- Motor sanft und bei Bedarf bissig |
- Getriebestellung "D" nicht immer optimal |
- der schwere Wagen wankt nicht- nötige Straffheit für sportliches Gefühl |
- überzeugend gestalteter Innenraum |
- Karosserie etwas altbacken |
- für diese Leistungsklasse angemessener Preis |
- immer noch teure Optionen |
Straffer - wie gewünscht
Dem Felgen-Fan werden sie nicht verborgen bleiben: die 20-Zoll-Räder. Aber das Fahrwerk des S8 mag seine Schuhe, kommt ohne zu trampeln über zerzauste Stadtstraßen. Allerdings nimmt der Wagen Unebenheiten schon etwas härter als seine A8-Kollegen. Selbst sein nur als Langversion verfügbares 450-PS-Pendant Audi A8 W12 ist hier deutlich sanfter. Aber wer sich für den S8 entscheidet, will genau dieses leicht sportive Gefühl. Und in der Kurve zahlt sich das dann richtig aus: Der zwei Tonnen schwere Wagen wankt kaum, lässt sich geradezu agil um die Kurve ziehen - Allradantrieb und Luftfederung machen es möglich. Und die Lenkung des Wagens ist wie von einem anderen Stern: sehr leichtgängig aber nie schwammig oder mit Spiel. So exzellente Lenkungen gibt es nicht viele am Fahrzeugmarkt.
Wenn es sein muss, wird gebrummt
Wir schicken per Anlasser ein paar Zündfunken in die zehn Brennräume des S8-Motors. Als Quittung erhalten wir irritierend ruhiges Grummeln. Auch sanftes Gasgeben ändert nichts an der akustischen Zurückhaltung des Aggregats. Vom Sound animiert, cruisen wir sanft durch die Stadt - vom Motor hören wir dabei absolut nichts. Ist das wirklich ein V10 da vorne unter der Haube? 450 PS, 540 Newtonmeter Drehmoment und von null auf 100 km/h in 5,1 Sekunden - das muss doch auch akustisch rüberkommen. Ab auf die Autobahn - hier wird das Triebwerk seinem Namen gerecht. Vehement zieht der Wagen nach vorn und brummt mit anschwellender Kernigkeit. Sind die 250 km/h Höchstgeschwindigkeit erstmal erreicht, beruhigt sich das kräftige Herz wieder ein wenig. Das vom Lamborghini-V10-Motor abgeleitete Audi-Aggregat wurde von den bayrischen Ingenieuren unter anderem mit einer FSI-Einspritzung modifiziert, was dem Verbrauch zugute kommen soll. Den Normverbrauch gibt Audi mit 13,2 Liter an - aber da können wir bei zügiger Fahrt locker über 17 Liter draus machen.
Das "S" machts
Aufgeteilt wird die immense Motor-Kraft von einer Sechsgang-Automatik. Die Stellung "D" (Drive) ist für den Stadtverkehr perfekt - komfortbetont gleiten die Schaltstufen dahin. Wer auf der Autobahn aber gut beschleunigen will, wird mit einem zögerlich handelnden Schaltautomaten bestraft. Abhilfe schafft die Einstellung "S" (Sport). Jetzt sortieren sich die Gänge einem sportlichen Beschleunigungsvorgang zuliebe perfekt.
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