Peugeot 807 HDi Platinum: Reisen mit Stil

Viel Platz, Sicherheit und sparsame Turbodieselmotoren mit Rußpartikelfilter - das Erfolgsrezept des Peugeot 807. Zum Jahreswechsel wurde das Ausstattungsmenü nun neu abgeschmeckt. Ein Praxistest mit dem Topmodell Platinum HDi 130.

Schöner Salon
Lederpolster, Licht- und Regensensor, 16-Zoll-Alufelgen, eine Zusatzheizung für den Fond, elektrische Schiebetüren, die auf Knopfdruck gehorchen, eine optische Einparkhilfe sowie ein Radio mit 6-fach CD-Wechsler. Damit sind nur einige Highlights der umfangreichen Ausstattungsliste des Testwagens genannt. Klar, dass es das nicht zum Nulltarif gibt. In Verbindung mit dem 128-PS-Turbodiesel werden in der Preisliste 35.200 Euro gefordert. Xenon-Scheinwerfer, elektrische Memory-Sitzverstellung und das Farb-Navigationssystem mit SOS-Taste kosten nochmals gut drei Tausender extra. In dieser Preisregion konkurriert der französische Van bereits mit den so genannten Premiumlimousinen der Mittelklasse. Entsprechend niveauvoll empfängt der Franzose.

Großer Lademeister
Die seitlichen Scheibetüren gehorchen dem Knopfdruck der Fernbedienung. Das funktioniert sogar über den ganzen Supermarkparkplatz hinweg. Der Innenraum präsentiert sich als harmonischer Mix ansprechender Kunststoffe. Bei der getesteten Ausstattungsversion Platinum sind die fünf serienmäßigen Einzelsitze in Leder gekleidet, Alcantara schmückt den Instrumententräger. Wer mehr will: Sitzplatz Nummer sechs und sieben kosten extra (610 Euro). In der ersten Reihe gibt es gemütliche Polster, die auch nach mehreren Stunden noch bequem sind. Hinten bemängeln große Mitfahrer eine tiefe Sitzposition, die zu stark angewinkelten Beinen führt. Wer möchte, kann den Beifahrersitz zur geselligen Runde mit den Hinterbänklern um 180 Grad drehen. Im zweiwöchigen Praxistest benötigten wir diese Funktion allerdings nicht. Dafür wurde die Flexibilität der hinteren Sitzlandschaft ausgiebig getestet - und für gut befunden. So lässt sich der mittlere Sitz auch ganz hinten links arretieren. Es entsteht ein Durchgang nach vorne. Damit passt eine Skiausrüstung auch mit fünf Passagieren an Bord noch in den Innenraum. Je nach Bestuhlung stehen zwischen 830 Liter und fast drei Kubikmeter Stauraum bereit. Für maximales Transporttalent müssen allerdings drei Sitze ausgebaut werden. Das ist keine Freude, denn die Teile sind schwer und unhandlich. Doch oftmals reicht es, einfach die Rückenlehne oder den ganzen Sitz nach vorne zu klappen. Auf diese Weise konnte eine ganze Studentenbude umgezogen werden, ohne dass auch nur ein Sitz ausgebaut werden musste.

Üppige Vielfalt
Optischer Leckerbissen sind die unter einer bogenförmigen Verkleidung frei stehenden Instrumente. Ist ein Navigationssystem an Bord, sind sie eckig, ansonsten finden feingliedrige Rundinstrumente Verwendung. Tacho und Drehzahlmesser schimmern nachts nun dezent orange. Das gilt auch für das Display der Klimaautomatik, das zur besseren Bedienung in den oberen Bereich der Mittelkonsole gerutscht ist. Eine dritte Infokonsole - mit den üblichen Warnleuchten - sitzt direkt über der Lenksäule. Tempomat und Radio lassen sich mit kleinen Satelliten fernbedienen, die sich hinter dem Lenkradkranz jedoch den Blicken entziehen. Zudem sollen sich im Innenraum 58 Ablagen verbergen - wir haben sie weder alle gesucht noch benutzt. Für 807-Neulinge ist das zunächst recht verwirrend, der Blick huscht suchend umher. Wo finde ich was? Eine Frage, die sich erst nach einiger Zeit intuitiv beantwortet.

Starker Sparer
Nicht nur mit voller Beladung profitiert der 807 HDi 130 von seinem durchzugstarken Turbodiesel. Mit viel Kraft aus dem Drehzahlkeller geht es in 12,6 Sekunden von null auf 100 km/h. Damit lässt es sich im Alltag gut leben. Allerdings erfordert das Sechsganggetriebe beim Einlegen des Rückwärtsgangs etwas Sorgfalt, er liegt zu dicht am ersten Gang. Im Schnitt kommt der laufruhige Vierzylinder mit durchschnittlich sieben bis neun Litern über die Runden. Nur wer die 180 km/h Spitze ausreizt, muss Expresszuschlag einkalkulieren. In der Praxis kommt das eher selten vor, weil der ansonsten laufruhige Common-Rail-Motor ab Tempo 160 recht laut wird. Dennoch wurde der 807 gerne als Kilometerfresser eingesetzt. Auf langen Etappen tragen die Van-typisch gute Übersicht und das komfortable Fahrwerk zur Entspannung bei. Und das Fahrverhalten bleibt - dank Traktionskontrolle und Stabilitätsprogramm (ESP) - selbst unter winterlichen Extrembedingung unproblematisch. Mit Hilfe des Tempomats lassen sich lange Strecken zügig, entspannt und ohne sportliche Ambitionen meistern. Und es ist beruhigend zu wissen, dass der Van mit Front- Seiten und seitlichen Windowairbags für den Ernstfall gut gerüstet ist. Im EuroNCAP-Crashtest brillierte der Franzose mit der Bestwertung von fünf Sternen.

Fazit: Der Peugeot 807 Platinum HDi FAP 130 ist ein angenehmes Reisefahrzeug. Zudem kann der Franzose jede Menge wegstecken. Und die elektrischen Schiebetüren sind einfach praktisch. Einzig das Bedienkonzept des Armaturenbretts ist nicht der Weisheit letzter Schluss.

mototype.de, Holger Schilp

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