VW Polo GTI: Schicker Stadtracer mit starkem Turbomotor

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Augsburg, 11. April 2006 – Der neue VW Golf GTI kam im Herbst 2004 auf dem Markt. Mit rot umrandetem Wabengrill, roten Bremssätteln, einem Dachspoiler und einem Doppelendrohr ausgerüstet, unterscheidet er sich klar von den schwächeren Golf-Modellen. Mit denselben Sportinsignien startet nun der kleine Bruder Polo GTI. Neben dem sparsamen Bluemotion-Polo und dem CrossPolo für Freunde der SUV-Optik ist der GTI die dritte besondere Polo-Variante. Hintergrund: Viele Kleinwagen der Konkurrenz vollziehen ihren Generationswechsel schon jetzt. Dagegen wird der Polo-Nachfolger wohl noch bis 2007 oder gar 2008 auf sich warten lassen. Mit den neuen Varianten hat VW nun zumindest einige interessante neue Versionen des Polo im Köcher. Wir haben die sportliche Topvariante für Sie getestet.

Alter Motor, kein altes Eisen
Im Golf GTI arbeitet ein Turbo-FSI mit 200 PS – ein Motor, der ganz neu war, als das Auto auf den Markt kam. Im Gegensatz dazu wird im Polo GTI nicht etwa der neueste TSI-Motor eingebaut – der wäre laut VW für den Polo GTI zu teuer gewesen. Stattdessen greift man auf ein Aggregat zurück, das schon fast zehn Jahre auf dem Buckel hat. Das enttäuscht dann doch etwas, auch wenn der gute alte 1,8-Liter-Turbo mit Fünfventiltechnik durchaus Spaß macht. Vor allem seine Drehmomentcharakteristik erfreut: Von 1.950 bis hinauf auf 4.500 Touren stehen recht üppige 220 Newtonmeter zur Verfügung. So kommt der Turbo glorios aus dem Drehzahlkeller heraus. Wenn man partout nicht herunterschalten will, kann man zur Not schon ab 1.500 U/min beschleunigen. Solche Eigenschaften genießt man sonst nur bei Turbodieseln. So bietet der Polo mit 100-PS-TDI ein ähnliches Drehmoment, und auch hier steht es bereits bei niedrigen Drehzahlen zur Verfügung.

TDI mit 100 PS drehmomentstärker
Der GTI-Motor lässt den Polo in 8,2 Sekunden auf Tempo 100 spurten. Maximal wird der Renn-Polo 216 km/h schnell – bei unserem Testwagen schraubte sich die Tachonadel bis auf 230 km/h. Den Verbrauch gibt VW mit 7,8 Liter auf 100 Kilometer an. Vergleichen wir mit dem erwähnten 100-PS-Diesel: Beim Drehmoment und beim Verbrauch hat der Diesel die Nase vorn. Doch wird der TDI nur 188 km/h schnell und ist mit einer Sprintzeit von 10,7 Sekunden auch deutlich langsamer.

Röhrender Auspuff
Der TDI-Polo wird aber wohl nicht ganz so laut sein wie der Polo GTI. Im Turbo-Polo röhrt der Auspuff bei Last schon sehr penetrant. Nimmt man den Fuß vom Gaspedal, wird es leiser. Dennoch ist der Polo GTI nicht für die Autobahn geboren. Neben der Geräuschkulisse stört, dass das Fahrzeug kein Überholprestige hat. Wenn man schneller ist als man aussieht, ist Ärger vorprogrammiert, da höherklassige Autos die Bahn für einen Kleinwagen nicht freimachen.

Fünfgang-Schaltung und Sportfahrwerk
Mit dem 1,8-Liter-Turbo kombiniert VW eine Fünfgangschaltung. Die ist eine Spur zu schwergängig, doch daran kann man sich gewöhnen. Der Polo GTI besitzt ein Sportfahrwerk. Es handelt sich um das System, das auch beim normalen Polo optional bestellt werden kann. Es liegt anderthalb Zentimeter tiefer als das Normalfahrwerk und ist straffer ausgelegt. Auf unebener Fahrbahn stuckert der Polo damit deutlich. Und er legt sich aufgrund der relativ großen Höhe in scharf gefahrenen Kurven noch etwas nach außen.

Gute Sportsitze mit Karomuster
Gelungen sind die serienmäßigen Sportsitze: Sie bieten viel Seitenhalt, wenn auch die Beinauflagefläche etwas zu kurz geraten ist. Anders als beim Golf GTI sind die Kopfstützen nicht in die Sitze integriert. Die Sitzbezüge weisen wie beim ersten Golf GTI ein Karomuster auf. Außerdem gibt es rote Nähte am Lederlenkrad, an der Handbremse, am Schalthebel und auch bei den Gurten. Die Pedale haben Alu-Optik. Bei all der optischen Raffinesse bleibt der Nutzwert des normalen Polo erhalten. So gibt es neben dem Drei- auch einen Fünftürer. Und auch der Platz im Fond und im Kofferraum ist ebenso groß wie beim normalen Polo.

Ab 18.950 Euro
Der Polo GTI wird derzeit in den Markt eingeführt. Der Grundpreis liegt bei 18.950 Euro. Zum Vergleich: Den vom Drehmoment her vergleichbaren Polo TDI mit 100 PS gibt es schon ab 15.050, die 130-PS-Version ab 16.900 Euro. Allerdings ist der GTI nicht nur flotter, sondern auch die Serienausstattung ist umfangreicher. Hierzu zählen außer den genannten Elementen noch ESP, 16-Zoll-Aluräder, elektrisch einstellbare Außenspiegel und eine Klimaanlage. Die Extraliste ist nicht so lang wie bei ganz neuen Autos wie etwa dem Peugeot 207. Xenonlicht zum Beispiel kann VW nicht bieten, da dafür der Platz im aktuellen Polo nicht ausreicht. Ein Konkurrent für den Polo GTI ist der ebenfalls 150 PS starke Ford Fiesta ST. Mit seinem Saugmotor ist er beim Sprint, bei der Höchstgeschwindigkeit und beim Drehmoment etwas schlechter, dafür ist der Verbrauch etwas niedriger. Preislich liegt der Ford mit 18.125 Euro günstiger, obwohl die Ausstattung noch etwas besser ist.
(sl)

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