Leder ab Momentum an Bord
Nach wie vor gibt der S80 den Insassen das Gefühl, luxuriös untergebracht zu sein. Die Sitze sind sehr bequem und bei unserem Testwagen mit Leder bezogen das Naturmaterial ist ab der Ausstattungslinie Momentum an Bord. Doch nicht nur das: Auf Wunsch gibt es mit der Sitzbelüftung ein Extra, das zumindest in dieser Klasse noch nicht häufig angeboten wird. Insgesamt versprüht der große Volvo jede Menge Wohlfühlambiete: Die verwendeten Materialien wie Leder und Aluapplikationen verleihen dem Interieur einen hochwertigen Touch. Vor allem aber der Komfort kommt nicht zu kurz: Wie in dieser Klasse üblich, lassen sich beispielsweise Sitze und Außenspiegel vielfach auf die individuellen Bedürfnisse einstellen und speichern. Zu den weiteren Annehmlichkeiten gehören erstmals Bi-Xenonscheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht.
BLIS überwacht den toten Winkel
Doch ein Volvo wäre ohne Sicherheitstechnik auf hohem Niveau kein Volvo. Nicht umsonst besitzt die schwedische Marke seit vielen Jahren den Ruf, der Archetyp eines sicheren Fahrzeuges zu sein. BLIS heißt eine dieser Einrichtungen, die gegen Aufpreis zu haben ist. Die Abkürzung steht für Blind Spot Information System und kümmert sich um den toten Winkel im Außenspiegel. Eine Kamera erfasst Fahrzeuge, die der Fahrer möglicherweise nicht sieht und warnt mit einem dezenten Blinklicht am Türrahmen.
Schlüssel als Car Communicator
Ein weiteres Novum ist der Personal-Car-Communicator. Das Teil sieht zwar aus wie eine ganz normale Schlüssel-Fernbedienung, hat es aber in sich: Der Fahrer kann auch in weiter Entfernung an der Fernbedienung abfragen, ob er seinen Volvo verriegelt hat. Das ist aber nicht alles: Bei der Rückkehr zum Fahrzeug kommuniziert der Schlüssel mit dem Auto. So ist es möglich abzufragen, ob zwischenzeitlich der Alarm ausgelöst wurde. Ein Herzschlagsensor kann außerdem ermitteln, ob sich ein Mensch im Fahrzeug oder im Kofferraum befindet. Das mag im ersten Moment seltsam klingen, ist aber in Zeiten eines erhöhten Sicherheitsbedürfnisses ein nützliches Feature.
Aktives Abstandssystem
Eine der interessantesten Optionen ist das aktive Geschwindigkeits- und Abstandsregelsystem, das im Herbst 2006 für alle Motorisierungen des S80 angeboten wird derzeit ist es noch dem V8 AWD vorbehalten. Der Abstandstempomat arbeitet ähnlich dem System in der neuen S-Klasse. Der Fahrer legt per Tastendruck einen gewünschten Abstand zum Vordermann fest. Das Regelsystem hält diesen Abstand durch automatisches Bremsen und Beschleunigen konstant und ermöglicht ein entspanntes Dahingleiten auf der Autobahn.
Bremsassistent warnt beim Auffahren
Bestandteil dieses Systems ist der Bremsassistent Pro, den wir auf einer abgesperrten Teststrecke probiert haben. Merkt das System, dass der Wagen gefährlich nahe auf den Vordermann auffährt und der Fahrer nicht vom Gas geht, ertönt ein Warnsignal und in die Windschutzscheibe wird ein roter Balken projiziert. Zudem werden die Bremsbeläge an die Scheiben angelegt und die Bremsanlage vorbefüllt. Die beiden Signale sind so eindringlich, dass man spontan nach vorne schaut und unwillkürlich voll auf die Bremse tritt.
Neu: Quer eingebauter Reihensechszylinder
Der neue Volvo S80 wird wahlweise mit drei Benzinmotoren und zwei Dieselaggregaten angeboten. Top-Motorisierung der Otto-Reihe ist der 315 PS starke V8, der bereits den XC90 befeuert. Brandneu ist ein 3,2-Liter-Sechszylindermotor. Wegen seiner kompakten Bauweise konnte er Platz sparend vorn quer eingebaut werden. Das 238 PS starke Aggregat arbeitet leise und bringt den S80 druckvoll und souverän voran. In nur 7,9 Sekunden bewältigt der S80 3.2 die 100-km/h-Marke, bei 240 km/h ist die Spitze erreicht. Die spürbare Kraftentwicklung beginnt bereits im Drehzahlkeller und bleibt fast das ganze Drehzahlband über konstant. Serienmäßig ist dieser Motor mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe gekoppelt. Die recht ruckfrei schaltende Box ermöglicht auch manuelle Gangwechsel in einer zweiten Schaltgasse.
Einstellbare Servolenkung
Neu beim S80 ist die optionale geschwindigkeitsabhängige Servolenkung, die sich in im Bordmenü in drei Stufen auf die Bedürfnisse des Fahrers anpassen lässt je nachdem, ob er eine eher direkte, oder eher indirekte Lenkung wünscht. Ebenfalls gegen Aufpreis lässt sich auch der Unterbau, wie bereits beim Vorgänger, auf persönliche Vorlieben einstellen:Das aktive Fahrwerk machts möglich. Das System basiert auf der so genannten Four-C-Technik (Continuously Controlled Chassis Concept). Das Besondere: Jeder Stoßdämpfer wird separat elektronisch geregelt. Die Dämpfung wird ständig angepasst. Von weich zu hart dauert es dabei weniger als eine fünfundzwanzigstel Sekunde. Auf Knopfdruck kann zwischen Komfort, Sport und Advanced gewählt werden. Letztere Einstellung eignet sich für eine ambitioniert gefahrene Serpentinenstrecke, macht den S80 aber nicht zum Sportwagen. Wirklich bretthart wird der Unterbau allerdings bei keinem der Setup-Möglichkeiten. In puncto Fahrverhalten ist auch der neue S80 das, was auch schon der Vorgänger war: ein gutes Langstreckenfahrzeug.
Ab 35.950 Euro
Für einen Preis von 35.950 Euro ist der Einsteiger, der 200 PS starke 2.5T in der Ausstattung Kinetic zu haben. Der von uns getestete S80 3.2 ist ab 39.300 Euro zu haben, die nächst höheren Ausstattungsvarianten Momentum und Summum sind jeweils 2.400 Euro teurer. Bereits die Grundausstattungslinie Kinetic beinhaltet einen Tempomaten, die Klimaautomatik und das CD-Radio.
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