Vertraut, aber nicht ganz taufrisch
Im Innenraum fühlen wir uns schnell wie zu Hause: viel Bekanntes blickt uns entgegen, allerdings wirkt der Spanier dadurch auch nicht mehr taufrisch. Seat bedient sich hier großzügig in den Regalen des VW-Konzerns, jedoch nicht immer bei den neuesten Modellen. Das Cockpit beispielsweise entstammt weitgehend dem mittlerweile eingestellten Audi A4 Cabrio. Der Bildschirm des optionalen Navigationssystems ist aus Sicht des Fahrers zu weit unten angebracht. Auch das Drehrädchen zur Steuerung des Mulifunktionssystems ist nicht so günstig hinter dem Schalthebel platziert wie in den akuellen Audi-Modellen, sondern neben dem Bildschirm in der Mittelkonsole.
Nur ausreichende Beinfreiheit im Fond
Das Ledergestühl unseres Testwagens ist sehr bequem, allerdings könnte der Seitenhalt der Sitzfläche etwas besser sein, wie sich bei der Kurvenfahrt über spanische Serpentinenstraßen zeigt. Im Fond würden wir uns für ein gehobenes Mitteklasseauto durchaus etwas mehr Beinfreiheit wünschen. Hinsichtlich Verarbeitungsqualität, Materialien und Spaltmaßen kann der Exeo ST hingegen mit bester Qualität überzeugen.
Fünf Motoren zum Start
Als Antrieb stehen drei Benziner mit 102, 150 und 200 PS zur Verfügung. Das Dieselangebot umfasst zum Start zwei TDI-Triebwerke mit zwei Liter Hubraum, Common-Rail-Direkteinspritzung und wahlweise 143 beziehungsweise 170 PS. Im September 2009 wird dann noch eine 120-PS-Variante nachgeschoben. Alle Aggregate erfüllen die Euro-5-Abgasnorm. Wir sind den 143-PS-Diesel gefahren, der in ähnlicher Form auch bei VW und Audi zum Einsatz kommt. Der Zweiliter-Diesel erweist sich im Seat-Kombi als äußerst solider und souveräner Antrieb. Abgesehen von einer kleinen Anfahrschwäche präsentiert er sich insgesamt durchzugstark und elastisch. Seine Diesel-Charakteristik kann er zwar nicht gänzlich verbergen, aber die Geräuschkulisse bleibt insgesamt unaufgeregt. Laut Hersteller verbraucht der TDI 5,7 Liter auf 100 Kilometer, wir benötigten laut Bordcomputer durchschnittlich zwischen 6,8 und 7,2 Liter.
Neu: Schaltempfehlungsanzeige
Alle Varianten werden serienmäßig mit einem sechsstufigen Schaltgetriebe kombiniert. Abgesehen von gelegentlichem Hakeln arbeitet dieses leichtgängig und präzise. Neu für alle Exeo-Modelle ist eine Schaltempfehlungsanzeige: Der Fahrer erhält im Display zwischen Drehzahlmesser und Tachometer einen Hinweis darauf, wann er idealerweise den Gang wechseln sollte. Ein Automatikgetriebe soll erst gegen Jahresende erhältlich sein und dann ausschließlich für den Zweiliter-Benziner. Die Einführung des Doppelkupplungsgetriebes DSG ist für den Mittelklasse-Seat aktuell nicht vorgesehen.
Komfortable Straßenlage
Das Fahrwerk des Exeo ST ist identisch mit dem der Limousine und bietet kaum Anlass zur Kritik. Der Kombi liegt komfortabel auf der Straße, nur starke Unebenheiten werden nicht gänzlich weggesteckt. Auch schnellere Kurvenfahrt meistert der Spanier ohne Schwierigkeiten, ein leichtes Untersteuern ist erst im Grenzbereich festzustellen.
Drei Ausstattungsversionen
Drei Ausstattungslinien stehen für den Exeo ST zur Wahl: Die Basisversion "Reference" kommt unter anderem mit sieben Airbags, Nebelscheinwerfern, Dachreling, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und CD-Radio mit MP3-Funktion. Der Exeo ST "Style verfügt zusätzlich über einen Tempomat, Parksensoren hinten sowie einen Licht- und Regensensor. 16-Zoll-Leichtmetallräder, ein kühlbares Handschuhfach und ein Multifunktionslenkrad ergänzen die Ausstattung. Die dynamische "Sport"-Variante beinhaltet serienmäßig 17-Zoll-Aluräder, dunkel getönte Scheiben und Sportsitze.
5.500 Euro teurer als ein vergleichbarer A4
Am 7. August 2009 kommt der Exeo ST zu den Händlern. Der Einstiegspreis liegt bei 23.290 Euro für den 1,6-Liter-Benziner. Der 2.0 TDI mit 143 PS ist dann ab 27.290 erhältlich. Zum Vergleich: Der aktuelle Audi A4 Avant mit vergleichbarer Motorisierung kostet mit 32.800 Euro immerhin 5.500 Euro mehr.
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