- kultiviert, seidig, akzeptabler Verbrauch, Komfort-Automatik |
- mäßiger Antritt, klingt bei hohen Touren leicht angestrengt |
- viel Sicherheit und Komfort, leichtgängige Lenkung |
- kein Dynamiker, keine Geländespezialist |
- viel Platz, Edel-Interieur, leise, variabel, bis zu sieben Sitze |
- unübersichtliche Karosserie |
- viel Sicherheitsausstattung, günstiger als X5 und M-Klasse |
- mit üblichem SUV-Zuschlag |
BLIS überwacht den toten Winkel
Das bereits umfangreiche Sicherheitspaket des XC90 wurde zum Modelljahr 2007 um zusätzliche Optionen erweitert. Eine optionale Neuheit ist hier das sogenannte BLIS. Die Abkürzung steht für Blind Spot Information System, was sich mit Toter-Winkel-Wächter übersetzen lässt. Eine Kamera erfasst dabei Fahrzeuge, die vom Fahrer möglicherweise übersehen werden und warnt vor ihnen mit einem dezenten Blinklicht am Türrahmen. Für die Basisaustattung Kinetic kostet BLIS 900 Euro Aufpreis.
Neuer Reihensechszylinder
Eine besonders wichtige Innovation findet sich unter der Haube: Hier sorgt ein neuer 3,2-Liter-Reihensechzylinder-Benzinmotor für seidigen und druckvollen Vortrieb. Der 238 PS starke Antrieb wird im XC90 ab Ende 2006 den 2,5-Liter-Fünfzylinder-Benziner ersetzen. Wem der bisherige Einstiegs-Otto zu schwach und der große V8 zu durstig war, dem wird nun eine interessante Alternative geboten. Allerdings geht Volvo davon aus, dass nur acht Prozent aller XC90 mit diesem Motor geordert werden. Immerhin sorgt der sehr kultivierte Sechszylinder mit 320 Newtonmeter Drehmoment für einen 100-km/h-Sprint in 9,5 Sekunden und 210 km/h Endgeschwindigkeit. Der Verbrauch des Zweitonners soll bei angemessenen 11,6 Litern liegen. Der Bordcomputer zeigte auf unserer 300-Kilometer-Runde 13,4 Liter an.
Starker Antrieb im S80
In einem kompakteren Fahrzeug vermittelt dieser Motor selbstverständlich mehr Fahrspaß. So wuchtet der Sechszylinder den neuen S80 in 7,9 Sekunden auf Tempo 100. Im XC90 ist die Performance angesichts von Gewicht, hohem Aufbau und dem Allradantrieb weniger beeindruckend. Zunächst leise, wechselt er bei höheren Drehzahlen in ein markiges Röhren und wirkt dann auch leicht angestrengt. Kombiniert wird der Motor im XC90 übrigens serienmäßig mit dem Sechsgang-Automatikgetriebe Geartronic. Diese schaltet sanft, könnte jedoch noch eine Spur spontaner reagieren.
Kein Dynamiker
Unterm Strich passen Motor und Getriebe dennoch gut zum eher gemütlichen Charakter des XC90. So wurden auch bei der Fahrwerksabstimmung nicht sportlichen Talente in den Vordergrund gestellt. Entsprechend wünscht sich wohl mancher Dynamiker eine präzisere Lenkung und eine etwas straffere Straßenlage vor allem in schnell gefahrenen Kurven. Im Vergleich zur Mercedes M-Klasse oder dem BMW X5 ist der XC90 dafür recht komfortabel ausgelegt. Untersteuernd und mit deutlicher Seitenneigung kann man zwar flott durch enge Kurven fahren, sportliche Fahrfreude kommt dabei jedoch keine auf. Einem Elch möchte man im Notfall mit dem XC90 nicht ausweichen, sondern am besten gleich drüberbügeln. Dank der Bodenfreiheit und des hohen Komforts dürfte man davon sogar wenig spüren. So qualifiziert sich der große Volvo als vorzüglicher Cruiser für ruhiges Dahingleiten. Das weitgehend neutrale Handling, die kräftig zupackenden ABS-Bremsen mit EBA und EBV sowie die Fahrdynamikregelung DSTC sorgen für hohe aktive Sicherheit. Das DSTC unterbindet ein Ausbrechen.
Traktionsspezialist dank Allrad
Der permanente Allradantrieb sorgt zudem für viel Traktion. Die Verteilung zwischen den beiden Achsen übernimmt übrigens eine Haldex-Kupplung. Die elektronisch gesteuerte Kupplung variiert stufenlos von 95 zu 5 bis 35 zu 65 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse. Mit dieser Technik bewegt man den XC90 zwar souverän über schlechten Untergrund. Ein beinharter Geländespezialist ist der Skandinavien-SUV jedoch nicht.
Auch preislich auf Premium-Niveau
Selbstredend empfiehlt sich für den Kauf eines XC90 ein souveräner Kontostand. Einstiegsmodell ist weiterhin die 185 PS starke Diesel-Version D5 für 41.200 Euro. Der von uns getestetete neue 3.2 ist in der Ausstattung Kinetic ab 45.200 Euro zu haben. Die Basis bietet bereits viele attraktive Extras. Wer sich mehr Ausstattung wünscht, kann noch zwischen den Ausstattungspaketen Momentum, Summum und Executive wählen. Der XC90 3.2 Executive kostet stolze 56.100 Euro, lässt dafür aber kaum noch Wünsche offen. Dank der sehr umfangreichen Zubehörliste kann man den Schweden-SUV aber auch in der Top-Variante noch zusätzlich aufwerten.
Deutsche Mitbewerber ähnlich teuer
Preislich liegt der Volvo XC90 auf etwa gleichem Niveau wie vergleichbare Sechzylinder-Benzinervarianten von BMW X5, Porsche Cayenne und Mercedes M-Klasse. Letztere ist in der Basisversion etwa 3.500 Euro teurer, bietet dafür jedoch mit der 7G-Tronic das bessere Getriebe und mit dem 272 PS starken 3,5-Liter-V6 den agileren und zugleich sparsameren Motor.
(mh)
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