch bei fensterhohem Einfüllen lassen sich bis zu 673 Liter verstauen - nicht eben viel, denn beim Yaris sind es schon 737 Liter.
Ab 16.950 Euro
Die Preise für den städtischen Kreuzer beginnen bei üppigen 16.950 Euro. Dafür bekommt man den 101-PS-Benziner in der schon recht vollständigen Basisausstattung. Alle Urban Cruiser werden mit ESP und sieben Airbags geliefert - die Sicherheitsausstattung ist also vollständig. Dem Komfort dienen in der Grundversion elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung und ein MP3-fähiges CD-Radio. Die höheren Ausstattungen heißen beim Benziner Town und Town+, beim Diesel aber Trek und Trek+. Den Selbstzünder gibt es nicht in der Basisversion, sondern nur als Trek für 22.950 Euro oder als Trek+ für 24.000 Euro. Der Trek bietet über die Elemente der Grundversion hinaus noch Aluräder, Nebelscheinwerfer, eine Klimaanlage sowie elektrische Fensterheber auch hinten.
Preislich auf Höhe der Konkurrenz
Damit ist der Urban Cruiser deutlich teurer als etwa der Fiat Sedici 1.9 JTD mit Allradantrieb und 120 PS, den es ab 20.800 Euro gibt. Vom demnächst erscheinenden Skoda Yeti 2.0 TDI sind noch keine Preise bekannt. Viel günstiger kommt man beim Fiat Panda 1.3 JTD 4x4 weg, den man schon für weniger als 15.000 Euro bekommt. Wer auf den Allradantrieb verzichten kann, mag den VW CrossPolo 1.9 TDI mit 100 PS und Partikelfilter für 19.750 Euro in Betracht ziehen. Lifestyle anderer Art bietet der Land Rover Defender, den es mit einem 122 PS starken, schluckfreudigen Diesel für 25.400 Euro gibt.
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