- guter Durchzug auf Niveau des alten Kompressors |
- 385 PS als Einstiegsmotorisierung sind flott |
- sportlich straff gefedert- präzise Lenkung |
- auffällig schönes Auto |
- Tacho mit Kontrastschwächen |
- in der Portfolio-Version großer Serienumfang |
- ein XK ist teuer |
Adaptive Dämpfung
Der XK ist ein Sportwagen, keine Frage. Schon bei den ersten Metern Fahrt spüren wir das straffe Fahrwerk. Direkt ziehen wir über den Asphalt, das adaptive System passt die Feder-Dämpfer-Kombination der jeweiligen Fahrsituation an. Bei der Limousine XF bekommt nur das Topmodell XFR diese Konstruktion, beim Coupé XK dürfen sich alle Varianten über das adaptive Fahrwerk freuen. Und so hat auch die Zielflaggen-Taste links unter dem Gangwahl-Drehregler eine zusätzliche Funktion: Neben schnellerer Gasannahme und kürzeren Schaltzeiten verhärtet sich auch noch das Fahrwerk. Spürbar: Auf glatten kurvigen Straßen kennen wir kein Halten mehr, Schlaglöcher hingegen bestrafen uns erbarmungslos. Lenken lässt sich der XK direkt und präzise, die Weichheit des neuen XF-Diesel kommt hier nicht zum Tragen. Und die Bremsen packen eifersüchtig die Scheiben, zum Stehen kommen wir auf kurzem Weg.
Mit 385 PS
Der Kompressor-Motor des alten XKR wird durch den neuen 5,0-Liter-Sauger ersetzt. Das Aggregat wurde vollkommen neu entwickelt, nur eine Schraube und eine kleine Metallkappe konnten aus dem alten Triebwerk übernommen werden. Jetzt generieren die acht Zylinder 385 PS und ein maximales Drehmoment von 515 Newtonmeter bei 3.500 U/min - der Neue ist also schon bei mittleren Drehzahlen gut dabei. Von null auf 100 km/h geht es in 5,5 Sekunden, bei 250 km/h greift die elektronische Abregelung. An dieser Stelle schauen wir mal nach den Daten des alten XKR, also des Vorgänger-Coupés mit Kompressoraufladung: 416 PS und 560 Newtonmeter Drehmoment bei 4.000 U/min reichen für eine Tempo-100-Beschleunigung aus dem Stand in 5,2 Sekunden. 5,5-Sauger-Sekunden gegen 5,2-Kompressor-Sekunden: Auf dem Papier ist der Abstand nicht allzu groß. Wie sieht das in der Praxis aus?
Auf Augenhöhe
Wir geben Gas und der Motor stimmt ein sonores Brummen an. Nicht aggressiv und laut sondern eher ruhig. Dem Sound des neuen V8 würde eine Spur mehr Markanz gut tun. Aber der Wagen schiebt unerbittlich nach vorn, presst uns in die Sitze. Unterschiede zum alten XKR können wir gefühlsmäßig nicht ausmachen, das Vorgänger-Kompressormodell hat sich mit dem neuen XK-Sauger erledigt. Natürlich gibt es auch vom frischen Sport-Coupé eine Kompressorversion. Diese greift auf 510 PS zurück, den neuen XKR haben wir separat getestet. Unser XK kommt auf 100 Kilometer mit 11,2 Liter Super aus und schafft bereits die Euro-5-Norm.
Sechs Gänge reichen
Die Sechsgang-Automatik lässt sich vom 385-PS-V8 nicht durcheinander bringen: Souverän meistert sie sämtliche Schaltaufgaben. Ein siebenter Gang fehlt zumindest aus Kraftaufbau-Gesichtspunkten nicht. Wer die S-Stellung der Schaltung bemüht wird, mit weiter ausgedrehten Gängen belohnt, was eine Extraportion Sportgefühl in den Wagen bringt. 96.900 Euro will Jaguar für das XK-Coupé in der Top-Ausstattung Portfolio haben. Ein Porsche 911 Carrera Coupé S mit ebenfalls 385 PS schlägt mit 94.000 Euro zu Buche, für ein BMW 650i Coupé werden 80.000 Euro fällig. Der Mercedes SL 500 mit 388 PS reißt mit 109.000 Euro nach oben aus.
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