Der Renn-Z
Denn dieses rennsporttaugliche Geschoss verpflichtet geradezu, permanent den Vorwärtsdrang zu zelebrieren und zügig um Ecken zu zirkeln. Die Zutaten für die rasante Fortbewegung sind exquisit: Zentrales Element ist der kraftvolle Reihensechszylinder. Trotz seines Alters bietet der Motor weiterhin ein Höchstmaß an Faszination und dürfte auch künftig noch viele Sportwagenfreunde begeistern. Seine überbordende Kraft reicht beim Z4 Coupé für glatt fünf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und einen ebenso zügig absolvierten Zwischensprint von 80 auf 120 km/h. Zwar kurzfristig erreicht, endet auch bei diesem BMW der Vortrieb bei 250 km/h.
Wer schwer arbeitet, muss reichlich trinken
Viel Faszination vermittelt das M-Coupé vor allem am Limit. Der drehzahlfeste Motor gibt sich stets wild, stampfend, druckvoll ein lupenreines Sportlerherz, dem man ohne Reue die Sporen geben kann und es dank seines spontanen Hochdrehzahl-Naturells auch gerne und mit Genuss tut. 8.000 Touren verkraftet dieses Triebwerk ziemlich locker sogar. Ein derart hochgetaktetes Herz zapft selbstredend den Energiespeicher verstärkt an. Vierzehn Liter auf 100 Kilometer muss der ambitionierte Pilot hinnehmen. Wer sein Gasfuß zügeln kann, kommt mit weniger aus und dann bis zu 400 Kilometer weit.
Der rockt in schnellen Kurven
Nicht nur für die schnelle Geradeausfahrt, auch für den ambitionierten Kurven-Tanz ist das Z4 Coupé bestens ausgelegt und zwar für wilden Rock ´n Roll, nicht für einen beschaulichen Walzer. Bei sportlicher Gangart hilft dem geschlossenen Z4 seine extrem steife Karosserie, die selbst bei schwierigsten Manövern keine spürbaren Verwindungen zulässt. Das Gewicht des Hecktrieblers wird zudem paritätisch auf die beiden aufwendig konstruierten Achsen verteilt. Zusammen mit der knüppelharten Federung kommt so ein überragend guter Fahrbahnkontakt zu Stande. Jedoch werden Unebenheiten auf recht uncharmante Weise an die Insassen weitergeleitet. Unkomfortabel ist auch die ruppige Kupplung, die vor allem im Stop-and-go-Verkehr gelegentlich nervt.
Insassen um Haltung bemüht
Doch im Gegenzug ist im Z4 M ein Höchstmaß an Präzision geboten. Die neutrale und sehr direkte Lenkung mit kleinem Volant ermöglicht eine perfekte Zielgenauigkeit. Sensationell packen die standfesten Bremsen noch nach hoher Dauerbeanspruchung zu. Während der Unterbau also mühelos und unbeeindruckt mit den enormen Kräften fertig wird, sind die Insassen in schnellen Kurven nach Leibeskräften um Haltung bemüht. Zwar verhelfen die Sportsitze dem wankenden Oberkörper des Insassen zu einer halbwegs aufrechten Position. Doch ein Nackenmuskeltraining wäre vor dem Erwerb des Z4 M Coupés durchaus zu erwägen.
DSC keine Spaßbremse
Doch keine Angst: Vor einem Schleudertrauma braucht man sich nicht zu fürchten. Selbst auf abgesperrten Rennstrecken hat man trotz großer Auslaufflächen wenig Verlangen, die Stabilitätskontrolle DSC auszuschalten. Auch mit aktiver Regelelektronik bewegt man sich nämlich gefühlsmäßig stets sehr nah am Grenzbereich. Reifenquietschen beim Kavalierstart und leichte Heckdrifts werden bereits zugelassen. Erst wenn die Haftung abzureißen droht, wird eben spürbar doch nicht zu früh runtergeregelt. Im Z4 M Coupé ist DSC also weniger Spaßbremse, sondern die nötige Rückversicherung, dass dieser kapriziöse Hecktriebler nicht doch einmal die angepeilte Richtung verlässt.
Fast so teuer wie der Cayman S
Auch beim Preis bewegt sich das Z4 Coupé in BMW-typischer Hochpreis-Richtung. Für die 55.900 Euro der M-Version kann man sich alternativ auch einen Porsche Cayman S kaufen. Der Stuttgarter Bolide ist ebenfalls ein faszinierender und prestigereicher Vollblutsportler. Und Audi bringt schon bald seinen TT in zweiter Auflage. Mit dem 250 PS starken 3,2-Liter-V6-Motor und permanenten Allradantrieb kostet dieser nur 39.900 Euro. Aber BMW hat zur Markteinführung mit dem 265 PS starken 3.0si außerdem noch eine deutlich günstigere Coupé-Version für 38.900 Euro im Angebot. So gesehen bietet BMW sogar das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
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