Zeigt der Compass den Weg?
Dienstag Oktober 10
Jeep gilt als der Geländewagen-Pionier schlechthin. Doch gegen die wachsende SUV-Konkurrenz aus Japan und Korea müssen die Amerikaner zu neuen Mitteln greifen.
Mit dem Compass will Jeep im gewinnträchtigen Markt der SUVs mitmischen. Im Gegensatz zu manch "weichgespültem" Mitbewerber setzt die Daimler
Chrysler-Tochter dabei auf rustikales Design. Von vorne ist der Geländewagen noch als echter Jeep zu erkennen. Der Kühlergrill mit sieben Schlitzen zeigt das aktuelle Markengesicht, und die nahezu trapezförmigen Radhäuser unterstreichen die ur-typische Designsprache der Amerikaner. Ein Zugeständnis an die derzeitige Softroader-Generation ist allerdings der schwungvolle Knick in der Fensterlinie. Die Heckansicht des 4,40 Meter langen Fahrzeuges erinnert in der Leuchtengrafik an einen Skoda. Was aufgrund des klassischen Designs der Tschechen durchaus als Kompliment gewertet werden kann
Kunststoff überall
Im Innenraum wird man von einer eher billig anmutenden Plastiklandschaft begrüßt. Alu-Applikationen versuchen, ein wenig Schwung in die Instrumententafel zu bringen. Bis auf Lenkrad, Rundinstrumente und Klimaregler ist im Inneren jedoch alles eckig gehalten. Pluspunkt: Das Hartplastik ist schmutzunempfindlich. Ebenso pflegeleicht sollen die Sitzbezüge des 4,40 Meter langen Compass sein. Trotz seiner stattlichen Erscheinung bietet der Jeep nur 334 Liter Laderaum. Selbst ein VW Golf liefert 16 Liter mehr. Durch Umklappen der Rücksitzbank im Verhältnis 60:40 lässt sich das Ladevolumen auf 1.300 Liter erweitern. Großzügiger zeigen sich die Amerikaner bei der Basis-Ausstattung, zu der eine Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, ein CD-Radio und Alufelgen gehören. Zudem sind Sicherheitsfeatures wie vier Airbags und ESP serienmäßig mit an Bord.
Permanenter Allradantrieb
Bei der Motorisierung steht als Basis ein 2,4-Liter-Benziner mit 170 PS bereit, für den sich allerdings nur wenige Kunden interessieren dürften. Die meisten werden sich wohl für den 2,0-Liter-Diesel mit 140 PS entscheiden, der aber erst ab April 2007 erhältlich ist. Dieser bietet akzeptable Fahrwerte bei einem angemessenen Verbrauch von gut acht Litern. Unverständlich: für einen Russpartikelfilter sind 750 Euro extra fällig! Diese Entscheidung sollte Jeep nochmals überdenken.
Im Gegensatz zu manch anderen SUVs verfügt der Compass über permanenten Allradantrieb und liefert somit annähernd Offroad-Qualitäten. Raue Feldwege dürften mit ihm kein Problem darstellen. Ab 24. November steht die Basisversion zu Preisen ab 23.990 Euro bei den Händlern. Der später erscheinende Diesel wird ab 25.790 Euro zu haben sein. Die Basisversion "Sport" macht dabei nur den Anfang. Wer gut 2.000 Euro mehr investiert, kann auf die gehobene Variante "Limited" zurückgreifen, die mit diversen Ausstattungspaketen weitere Möglichkeiten bietet, den Preis in die Höhe zu treiben. Schnell nähert man sich also der 30.000 Euro-Grenze. Dennoch wird der Compass seine Käufer finden. Denn er bietet etwas, das die vornehmlich asiatische Konkurrenz nicht liefern kann: Den rustikalen Charme eines echten Jeeps.
Weitere Fotos