Edler Kleiner: Der neue Land Rover Freelander
Montag Juli 10
Kletter-Künstler und Komfort-Offroader: Der Land Rover Freelander der zweiten Generation soll das Beste aus zwei Welten vereinen.
Komfortabel und für einen Offroader einigermaßen fahraktiv - Attribute, die der Land Rover Freelander mit vielen SUVs gemeinsam hat. Der Vorteil gegenüber den meisten "Sports Utility Vehicles": Seine ausgeprägtere Geländegängigkeit. Der Lohn dieser Vielzahl positiver Eigenschaften: Ganze fünf Jahre lang ist der kleinste Land Rover der meistverkaufte Geländewagen Europas. Jetzt, nach knapp neun Jahren Produktionszeit, ist es Zeit für einen Nachfolger. Um das bewährte Konzept ins neue Jahrtausend zu importieren, machen die Briten keine halben Sachen und entwickelten die zweite Freelander-Generation von Grund auf neu. Das Ergebnis präsentiert Land Rover nun erstmals auf der London Motor Show (Publikumstage vom 20. bis 30. Juli).
Die Optik des neuen Freelanders zeigt sich als konsequente Evolution des Vorgängers. Die Silhouette bleibt erhalten, und mit ihr die charakteristische Stufe im Dach und die großzügigen Fensterflächen. Einige Details sorgen dafür, dass das Blechkleid um einiges moderner wirkt. Besonders schick wirkt die neue Front mit ihren neu gestalteten Klarglas-Scheinwerfern und den metallisch schimmernden Streben im Kühlergrill. Den Premium-Anspruch unterstreichen zahlreiche Anleihen bei den großen Brüdern Discovery und Range Rover. Um im Innenraum mehr Platz zu schaffen, legt die Karosserie in ihren Ausmaßen ordentlich zu. Im Vergleich zum Vorgänger wächst der Freelander in Länge (plus fünf Zentimeter), Breite (10,9 Zentimeter) und Höhe (3,2 Zentimeter). Das Resultat: Zwischen 750 (38 Prozent mehr als der Vorgänger) und 1.670 Liter Kofferraumvolumen und mehr Bewegungsfreiheit auf allen Plätzen. Diverse Holz- und Metallapplikationen sollen ein edles Ambiente schaffen.
Neue Kraftquellen
Auffrischung auch unter dem Blech, und zwar in Form neuer Motoren. Topmotorisierung ist ein 3,2-Liter-Reihensechszylinder aus dem Volvo-Regal. Der "i6"-Benziner leistet 233 PS, beschleunigt den Freelander in 8,9 Sekunden von Null auf Hundert und lässt ihn maximal 200 Sachen rennen. Das Besondere an diesem Triebwerk: Durch seine kompakte Bauweise kann es quer eingebaut werden. Auch das trägt zu großzügigeren Platzverhältnissen im Interieur bei. Die Gänge sortiert bei dieser Motorvariante serienmäßig eine Sechsstufen-Automatik mit "CommandShift"-Funktion. Diese erlaubt manuelle Eingriffe und verfügt außerdem über einen Sport-Modus.
Die Antriebsalternative, einen 2,2-Liter-Turbodiesel mit serienmäßigem Partikelfilter, spendiert Konzernmutter Ford. Der Vierzylinder liefert eine Höchstleistung von 160 PS und ein Drehmomentmaximum von 400 Newtonmetern. Der Selbstzünder soll sich im Schnitt mit 7,5 Litern Kraftstoff begnügen. In Sachen Getriebe haben Turbodieselkäufer die Wahl zwischen einer manuellen Sechsgang-Box und der Automatik des Benziners.
Elektronik für mehr Sicherheit
Großzügig verwendete Fahrassistenz-Systeme sollen sowohl On- als auch Offroad für aktive Sicherheit sorgen. Einzelradaufhängung rundum, Stabilitätskontrolle und Berganfahrhilfe sind inzwischen auch bei den meisten Konkurrenten Standard. Innovativ sind hingegen die "Roll Stability Control" RSC, eine Neigungs-Stabilitätssteuerung, welche die Gefahr von Überschlägen minimieren soll, und das von den größeren Modellen übernommene "Terrain Response"-System. In Verbindung mit einem "intelligenten Allradantrieb" soll das die Kletterkünste des Freelanders weiter optimieren.
Die Serienausstattung des neuen Land Rover Freelander ist erstaunlich umfangreich. Highlights sind Bi-Xenon-Scheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht, ein Regensensor für die Scheinwerfer und eine Einparkhilfe vorne und hinten. Auf Wunsch gibt es ein zweiteiliges Panorama-Glasdach, Navigationssystem und ein High-End-Audiopaket mit DAB-Digitalradioempfänger, Surround Sound und zwölf Lautsprechern.
Die neue Freelander-Generation wird Anfang 2007 ihre Markteinführung in Deutschland feiern. Die Preise gibt Land Rover später bekannt.
Thomas Harloff
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