Pack dem Tigra Diesel in den Tank: Macht der 1.3 CDTI Sinn?

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München, 10. März 2006 – Der Erfolg des Peugeot 206 CC hat einige Nachahmer auf den Plan gerufen. So auch Opel: Seit Ende 2004 haben die Rüsselsheimer mit dem Tigra TwinTop einen attraktiven Klappdach-Roadster auf Corsa-Basis im Portfolio. Neben viel Lifestyle bietet Opel für den Tigra mit dem 1.3 CDTI auch noch einen Spritsparmotor für den Zweisitzer an. Doch rechnet sich der Diesel-Roadster und macht Offen-Sparen wirklich Spaß? Unter anderem dieser Frage sind wir in unserem Test mit dem Klappdach-Selbstzünder nachgegangen.

Kompakte Wohlgestalt
Ob nun mit Diesel- oder Benzinmotor: Trotz Pummel-Heck kann der Tigra mit seinem schnittigen Outfit punkten. Rüsselsheimer Sachlichkeit bietet der Innenraum. Er ist knapp geschnitten, überzeugt dafür aber mit Übersichtlichkeit und hoher Funktionalität.

Opel-Air in 18 Sekunden
Um in den Offen-Modus zu wechseln, muss zunächst die Handbremse angezogen werden. Dann sind per Handgriff zwei Verriegelungshebel zwischen Dach und Frontscheibe zu lösen. Jetzt noch am Knopf in der Fahrer-Armlehne ziehen, und nach 18 Sekunden verschwindet das zweiteilige Dach zwischen Kofferraum und den Sitzen. Das bei geschlossenem Dach 440 Liter große Gepäckabteil bietet offen noch 250 Liter Stauraum. Zusätzlich gibt es im Fahrgastraum noch ein 70-Liter-Gepäckfach.

Agil, sicher, komfortabel
Neben ausreichend Platz bietet der Tigra auch eine Menge Fahrspaß. Ohne Dach sind die Innenraum-Verwirbelungen gering, geschlossen bleiben Windgeräusche auch bei hohem Autobahntempo erträglich. Das noch komfortable Fahrwerk ermöglicht ein agiles und zugleich gutmütiges Fahrverhalten. Dank ESP geht es durch schnelle Kurven auch noch sicher. Obwohl er eine steife Karosserie hat, ist der Tigra offen nicht frei von Verwindungen.

Nur mäßig Druck
Mehr Durchzug wünscht man sich allerdings vom 1.3 CDTI. Die 70 Turbo-PS sorgen nur für verhaltene Fahrleistungen: Der 100-km/h-Sprint dauert 15,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Opel bei 167 km/h. Auf unseren Testfahrten ging die Tachonadel locker über die 180er-Marke, bergab bewegte sie sich gelegentlich jenseits von 200 km/h. Wie mit der Leistung, so hält sich der Diesel auch akustisch eher im Hintergrund. Störend ist hingegen ein deutlich spürbares Turboloch im unteren Drehzahlbereich. Die Gänge der Fünfgang-Schaltung könnten zudem etwas leichter in die Gassen flutschen.

Günstig im Verbrauch
Der große Vorteil des Diesels liegt im Verbrauch: Nach 2.000 Testkilometern haben wir einen Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern auf 100 Kilometer ermittelt. Ein guter Wert. Auch bei den Abgaswerten bewegt sich der Tigra mit der Euro-4-Einstufung auf der Höhe der Zeit. Jedoch ist ein Rußpartikelfilter nicht bestellbar. Den Peugeut 206 CC HDI gibt es hingegen serienmäßig rauchfrei.

Günstiger Offen-Diesel
MIt 18.105 Euro ist der Diesel-Tigra vergleichsweise günstig. Nur der offene Smart Fortwo mit Diesel bleibt preislich deutlich darunter. Der Stoffdach-Citroën C3 Pluriel kostet mit Diesel 18.440 Euro, der 110 PS starke Peugeot 206 CC HDi FAP 19.450 Euro. Letzterer bietet jedoch deutlich bessere Fahrleistungen als der Diesel-Tigra und ist zudem besser ausgestattet als der Opel.

Günstiger Benziner
Eine günstige Alternative zum Diesel ist der Tigra mit 90-PS-Benziner für 16.990 Euro. Für weniger Geld bietet das Einstiegsmodell deutlich mehr Power. Trotz weniger Spritkosten: Aufgrund der höheren Anschaffungskosten und Steuern wird sich der Selbstzünder-Tigra erst ab etwa 20.000 Kilometer Jahresleistung rentieren. Nur wenige Cabriofahrer sind derart viel unterwegs. Immerhin macht es viel Spaß, den ganzjahrestauglichen Tigra zu fahren. Eingefleischte Vielfahrer, die auf Platz, aber nicht auf Frischluft-Lifestyle verzichten wollen, finden im Tigra TwinTop 1.3 CDTI ein tolles Angebot. Allen anderen Roadster-Fans sei der Benziner ans Herz gelegt.

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