- spart Sprit ohne Leistungsverlust |
- sechster Gang fehlt |
- immer noch ein gutes VW-Fahrwerk |
- leichte Komforteinbußen wegen Tieferlegung |
- vorne, hinten, Kofferraum: enorm viel Platz- aerodynamisch auf Verbrauch optimiert |
- relativ geringer Aufschlag |
- teureres Modell statt Serienintegration |
Innen gewohnte Qualität
Der Innenraum enthält keinen direkten Hinweis darauf, dass wir gerade mit einem BlueMotion-Passat unterwegs sind. Zwar steht auf dem Schalthebel als höchste Zahl eine "5", worüber wir uns später noch ärgern werden, und die serienmäßige Multifunktionsanzeige ist in der Lage, den optimalen Gang vorzuschlagen, aber das sind unmerkbare Kleinigkeiten. Der Passat-Innenraum ist riesig, auch hinten haben sehr große Erwachsene richtig viel Platz zum Rumlümmeln. Dazu kommen Kopffreiheit und der gigantische Kofferraum, welcher bis zu 1.731 Liter Gepäck frisst. Das Gestühl ist angenehm straff und lädt mit sportlichem Seitenhalt zum Verweilen ein. Alle Oberflächen wirken schick, hochwertig und kratzunempfindlich. Die fantastische Verarbeitung spüren wir schon in den ersten Sekunden unseres Passat-Aufenthalts.
Tief-Sparer
Auch dem Fahrwerk ging es zu Gunsten von optimierten Verbrauchseigenschaften an die Federn. Der Passat neigt sich in den Wind: Vorne wurde er um 15, hinten um acht Millimeter tiefer gelegt. Diese Maßnahme wird durch frische Spezialreifen unterstützt. Die Gummis stehen unter einem um 0,4 bar erhöhten Druck und sollen so einen geringeren Rollwiderstand auf den Asphalt bringen. Serienmäßig stecken sie auf Stahlfelgen. VW stellt für Leichtmetallaufrüstungen ausschließlich eine 16-Zoll-Felge bereit. Für andere Reifendimensionen scheint es die Energie-Pneus noch nicht zu geben.
Man merkt es
Tieferes Fahrwerk und härtere Reifen, spürt man das nicht beim Fahren? Ja, wir spüren das. Die Abrollgeräusche sind lauter, Kopfsteinpflaster-Stöße und Schlaglochpisten-Ruckler werden etwas stärker zur Wirbelsäule geleitet. Auch das Einlenkverhalten in Kurven verändert sich, wirkt minimal unpräziser als beim Serienmodell. Die Modifikationen gehen hier ein wenig zu Lasten des Komforts.
Knauser-Herz
Der Passat BlueMotion setzt auf genau eine Motorisierung: VWs Mittelklasse-Einstiegsdiesel 1.9 TDI mit 105 PS muss es richten. Damit er den Stempel "BlueMotion" tragen darf, programmierten die Ingenieure kräftig in der Triebwerkssteuerungs-Software herum. So sinkt die Leerlaufdrehzahl von 830 auf 730 U/min. Außerdem wurden Ladedruck, Einspritzzeitpunkt und Abgasrückführrate angepasst. Und das Steuergerät ist jetzt in der Lage, den Fahrer mit Schaltempfehlungen zu versorgen. Das Gute: Durch das Gepimpe konnte die Top Speed um fünf auf 190 km/h geschraubt werden, die 100er-Marke fällt wie beim Normalo-Passat in 12,4 Sekunden.
Wie macht er sich?
Wirklich jede Sekunde denken wir daran, dass wir in einem Auto sitzen, was Sprit sparen soll. Also stellen wir die Anzeige auf "Momentan-Verbrauch" und düsen los. Nach ruhiger Fahrt über leere Autobahnen und Landstraßen pegelt sich der Wert auf 4,9 Litern pro 100 Kilometer ein. Schon verspüren wir keinerlei Lust mehr, es richtig krachen zu lassen. Beschleunigt wird sanft und 190 km/h auf der Autobahn müssen nicht sein. Immer richtet sich unser Blick eifersüchtig auf die Verbrauchsanzeige. In der Stadt steigt der Wert natürlich unweigerlich an. 5,1 Liter schlagen jetzt zu Buche. Aber wir kämpfen uns bis zu unserem Zielpunkt durch vorausschauendes Fahren auf 5,0 Liter runter 0,2 Liter unter der Herstellerangabe. Ein kleiner Erfolg, der Spaß macht. Ein unmodifizierter Passat Variant mit 1,9-Liter-Motor genehmigt sich hier 5,9 Liter Diesel.
Deutlich länger übersetzt
Den größten Anteil am wirtschaftlichen Fahren erzeugt das modifizierte Fünfgang-Schaltgetriebe. Der dritte, vierte und fünfte Gang wurden mit aufsteigenden Raten länger übersetzt, und zwar um vier, sieben und zwölf Prozent. Und das bei einer Motor-Getriebekombination, die ohnehin schon nicht allzu tolerant ist, was Drehzahlbereiche angeht. So vermissen wir im Passat-BlueMotion einen sechsten Gang noch mehr, als im naturbelassenen Modell, zumal ein vergleichsweise schlappes Diesel-Drehmoment von 250 Newtonmetern ohnehin nach einer feineren Gangabstufung ruft. VW begründet die fehlende sechste Stufe damit, dass sie auch im Basismodell nicht zu bekommen ist und dass eine derartige Modifikation mit erhöhten Kosten verbunden wäre. Die vom Display bereitgehaltenen Schaltempfehlungen sind nur was für unsensible Fahrer. Mit und ohne Beachtung der kleinen Hoch- und Runterschaltpfeile erzielen wir beim Verbrauch identische Werte.
600 Euro teurer gleich fünf Jahre Fahren
Der Passat BlueMotion kostet 600 Euro mehr als sein normaler Serienbruder. 0,7 Liter Diesel soll er auf 100 Kilometer sparen. Legen wir einen Kraftstoffpreis von 1,16 Euro pro Liter und eine Jahres-Kilometerleistung von 15.000 Kilometern zu Grunde, müssen wir knapp fünf Jahre unterwegs sein, damit sich der Mehrpreis rechnet. Wer also nur auf die Finanzen schaut, der muss beim Passat BlueMotion langfristig denken. VW preist allerdings an, dass die hier serienmäßig verbauten Ausstattungsmerkmale Tempomat und Multifunktionsanzeige alleine schon mit 415 Euro in den Aufpreislisten stehen und die technischen Einspar-Modifikationen quasi verschenkt werden. Doch was bedeuten schon Aufpreislisten, umgekehrt wird ein Schuh draus: Tempomat plus Anzeige werden herstellerseitig mit zirka 25 Euro zu Buche schlagen, der Rest geht für die Ingenieurleistungen drauf. Ab Juni 2007 steht der Sparwagen bei den Händlern.
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