61. IAA Nutzfahrzeuge: Aus dem Vollen geschöpft (Teil 3 und Schluss)

61. IAA Nutzfahrzeuge: Aus dem Vollen geschöpft (Teil 3 und Schluss)
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Donnerstag September 7

Eine wahre Neuheitenflut bietet dagegen die Transportersparte. Vom Ford Transit über den Fiat Ducato bis hin zu den Modellbrüdern Mercedes Sprinter und VW Crafter: Alle namhaften Hersteller haben ihre Transporter neu aufgelegt oder zumindest umfassend überarbeitet. Entsprechend sind auch die Fortschritte modellübergreifend ähnlich: Die Motoren wurden stärker und sparsamer und erfüllen jetzt durch die Bank die Abgasnorm Euro 4, die Fahrer freuen sich über mehr Komfort im Innenraum und über das elektronische Stabilitätsprogramm ESP, das je nach Fahrzeug und Ausstattung serienmäßig eingebaut oder optional angeboten wird. Vorteil der neuen ESP-Generation: Es berücksichtigt den aktuellen Ladezustand, das Gewicht und den Schwerpunkt des Fahrzeugs und passt die Eingriffe in Bremse und Motorsteuerung automatisch an.

Die Fuhrparkmanager werden sich zudem über gestiegene Ladevolumina und Nutzlasten freuen. Das gemeinsam gebaute Transporter-Trio aus Fiat Ducato, Peugeot Boxer und Citroen Jumper bietet beispielsweise in der neuen Generation bis zu 1 915 Kilogramm Nutzlast und bis zu 17 Kubikmeter Ladevolumen. Die Modelle werden in zahlreichen Varianten als Kasten- oder Pritschenwagen mit Einzel- oder Doppelkabine, als Kombiversion für den Personentransport sowie als Fahrgestell angeboten. Zur Wahl stehen je nach Modell bis zu fünf Fahrzeuglängen von bis zu 6,69 Meter, vier Radstände und drei Fahrzeughöhen. Die Gesamtgewichte reichen von drei Tonnen über 3,3 und 3,5 Tonnen bis hin zu 4,0 Tonnen.

Neben den Werksausführungen bietet etwa Peugeot den Boxer auch in zahlreichen Spezialausbauten an. So verbirgt sich hinter der "Cool-Edition" der Transporter als Kühlfahrzeug, die "Service-Edition" verfügt über Werkstatteinbauten und die "Volume-Edition" hält besonders großvolumige und leichte Aufbauten bereit. Schwestermarke Citroen stellt den Jumper in insgesamt 16 Versionen für verschiedene Branchen vor, so unter anderem Varianten für das Baugewerbe, den Pferdetransporter oder die fahrbare Grillstation. Außerdem ist der Jumper als Dreiseitenkipper zu sehen, den Citroen zusammen mit dem Spezialisten Henschel Engineering entwickelt hat.

Ford stellt ebenfalls Spezialvarianten des neuen Transit in den Mittelpunkt des Messeauftritts. Der zum Sommer 2006 runderneuerte Transporter-Klassiker steht hier in Hannover auch in einer neuen Erdgasversion bereit, die ab sofort bestellbar ist. Den Antrieb des Transit CNG übernimmt ein 107 kW/145 PS starker Ottomotor, der auch in einer reinen Benziner-Ausführung erhältlich ist. Außerdem debütiert eine seriennahe Studie des Transporters mit Allradantrieb. Sie wird künftig die Palette an front- und heckgetriebenen Versionen des Transit ergänzen.

Mehr Komfort, stärkere Motoren und ein höheres Sicherheitsniveau zeichnen auch das Transporterpaar Opel Movano und Renault Master aus. Die beiden baugleichen Modelle erhalten eine aufgefrischte Frontpartie, zusätzliche Ablagen im Innenraum, ein ladungsabhängiges ESP und sowie den von Renault entwickelten 2,5-Liter-Turbodiesel, der in drei neuen Leistungsstufen von 74 kW/100 PS bis 107 kW/146 PS lieferbar ist. Der Motor erfüllt in allen Versionen die Abgasnorm Euro 4 und ist je nach Ausführung serienmäßig oder gegen Aufpreis mit einem Partikelfilter ausgerüstet. Dies gilt ebenfalls für die neuen Triebwerke in den Nissan-Transportern Interstar und Primastar. Die neue Sauberkeit der Transporter hängt auch mit den drohenden Feinstaub-Fahrverboten in den deutschen Innenstädten zusammen; Spediteure sollten daher, wenn nötig, den Aufpreis für den Rußfilter stets einkalkulieren.

Renault zeigt neben dem Master auch den gelifteten Trafic, der wiederum zusammen mit dem Opel Vivaro gebaut wird. In der Klasse der Stadtlieferwagen debütieren darüber hinaus der überarbeitete Ford Transit Connect sowie bivalente Erdgas-Benzin-Varianten von Renault Kangoo Rapid und Peugeot Partner. Neue Pick-ups sind mit dem Ranger am Ford-Stand und mit dem gelifteten Strada am Fiat-Stand zu sehen.

Die IAA-Themen Komfort, Sauberkeit und Sicherheit spielen auch bei den in Hannover vertretenen Zulieferern die Hauptrolle. Von Delphi kommt beispielsweise eine neue Radar- und Infrarot-Technik für Sicherheitssysteme sowie Neues zum Thema Brennstoffzelle; ContiTech liefert Bestandteile für die Abgasreinigungs-Technologie SCR; Siemens VDO zeigt ein neues Navigationssystem speziell für Brummis, dessen Kartenmaterial auch Durchfahrtshöhen und maximale Brückenbelastungen berücksichtigt und für das jeweilige Fahrzeug eine problemlose Route berechnet. Bremsenspezialist Wabco ist mit einer neuen Druckluft-Scheibenbremse für schwere Nutzfahrzeuge präsent, die unter anderem einen geringeren Wartungsaufwand und längere Lebensdauer aufweisen und gegenüber der Vorgängerbremse durch den Wegfall von Bauteilen deutlich leichter sein soll.

Geringeres Gewicht ist auch eines der Hauptkennzeichen des neuen Lkw-Reifens HDL 1 Superdrive von Continental. Der speziell für Midiliner-Fahrzeuge konzipierte Reifen wird anstelle der üblichen Zwillingsbereifung an der Antriebsachse eingesetzt und soll aufgrund des reduzierten Gewichts und des niedrigen Rollwiderstandes für einen geringeren Kraftstoffverbrauch sorgen. Weiterer Vorteil: Die Gewichtsersparnis bei der Bereifung wirkt sich positiv auf das Gesamtgewicht aus und ermöglicht eine Erhöhung der Nutzlast.

Messebesucher können sich außerdem an den Ständen der Lkw-Hersteller über deren Serviceangebote informieren, etwa die neuen Servicepakete und das Mobilitätskonzept "Go 24" von Renault Trucks, das Handling des digitalen Tachographen von Scania oder das "Dynafleet"-Programm von Volvo Trucks.

Auch abseits der Messestände bietet die IAA eine umfangreiche Mischung aus Information und Aktion. Zahlreiche neue Transporter und Busse können im Straßenverkehr rund um Hannover zur Probe gefahren werden; Anmeldungen sind unter Vorlage des Führerscheins am Messestand möglich. Auf Expertentagungen im Kongresszentrum werden viele Aspekte rund um die Fahrzeuge und das Transportgewerbe beleuchtet. Mit rund 170 historischen Fahrzeugen will sich die Messe außerdem als Treffpunkt der Oldtimer-Szene etablieren. Junge Berufskraftfahrer unter 35 Jahren können sich am Scania-Stand für den beliebten Fahrerwettbewerb "Young European Truck Driver 2007" einschreiben; die Bewerbungsunterlagen kommen dann Anfang nächsten Jahres automatisch.

Die 61. IAA Nutzfahrzeuge trägt das Motto "Nutzfahrzeuge: Für uns alle unterwegs" und ist vom 21. bis 28. September täglich von neun bis 18 Uhr geöffnet. Das Tagesticket kostet an Werktagen 18 Euro und an den Wochenendtagen zehn Euro. Der ermäßigte Eintritt beträgt fünf Euro. Familientickets für maximal zwei Erwachsene und drei Kinder sind für 20 Euro erhältlich. Nachmittagstickets, die ab 13 Uhr gelten, gibt es für acht Euro, eine Dauerkarte für alle Messetage kostet 60 Euro. Michael Hoffmann/mid

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