Fahrbericht BMW K 1200 R Sport: Von allem etwas

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Freitag Juni 8

Mit der neuen BMW K 1200 R Sport wollen die Münchner Motorradbauer eine Kombination aus kernigem Naked Bike und potentem Sportler mit Attributen der Alltags- und Tourentauglichkeit auf zwei Räder gestellt haben. Eine große Herausforderung, denn auch bei Motorrädern gilt die Lebensweisheit "Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann". Auch nicht BMW.

Kern des ab 14 100 Euro erhältlichen Bikes ist der bekannte flüssigkeitsgekühlte Vierzylindermotor der K-Baureihe, der unverändert von der K 1200 R übernommen wurde: 1 157 Kubikzentimeter Hubraum, 120 kW/163 PS maximale Leistung, 127 Nm maximales Drehmoment bei 8 250 U/min. Das Aggregat lässt in Bezug auf Beschleunigung, Durchzug und Höchstgeschwindigkeit keinen Wunsch offen. In 3,2 Sekunden ist Tempo 100 erreicht - ohne abgehobenes Vorderrad - ungefähr die gleiche Zeitspanne vergeht, um im sechsten Gang von 100 auf 140 km/h zu beschleunigen. Die vom Hersteller angegebenen 264 km/h Höchstgeschwindigkeit sind für das 246 Kilogramm schwere Zweirad mehr als genug.

Im Alltag und auf Touren schätzt der Fahrer das mächtige Potenzial vor allem auf Bundes- und Landstraßen. Da ist dank des exzellenten Fahrwerks sehr entspanntes Fahren angesagt, zumeist Bummeln im sechsten Gang. Und wenn mal ein Überholvorgang ansteht, bedarf es nur eines kurzen Drehs am Gasgriff.

Auf deutschen Autobahnen spielt sich das Reisetempo schnell bei 160 bis 180 km/h ein. Das ist der angenehmste Kompromiss aus ordentlichem Vorankommen, halbwegs wirtschaftlicher Verbrauchswerte und dauerhaftem Komfort. So lassen sich ermüdungsfrei viele Kilometer fressen. Dank des 19-Liter-Tanks sind Etappen von 300 Kilometer drin. Die K 1200 R Sport kann natürlich schneller fahren, muss aber nicht, denn auf Dauer hält auch die Lenkerverkleidung den Winddruck, der jenseits der 200-km/h-Marke immer stärker wird, nicht besonders effektiv ab und die Fuhre wird unruhig. Außerdem signalisiert der für 145 Euro Aufpreis erhältlich Bordcomputer dann naturgemäß heftige Verbrauchswerte.

Und das geht bei der K 1200 R Sport ins Geld, denn BMW verspricht optimale Leistung nur beim Betanken mit dem teuren Super Plus. Beim Verbrauch, der je nach Fahrweise zwischen 5,4 und 6,8 Liter auf 100 Kilometern liegt, kann da auf längere Sicht eine nette Summe zusammenkommen. Hinzu kommt noch der Beitrag für die jährlich Haftpflichtversicherung, die bei der AXA mit 191 Euro zu Buche schlägt. Doch die meisten Käufer des sportlichen K-Modells dürfte das weniger stören. Denn wer 14 100 Euro Basispreis und dazu noch 1 080 Euro für das hervorragend arbeitende Teil-Integral-ABS, 680 Euro für die elektronische Fahrwerksverstellung ESA, 205 Euro für die Reifendruckkontrolle RDC, 195 Euro für Heizgriffe und 110 Euro für die Gepäckbrücke bezahlen kann, der schaut nicht primär auf die Verbrauchswerte.

Bei ausgiebigen Fahrten erweist sich die K 1200 R Sport letztlich als ein Motorrad, das tatsächlich viel kann. Ein Wehrmutstropfen ist allerdings, dass wegen des beschränkten Platzes für den Beifahrer der Biker eher solo unterwegs ist, obwohl insgesamt stattliche 213 Kilogramm zugeladen werden dürfen. Allen kann es auch eben BMW nicht recht machen, doch die sportliche Roadster hat als potentes Multitalent das Zeug, zu begeistern. Vor allem unter den Motorradfahrern, die kernige Leistung schätzen, aber auch auf ein bisschen Komfort nicht verzichten wollen, wird sie Freunde finden. Werner Wagner/mid

Teststeno BMW K 1200 R Sport:

Sportmotorrad mit flüssigkeitsgekühltem Vierzylinder-Viertaktmotor, 1 157 ccm Hubraum, 120 kW/163 PS Leistung bei 10 250 U/min, maximales Drehmoment 127 Nm bei 8 250 U/min, vier Ventile pro Zylinder, geregelter Katalysator, Abgasnorm EU-3, elektronische Einspritzung, BMW Duolever vorn, Einarmschwinge mit Paralever hinten, Kardanantrieb, Sechsganggetriebe, Reifen vorn 120/70 ZR 17, Reifen hinten 180/55 ZR 17, Höchstgeschwindigkeit 264 km/h, Leergewicht (ohne Zubehör) 237 Kilogramm, zulässiges Gesamtgewicht 450 Kilogramm, Zuladung 213 Kilogramm, Sitzhöhe 79 bis 82 Zentimeter, Tankinhalt 19,0 Liter, Verbrauch 5,8 Liter

Super plus auf 100 Kilometer, Jahresbeiträge bei der AXA-Versicherung KH: 191 Euro (SF 1, Zulassung Düsseldorf, 50 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), TK: 438 Euro (150 Euro Selbstbeteiligung), Preis 14 100 Euro.

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