- drehmomentstarker Motor, sanfte Automatik- gut: Sound lässt sich auf Wunsch an- und abschalten |
- hohe Kurvengeschwindigkeiten möglich |
- Komforteigenschaften hart an der Grenze |
- gute Mischung aus eleganter und aggressiver Optik |
- kleiner Kofferraum |
- gute Serienausstattung |
- hoher Verbrauch |
Design steht über der Funktion
Die Steuerung für die Klimaautomatik ist zu weit unten angebracht. Und kleine Details wie der vom Lenkrad verdeckte und nur schwer zu erreichende Knopf vom Bordcomputer zeigen, dass manchmal das Design über der Funktion steht. Im Fond sitzen wir mit ausreichend Kopffreiheit, dafür ist der Knieraum hart an der Grenze zur Enge. Als Reiselimousine für vier eignet sich der große Italo-Beau ohnehin nur bedingt, da der Kofferraum mit 450 Liter nicht gerade üppigen Platz bietet.
20-Zöller und ovale Endrohre
Optisch tritt der Sport GT S im Quattroporte-Kleid auf, das im Jahr 2008 frisch aufgebügelt wurde. Kleine, aber feine Details machen die Unterschiede aus: Riesige 20-Zöller, hinter deren dreidimensionalen Dreizack-Speichen rot lackierte Bremssättel schimmern, verraten das Sportpotenzial ebenso wie zwei ovale Endrohre. Dunkle Scheinwerfer-Hintergründe, getönte Scheiben und ein aggressiver Kühlerschlund verleihen dem Asphalt-Boliden ein aggressives Aussehen. Verstärkt wird der böse Gesichtsausdruck von den weit auseinander stehenden und - im Unterschied zum normalen Quattroporte - nach innen gebogenen Streben. Dieses Gitterdesign erinnert ans GranTurismo-Coupé.
Motor duckt sich an die Spritzwand
Wer die Motorhaube öffnet, wird zunächst enttäuscht: Fast bescheiden duckt sich der V8 an die Spritzwand, der vordere Teil des Motorraumes wird von einer Plastik-Verkleidung ausgefüllt. Die Maschine sitzt hinter der Vorderachse. Das, und eine Tieferlegung von 15 Millimeter vorn und elf Millimeter hinten bescheren der Super-Limousine eine Gewichtsverteilung von 49 vorn zu 51 hinten.
MC Start Strategy: Anfahrhilfe für die Rennstrecke
Die nüchternen Zahlen auf dem Papier vergessen wir schnell, als wir auf einer ersten Ausfahrt dem GT S die Sporen geben. Der V8 hängt satt und gierig am Gas, die neu programmierte Wandlerautomatik setzt die Gaspedalbefehle schnell und spaßbringend in Vortrieb um. Die Gänge werden rasch und sanft gewechselt, im Sportmodus reagiert die Box schneller und spürbar rasanter. Per langen Schaltwippen am Lenkrad kann man die Stufen auch selbst sortieren. Die schnelle Limousine lässt sich besser händeln, als es die Länge von 5,10 Meter vermuten lässt. Die Lenkung arbeitet direkt und ist gut abgestimmt. Die konventionelle Federung ist straff genug für schnelle Kurven und bietet beim Cruisen gerade noch genügend Abrollkomfort.
Spitze 285 km/h
Maserati beziffert die Spitze mit 285 km/h, das sind fünf Stundenkilometer mehr als beim Quattroporte S. Ein anderer Wert begeistert im Datenblatt: Nur 5,1 Sekunden dauert der Sprint auf 100 km/h, vorausgesetzt, man bedient sich der elektronischen Kavalierstart-Hilfe namens "MC Start Strategy". Wir müssen das Antischleuder-Programm MSP ausschalten, die Sport-Taste drücken, einen Fuß auf die Bremse stellen, mit dem anderen am Gaspedal eine Drehzahl von etwa 2.400 Touren einregeln und dann die Bremse loslassen. Es ist ein im Wortsinne bewegendes Gefühl, wie brachial zwei Tonnen italienischer Autobau-Kunst nach vorn gerissen werden können.
15,1 Liter Verbrauch
Maserati beziffert den Durchschnittsverbrauch mit 15,1 Liter, in der Stadt soll sich die Luxus-Limousine gar 23,9 Liter aus dem Tank ziehen. Zum Vergleich: Ein Audi S8 mit 450 PS starkem V10-Motor nimmt sich 13,2 Liter im Schnitt, ein Mercedes S 63 AMG mit 525 PS starkem 6,2-Liter-V8 ist mit 14,9 Liter angegeben. Apropos Konkurrenz: Maserati sieht den Quattroporte GT S im Umfeld der Mercedes E-, CLS- und S-63-AMG-Modelle sowie des Audi S8. Preislich liegt der schöne und reichhaltig ausgestattete Italiener mit seinem Einstiegspreis von 133.310 Euro im guten Mittelfeld. Die genauen Spezifikationen für den deutschen Markt stehen allerdings noch nicht detailliert fest. Audi will für den S8 101.600 Euro haben, der CLS 63 AMG kostet 106.624 Euro und der S 63 AMG 132.685 Euro.
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