- kultiviert, verbesserter Durchzug- seidige Automatik |
- On- und Offroad-Eigenschaften verbessert- Lenkung genau richtig |
- innen ausgesucht hochwertig |
- Kniefreiheit im Fond könnte üppiger ausfallen |
- edles Fahrzeug fürs Geld |
- hohe Einstiegspreise |
Genau richtig
Der Discovery war bisher ein eher weicher Geselle. Wanken in Kurven wurde gerne hingenommen und auch die Lenkung hätte etwas direkter sein können. Und genau da hat Land Rover angesetzt: Wir düsen die Highland-Kurven ab und unser schon leer bis zu 2,7 Tonnen schweres Gefährt wankt kaum. Wer es drauf ankommen lassen möchte, kann den Wagen durch Wedeln aufschaukeln, aber insgesamt sind die dynamischen Qualitäten bei normaler Straßenführung spürbar nach oben geschnellt. Und auch an die Lenkung haben sich die Ingenieure gemacht. Jetzt gibt es einfach nichts mehr zu meckern - direkt, ohne Spiel und mit angemessenem Krafteinsatz lässt sich das große Geländegefährt führen. Und für 150 Euro bauen die Engländer jetzt auch eine Lenkradheizung in den Wagen.
Gelände: Ehrensache
Der Fahrzeughersteller Land Rover begründet sich auf genau ein Modell: den Defender, der auch jahrzehntelang als einzig verfügbares Fahrzeug bei den Briten im Katalog stand. Und dieses Gelände-Urgestein verpflichtet Land Rover quasi dazu, auch allen weiteren inzwischen angebotenen Modellen eine gehörige Portion Offroad-Fähigkeiten mitzugeben. Das sensationell komfortable Terrain-Response-System für die Vorwahl von speziellen Geländeeigenschaften wie Schlamm- und Sandfahren sowie Felsenkriechen wurde überarbeitet. So können wir jetzt beispielsweise auf weiter verbesserte Traktionseigenschaften zurückgreifen - das Anfahren an einem mit langem nassen Gras bewachsenen und deshalb sehr glatten Berg funktioniert dank neuer Berganfahrhilfe und eben erwähnter Traktionsverbesserung ohne durchdrehende Räder. Natürlich bietet der Disco auch eine Untersetzung, die wir bei unseren Testfahrten durch verschlammte Wälder und breite Flüsse reichlich nutzen. Im Fluss kommt uns auch die Wattiefe von 60 Zentimeter zugute. Sind wir mit der im Basismodell 2.7 TDV6 S 1.930 Euro teuren und sonst serienmäßigen Luftfederung unterwegs, steigt die Wattiefe auf 70 Zentimeter.
Sanft angehoben
Der alte, laufruhige 2,7-Liter-Diesel mit 190 PS und 440 Newtonmeter Drehmoment wird im Discovery nach wie vor angeboten, aber Land Rover hat auch ein neues Aggregat im Korb. Ein 3,0-Liter-Sechszylinder-Diesel mit 245 PS und einem maximalen Drehmoment von 600 Newtonmeter. Wie gesagt: Der Disco bringt bis zu 2,7 Tonnen auf die Waage, da können wir jedes einzelne Newtonmeter Drehmoment gut gebrauchen. Und so passt sich das neue Triebwerk gut in die sonstigen Aufwertungsmaßnahmen ein: Die Beschleunigung von null auf 100 km/h geht jetzt in 9,6 Sekunden vonstatten, beim 2,7er ticken 12,7 Sekunden ab. Die Höchstgeschwindigkeit ist nach wie vor bei 180 km/h erreicht. Ausgesprochen kultiviert macht sich der Diesel an die Arbeit, und verpasst dem Discovery ein fühlbares Extra-Quäntchen Kraft. Natürlich werden wir beim Beschleunigen nicht brachial in die Sitze gehauen, das würde auch gar nicht zum Disco passen. Und in Sachen Verbrauch unterbietet der stärkere Motor seinen kleineren Bruder sogar: Während der 2,7-Liter im Schnitt 10,2 Liter Diesel pro 100 Kilometer verbrennt, genehmigt sich das 245-PS-Aggregat nur 9,3 Liter (Herstellerangaben).
Sanft geschaltet auch im Gelände
Die Schaltarbeit übernimmt im Discovery eine Sechstufen-Automatik von ZF. Diese gibt sich keine Blöße, selbst im mittelschweren Gelände können wir kein Verschalten oder störendes Ruckeln feststellen. Onroad fließen die Stufen kam spürbar dahin. Unser Dreiliter-Diesel-Disco schlägt beim Kauf mit mindestens 52.700 Euro zu Buche, in der Top-Ausstattung "HSE" werden 59.200 Euro fällig. Die britischen Wagen sind also kein Schnäppchen, auch nicht im Vergleich zur Konkurrenz. Ein BMW X5 xDrive 30d mit 235 PS kostet 53.700 Euro, der 171 PS starke Nissan Pathfinder 2.5 dCi wird mit 48.570 Euro berechnet. So geht's in die Premium-Disco-Welt auch zum Premium-Preis.
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