- sehr sparsamer Basismotor |
- für 100 PS wenig Temperament |
- sehr direkte Lenkung |
- etwas harte Federung |
- flexibelstes Innenraumkonzept der Kompaktklasse |
- extrem gestaltetes Exterieur |
- ordentlich ausgestattet und deutlich günstiger als VW Golf |
- teurer als ein Hyundai i30 |
Wenig überzeugende Performance
So gut sich die Umwelteigenschaften anhören, so wenig überzeugt allerdings die Performance des Civic 1.4. In der Praxis wirkt das Auto zwar nicht direkt schlapp, aber auch keineswegs aufregend. Das mag auch am Drehmoment liegen, das mit 127 Newtonmeter nicht gerade berühmt ist. Ottomotoren mit gleicher Leistung, aber mehr Hubraum bieten mehr: Der 100-PS-Focus bietet hier mit seinem 1,6-Liter-Motor 150 Newtonmeter, der gleich große 102-PS-Benziner im Golf 148 Newtonmeter. Die verbrauchen allerdings wie erwähnt mehr - alles auf einmal kann man eben nicht haben. Abgesehen von seinem eher müden Charakter ist das Civic-Aggregat auch laut: Besonders bei Drehzahlen um die 4.000 Touren dröhnt es störend.
Serienmäßige Schaltpunktempfehlung
Serienmäßig wird der Motor wie der alte Basisantrieb mit Sechsgang-Schaltung ausgeliefert. Bei der Konkurrenz gibt es meist nur Fünfgang-Getriebe. Bei der Wahl des richtigen Gangs hilft im Civic neuerdings eine Schaltpunktempfehlung: Links neben dem Digitaltacho erscheint je nach Art des Öko-Fehltritts ein grüner Pfeil nach unten oder nach oben. Im Vergleich etwa zum BMW 1er, wo das Pfeilchen meist erst erscheint, wenn wir sowieso gerade schalten wollten, ist der Civic etwas strenger und empfiehlt das Hochschalten schon früh.
Optionales iShift-Getriebe
Auf der anderen Seite des Tachos leuchten außerdem bei Wohlverhalten grüne Eco-Punkte, die anzeigen, wie ökonomisch man fährt. Geht man aufs Gas, verschwinden die Anzeigesymbole jeweils paarweise. Wer das Schalten lieber dem Auto überlässt, kann den Civic 1.4 wie bisher schon mit einem automatisierten Schaltgetriebe namens iShift (zu deutsch: ich schalte) bestellen, das überarbeitet wurde. Auch damit kann man Sprit sparen, denn mit dem Sechsgang-Getriebe verbraucht der Civic nur 5,7 Liter auf 100 Kilometer - sprintet allerdings auch volle zwei Sekunden langsamer: Damit vergehen 15,0 statt 13,0 Sekunden bis Tempo 100.
Äußerlich ein klein wenig konventioneller
Der neue Basismotor ist die Hauptänderung bei der neuen Civic-Version. Dagegen halten sich die optischen Modifikationen sehr in Grenzen. So wurde das die Front prägende Band, das die schlitzartigen Leuchten miteinander verbindet, durch Lufteinlassöffnungen links und rechts vom Honda-H aufgelockert. Auch das Rückleuchtenband am Heck wurde im Detail modifiziert. Ansonsten ist beim Civic alles beim Alten. Nicht praktischer geworden ist der Motorstart, den wir schon 2005 monierten: Man steckt rechts vom Steuer den Schlüssel rein und kann dann erst links vom Lenkrad den Startknopf betätigen. Gut gefällt jedoch nach wie vor die direkte Lenkung. Die etwas harte Federung passt besser zu den sportlicheren 140-PS-Motoren als zu unserem 100-PS-Testwagen.
Lobenswerte Innenraumvariabilität
Hohes Lob verdient das Auto aber in puncto Variabilität: Der Gepäck- und Passagierraum lässt sich so flexibel nutzen wie bei keiner anderen Kompaktlimousine. Zunächst kann man die Sitzflächen nach oben klappen und dort arretieren. So kann man etwa ein stehendes Mountainbike hinter die Vordersitze stellen. Außerdem kann man die Sitze nach vorn klappen, wobei sie unversehens im Fahrzeugboden verschwinden.
Ab 16.790 Euro
Der Civic 1.4 mit 83 PS kostete 16.550 Euro. Für das Facelift-Modell mit dem erstarkten Motor zahlt man 16.790 Euro, also praktisch gleich viel. Zum Vergleich: Den VW Golf 1.6 mit 102 PS gibt es mit fünf Türen und der mageren Trend-Ausstattung ab 18.845 Euro, also für rund 2.000 Euro mehr als beim Civic. Die gleichwertig ausgestattete Golf-Version Comfortline kostet bereits 20.345 Euro. Einen gleichwertig motorisierten und ausgerüsteten Hyundai i30 erhält man allerdings schon für 15.140 Euro.
Ordentliche Basisausstattung
Die namenlose Basisausstattung des Civic ist ordentlich und bietet unter anderem sechs Airbags, ESP, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel und elektrische Fensterheber rundum. Ein CD-Radio kann man für 354 Euro Aufpreis bestellen. Wer eine Klimatisierung möchte, muss jedoch die nächsthöhere Version Comfort für 18.690 Euro bestellen, die neben einer Klimaautomatik auch ein CD-Radio besitzt. Schließlich gibt es noch die Variante Sport für 20.190 Euro mit Alufelgen, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, Nebelscheinwerfern sowie Licht- und Scheibenwischerautomatik.
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