Das Autojahr 2008: Im Zeichen des Golf

Das Autojahr 2008: Im Zeichen des Golf
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Dienstag Dezember 11

Das Autojahr 2008 steht im Zeichen des Golf. Im Herbst soll die sechste Generation des meistverkauften Autos in Deutschland auf den Markt kommen, klassisch im Design und mit modernster Technik. Aber auch für andere Hersteller wird das kommende Jahr ein besonders wichtiges: Ford stellt sich in den kleinen Klassen neu auf, Mercedes-Benz lässt der halben Modellpalette ein Facelift angedeihen und BMW bringt mit dem X6 das erste Geländewagen-Coupé auf den Markt.

Anders als in den Vorgängergenerationen ist beim Golf VI nicht alles neu. Fahrwerk und Basis-Technik stammen nicht zuletzt aus Kostengründen vom aktuellen Modell. Beim Design gilt der bis 2003 gebauten Golf IV als Maßstab, der mit hochwertig wirkender Schlichtheit überzeugen konnte. Design-Spielereien wie etwa die Chromleisten des aktuellen Modells sollen daher der Vergangenheit angehören. Geplant sind auch neue Getriebevarianten, Ottomotoren mit Direkteinspritzung und Turboaufladung sowie neue Diesel mit Common-Rail-Technik.

Neben dem Golf bringt VW zwei weitere Neuheiten auf den Markt. Im Sommer kommt das VW Coupé, ein sportlich geschnittener Viertürer auf Basis der Mittelklasselimousine Passat. Mit starken Motoren und reichhaltiger Ausstattung schließt der Fünfsitzer die Lücke zum Oberklassemodell Phaeton. Eine Klasse tiefer soll der VW Scirocco für Dynamik sorgen; das kompakte Coupé ist bereits 2006 als Studie "Iroc" vorgestellt worden, musste aber auf Wunsch der neuen Konzernführung mehrfach überarbeitet werden. Herausgekommen ist wohl ein keilförmiger Dreitürer mit 2+2 Sitzplätzen und kurzen Überhängen. Darüber hinaus bieten die Wolfsburger im kommenden Jahr weitere verbrauchsoptimierte BlueMotion-Dieselmodelle an, darunter den kompakten Kombi Golf Variant und den Kompakt-Van Touran.

Mit der Studie "Verve" hat Ford bereits einen Ausblick auf den für Ende 2008 erwarteten neue Fiesta gegeben. Auch wenn die aggressive Sportlichkeit des Konzeptfahrzeugs für die Serienversion sicher abgeschwächt wird, hat der Neue nicht mehr viel mit dem nüchternen Vorgänger gemein. Der Kleinwagen wird ähnlich wie das Schwestermodell Mazda2 eine aufsteigende Schulterlinie und ein leicht abfallendes Dach tragen und so deutlich dynamischer daherkommen als bislang. Eher auf robuste Sportlichkeit setzt das für das Frühjahr angekündigte SUV Kuga, das mit intelligentem Allradantrieb und günstigen Preisen dem neuen VW Tiguan Konkurrenz machen soll. Ende des Jahres könnte mit dem Kleinstwagen Ka ein weiterer Knaller folgen. Der Kölner teilt sich die technische Basis mit dem Fiat 500, soll aber statt auf Retro-Chic auf modernes Design setzen. Ganz neue Wege geht BMW mit dem X6, einer Mischung aus SUV und Coupé. Der luxuriöse Allrader markiert dann die Spitze der Münchner X-Baureihe. Eine sehr seriennahe Version des Fünfsitzers war bereits auf der IAA im September zu sehen; auf dem hochgelegten Fahrwerk thront ein Karosserie-Koloss, der mit dem sanft Richtung Heck abfallenden Dach mehr Sportlichkeit aber weniger Platz bietet als der kleinere X5. Auf Spekulationen angewiesen ist man noch in Sachen BMW 7er. Die neue Generation des Flaggschiffs soll zum Jahresende kommen und wird wohl gegenüber dem aktuellen Modell an Länge zulegen und zahlreiche neue Assistenzsystem an Bord haben. Eine Modellpflege bekommt die 3er-Reihe verpasst, vom Cabrio wird es eine sportliche M-Version geben. Im März startet zudem das Cabrio der 1er-Reihe.

Ein ganz neues Modell und zahlreiche Facelifts hat Mercedes-Benz in petto. Als erstes Kompakt-SUV der Marke soll ab dem Herbst der Mercedes GLK um Marktanteile in der boomenden Klasse kämpfen. In der Größe und beim Preis unterhalb des ML angeordnet, orientiert sich der Allrader beim Design am Luxus-SUV Mercedes GL. Außerdem stehen Modellpflegen beim ML, CLS, beim SL, SLK und in der A- und B-Klasse an.

Bei Audi startet im Frühjahr das A3 Cabrio. Der Viersitzer ist ein Vertreter der alten Schule und verfügt an Stelle eines Stahl-Klappdachs über das leichtere Stoffdach. Der Zweitürer nimmt mit seinem am neuen Audi A4 orientierten Frontdesign das zur Jahresmitte erwartete Facelift der A3-Limousinen voraus. Die Scheinwerfer links und rechts des klassischen Single-Frame-Kühlergrills blicken etwas aggressiver, die Heckleuchten sind flacher und breiter als bislang. In eine ähnliche Richtung wird sich auch die obere Mittelklassebaureihe A6 entwickeln, die im Herbst überarbeitet wird. Als kleiner Bruder des Luxus-SUV Q7 kommt gegen Jahresende der Q5 auf den Markt, der auf knapp 4,70 Metern Länge Platz für bis zu fünf Passagiere bietet. Technische Basis ist der Audi A4, Allradantrieb gehört zum Serienumfang. Außerdem stehen bei den Ingolstädtern weitere Sportvarianten bekannter Fahrzeuge auf dem Programm; so sind Hochleistungsversionen des TT, des A6 und des A4 geplant.

Neuer Name bei Opel: Zum Jahresende kommt der Vectra-Nachfolger als Opel Insignia auf den Markt, zunächst als Limousine, wenig später als Kombi. Optisch soll er sich an der 2007 auf dem Genfer Salon gezeigten Studie GTC orientieren, die mit aggressiven Scheinwerferschlitzen und reißzahnartigen Lufteinlässen an der Front überrascht hat. Ganz so wild dürfte das neue Modell nicht werden, doch deutlich dynamischer als die aktuelle Limousine und der Kombi wird der Neue mit Sicherheit. Gebaut werden soll die Insignia-Modellfamilie im Stammwerk in Rüsselsheim. Bereits im Frühjahr ist der neue Opel Agila erhältlich, der seine kastenförmige Karosserie abgestreift hat und nun deutlich rundlicher und frischer daher kommt. Um 20 Zentimeter gewachsen bietet er zudem deutlich mehr Platz als bislang.

Toyota ist zunächst sparsam mit Neuerungen. Anfang 2008 ist die neue Generation des Geländewagens Landcruiser erhältlich, die ausschließlich mit bärenstarken V8-Motoren ausgeliefert wird und vor allem auf die bekannten Tugenden Komfort, Raumangebot und Geländegängigkeit setzt. Spannend dürfte die Weiterentwicklung des Cityflitzers iQ werden, den die Japaner nach der Premiere auf der IAA 2007 zur Serienreife entwickeln und ab 2009 anbieten wollen. Tochter Lexus rollt im Frühjahr den 311 kW/423 PS starken Lexus IS-F als Wettbewerber für BMW M3 und Audi S4 zum Händler. Mit 270 km/h ist der Japaner 20 km/h schneller als die deutschen Modelle, die sich freiwillig mit elektronisch begrenzten 250 km/h begnügen. Ende der Jahres geht zudem die neue Generation des SUV Lexus RX in den Verkauf, der wohl deutlich futuristischer aussehen wird als das aktuelle Modell.

Porsche hält sich mit Neuheiten zurück. Außer dem tiefergelegten SUV Cayenne GTS steht wahrscheinlich ein Facelift für den Sportwagen 911 an. Zu erwarten sind neben kleineren optischen Retuschen - unter anderem wird es wohl LED-Heckscheinwerfer geben - umfassende Änderungen an den Motoren. Diese werden auf Direkteinspritzung umgestellt, was mehr Leistung bei niedrigerem Verbrauch zur Folge haben soll. 2009 soll dann der Gran Turismo Panamera vorgestellt werde, der dann die vierte Baureihe der Stuttgarter bildet.

Quer durch die Reihen der anderen Hersteller sind weitere Neuheiten zu erwarten. So will Alfa seinen ersten Kleinwagen präsentieren, der mit sportlicher Optik und kräftigen Motoren vor allem gegen den BMW Mini antritt. Der Name ist noch nicht bekannt, "Furiosa" wird es wohl nicht werden, auch wenn er bei einer Internet-Abstimmung die meisten Stimmen erhalten hatte.

Bei Citroen steht der neue Mittelklässler C5 in den Startlöchern. Nach dem reichlich blassen Vorgänger soll das neue Modell als Stufenheck-Limousine und Kombi verlorene Kunden zurückgewinnen und neue Käufer erobern. Hyundai erneuert seine Palette im Frühjahr mit dem optisch frischeren Atos-Nachfolger i10 und bringt das große SUV iX55 nach Europa, das auf anderen Märkten bereits unter dem Namen Veracruz erhältlich ist.

Nach Jahren der Flaute steht mit dem kompakten Delta bei Lancia Familienzuwachs ins Haus. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Italiener eine Studie präsentiert, die den Nachfolger des legendären 80er-Jahre-Fahrzeugs als Design-Mischung aus Kombi und Coupé zeigt. In ganz neuem Design kommt im Frühjahr der Jaguar XF auf den Markt. Rolls-Royce stellt seinem zurzeit einzigen Modell, der Luxuslimousine Phantom, Ende des Jahres ein Coupé zur Seite, Bentley bringt mit dem Brooklands im Frühjahr die Coupéversion seines Flaggschiffs Arnage auf den Markt. Unter 400 000 Euro wird der exklusive Zweitürer wohl nicht zu haben sein. Dass es auch günstiger geht, will Renault mit dem Dacia Sandero zeigen; die Schrägheckversion des "Billigautos" Logan kommt im Sommer, bietet Platz für fünf und kostet wohl nur knapp 8 000 Euro. Holger Holzer/mid

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