Dienstag März 11
So viele neue Kleintransporter wie in den letzten Monaten gab es noch nie in Deutschland. Den vorläufigen Schlusspunkt unter den Premierenreigen setzt jetzt Fiat mit dem neuen Einstiegsmodell Fiorino. Der 3,86 Meter kurze zweisitzige Kastenwagen steht seit Ende Februar zu Preisen ab netto 9 750 Euro in den Schauräumen der deutschen Händler. Die fünfsitzige Pkw-Version Fiorino Panorama hat gerade ihre Weltpremiere auf dem Genfer Salon gefeiert und kommt im Sommer in Deutschland in den Handel. Komplettiert wird die Fiorino-Familie Ende März durch eine fünfsitzige Kombiversion und den Fiorino Adventure mit Unterfahrschutz und 20 Millimeter mehr Bodenfreiheit für Einsätze auf Baustellen oder im ländlichen Bereich.Für kraftvollen und sparsamen Vortrieb in dem kompakten Lastesel sorgt ein 55 kW/75 PS leistender 1,3-Liter-16V-Multijet-Turbodiesel mit serienmäßigem Rußpartikelfilter - bei Nutzfahrzeugen sonst noch nicht Standard. Alternativ gibt es einen 1,4-Liter-Benziner mit 54 kW/73 PS. Später soll eine Version mit Elektroantrieb folgen.
Wie die Schwestermodelle Peugeot Bipper und Citroen Nemo wird auch der Fiat Fiorino in der Türkei produziert, wobei der Fiat in Auftritt und Ausstattung allerdings eher dem frech-fröhlichen italienischen Stil entspricht. Besonders die modisch-bunten Farben und die dynamisch-schwungvolle Seitenlinie der Pkw-Version lassen die Nutzfahrzeugherkunft fast vergessen.
Weit mehr noch als der erste Fiat Fiorino aus den 1980er Jahren zeigt die kleine "Kiste" innere Größe. Kopffreiheit ist kein Thema, und der Copilot rückt dank langstreckentauglicher Innenbreite auf angenehme Distanz. Die Interieurmaterialien sind zwar um Pkw-Wohnlichkeit bemüht, strömen letztlich aber doch den in Transportern nicht unangenehmen Duft und Charme des Lastesels aus. Wie auf dem Genfer Salon bereits zu sehen, wird dies im Fiorino für Familien erfreulich anders sein. In allen Versionen gleich sind dafür die entscheidenden Qualitäten: niedrige Ladekante, große Luken, fast ebener Ladeboden, bei im Boden versenktem Beifahrersitz bis 2,50 Meter Ladelänge und ein Ladevolumen von 356 bis zu 2 800 Litern, geeignet für Kisten, Kästen oder sperrige Sportgeräte. Dazu ist der Italiener als Nutzfahrzeug in einer seltenen Karosserievielfalt mit wahlweise einer, zwei oder ohne seitliche Schiebetüren sowie mit zweiteiliger Heckflügeltür erhältlich.
Mit den nominell fast gleich starken Motoralternativen ist der Fiat ausreichend flott unterwegs. Für den drehmomentschwachen Benziner gilt dies allerdings nur im Flachland und solange nicht die komplette Nutzlast von beachtlichen 610 Kilogramm bewegt werden muss. Auf vergleichsweise niedrigem Niveau liegt der Verbrauch des Diesels, der sich mit 4,5 Liter auf 100 Kilometern begnügt. Akustisch ist der Selbstzünder immer präsent, dafür aber nie unangenehm. Zumindest unbeladen genügt der Fahrkomfort des Kastenwagens auf schlechten Straßen nur bescheideneren Ansprüchen. Die Pkw-Version soll diese Disziplin aber deutlich besser beherrschen. In der Stadt gefällt der Transporter durch Handlichkeit, tiefgaragentaugliche Abmessungen und einen kleinen Wendekreis von unter zehn Metern. Beim Rangieren hilft dazu die sehr leichtgängige und präzise arbeitende Lenkung. Zudem können die Mini-Transporter durch guten Geräuschkomfort und geringe Seitenwindanfälligkeit punkten. So machen auch Langstreckenfahrten Spaß.
Kein Zweifel: Der kantige Kasten wird Karriere als preiswerter City-Transporter und als klassenloses kleines Familienfahrzeug machen. Entsprechend ambitioniert sind die Verkaufsziele für Fiats kleinsten Transporter in Deutschland: 2 000 Einheiten wollen die Italiener noch in diesem Jahr verkaufen und 5 000 Fiorino sollen es bereits im nächsten Jahr werden, davon jeder fünfte als Fiorino Panorama. Wolfram Nickel/mid
Technische Daten Fiat Fiorino:
Zweisitziger Kastenwagen bzw. fünfsitziger Kombi bzw. fünfsitziger Pkw, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 3,86 Meter/1,72 Meter/1,72 Meter/2,51 Meter, Leergewicht: ab 1 140 kg, Nutzlast bis 610 kg,
Motoren: 1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner, 54 kW/73 PS, max. Drehmoment: 118 Nm bei 2600 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 157 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,9 l/100 km Super, CO2-Ausstoß: 164 g/km; Preis: ab 9 750 Euro (ohne MwSt.);
1,3-Liter-Vierzylinder-Multijet-Turbodiesel, 55 kW/75 PS, max. Drehmoment: 190 Nm bei 1750 U/min, Höchstgeschwindigkeit: 157 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,5 l/100 km Diesel, CO2-Ausstoß: 119 g/km; Preis: ab 10 850 Euro (ohne MwSt.).
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