Montag November 10
Haar, 10. November 2008 - Es ist nicht lang her, da kosteten Einsteiger-Mobilnavis noch 200 Euro. Mittlerweise zahlt man nur noch um die 130 Euro für einfache Markengeräte. Da schlägt der eine oder andere Autofahrer zu. Aber sind solche Navis wirklich besser als die Straßenkarte oder nur Grund für neuen Ärger? Wir haben drei Minimalisten-Navis getestet.Praktische Vorschlagsliste
Die drei wahrscheinlichsten Städte werden immer oben im Display als Vorschlag eingeblendet, wobei neben der Ortsgröße auch eine Rolle spielt, welche Städte man bereits angefahren hat. Analog geht es bei den Straßen. Insgesamt eine sehr gute Lösung - besser ginge es nur noch per Spracheingabe. Eine ähnliche Vorschlagsliste wie beim Medion gibt es auch beim TomTom, wenn auch nur mit zwei Vorschlägen. Hier erscheint nach der Eingabe des Buchstabens M nur dann München, wenn man den Ort schon einmal angefahren hat, ansonsten erscheinen die Städte in alphabetischer Reihenfolge. Am langsamsten geht die Eingabe beim MyGuide vor sich. Hier sind die Tasten zu klein und die praktische Vorschlagsliste fehlt, sodass man viel mehr tippen muss.
Medion berechnet am schnellsten
Wie die Zieleingabe klappt auch die Routenberechnung beim Medion am schnellsten. Einen Weg von München nach Hamburg berechnete das E3235 in etwa zehn Sekunden, während das TomTom mit 30 und das MyGuide mit 50 Sekunden deutlich länger benötigen. Ähnlich ist die Geschwindigkeitsreihenfolge beim Neuberechnen einer Route, wenn man von der vorgeschlagenen Strecke abweicht. Die Sprachqualität der Abbiegehinweise ist beim TomTom am höchsten, während die anderen beiden Geräte einen schnarrenden Ton besitzen. Das Medion punktet dafür durch seine Text-to-Speech-Funktion. Es sagt als einziges Gerät auch den Straßennamen an. Außerdem besitzt es - wie das MyGuide, aber anders als das TomTom - einen Tempowarner, der beim Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit warnt. Das MyGuide tut sich durch seinen Spurassistenten hervor, der vor allem bei Autobahnkreuzen hilfreich ist. Die dreidimensionale Darstellung beispielsweise von Brücken mag ebenfalls in einigen Fällen Vorteile bringen.
Anzeigen beim TomTom am besten
Optisch sind die Anzeigen aller Geräte in Ordnung. Beim TomTom sind uns die Zoomtasten etwas zu klein. Gut gefällt dagegen die Zoomfunktion des Medion. Hier tippt man einmal auf die Karte, dann erscheinen eine Plus- und eine Minus-Taste sowie ein Rädchen. Hat man sich beim Ein-oder Auszoomen vertan, dann bringt einen ein Tipp auf das Rädchen wieder zurück zur Ausgangsstufe. Beim m.imove tippt man ebenfalls auf die Karte. Daraufhin erscheint ein Lupensymbol, das angetippt werden muss, dafür aber etwas schmal geraten ist. Insgesamt sind die Anzeigen beim TomTom zwar nicht zahlreich, dafür aber gut ablesbar. Beim Medion sind Zahlen und Buchstaben für die Benutzung in Vans mit weit vorne liegender Windschutzscheibe zu klein geraten. MyGuide hat zu viel aufs Display gezwängt. Auch sonst gibt es beim MyGuide einige Unschönheiten. So beginnt etwa der Bildschirm zu flimmern, wenn man das Navi zwecks Aufladung an den PC angeschlossen hatte und dann das USB-Kabel abzieht - dann hilft nur noch die Reset-Taste. Auch erscheint nach dem Start ein kaum leserlicher, ellenlanger Hinweis für den Benutzer, der aus seinem Fenster herausläuft.
Medion mit praktischem TravelGuide
Auch ein paar Zusatzfunktionen besitzen unsere Einstiegsnavis. Das MyGuide protokolliert auf Wunsch die gefahrenen Routen. Wer will kann die Strecken dann über Google Earth nochmal nachverfolgen. Außerdem gibt es ein paar Spiele zur Unterhaltung. TomTom bietet keine Unterhaltungsfunktionen, dafür aber die Möglichkeit, per MapShare-Funktion Karten zu korrigieren. Beim Medion schließlich ist ein Travel-Guide an Bord, der Informationen zu den Sehenswürdigkeiten einiger großer Städte bereithält. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, sich zu diesen Orten führen zu lassen. Außerdem gibt es ein Sudoku-Spiel, einen Bildbetrachter sowie einen Wecker.
Ab 110 Euro
Preislich liegen unsere drei Geräte eng beieinander. Das günstigste Gerät aus der E-Serie von Medion ist das GoPal E3135 Regional für 110 Euro. Es wird mit Karten von Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgeliefert, ist also eine so genannte DACH-Version, unterstützt aber TMC nicht. Das 3235 WEU mit Europakarten und TMC-Empfänger kostet nur 30 Euro mehr, also 140 Euro. Zehn Euro weniger kostet das MyGuide m.imove 3218, allerdings nur mit DACH-Karten. Eine Europaversion wird nicht angeboten, doch TMC gibts für 49 Euro Aufpreis. Das TomTom One schließlich ist in der Regionalversion ebenfalls für rund 130 Euro zu haben. Für die TMC-kompatible Europaversion bezahlt man etwa 170 Euro. Man sieht: Die Aufpreise für Europakarten und TMC sind so gering, sodass man gleich eine entsprechende Version kaufen sollte. Dass das bei MyGuide nicht möglich ist, ist ein weiterer Minuspunkt.
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