- 170-PS-Diesel passt gut zum Wagen |
- Handschaltung hakelt beim Rückwärtsgang |
- komfortabler Geradeausläufer |
- insgesamt zu weich |
- gigantischer Innenraum- weit öffnende TwinDoor-Heckklappe |
- unübertroffen günstiger Einstiegspreis- erträgliche Aufpreisliste |
Langer Softi läuft
Ein Radstand von 2,76 Meter ist auf jeden Fall eine Ansage. Und genauso läuft der lange Tscheche: Geradeaus lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen. In der Kurve merken wir dann erstmals seine sanftmütigen Ambitionen, der Wagen neigt ein wenig zum Wanken. Verstärkt wird dieses Gefühl auf der Autobahn: Lastwechselreaktionen spüren wir bei schneller Fahrt deutlich und ab 180 km/h rüttelt Seitenwind arg am Fahrzeug. Die Vorteile: Gullideckel und Schlaglöcher können uns nichts anhaben. Auf Kopfsteinpflaster rattern allerdings die ultrakurzen Stöße bis in die Sitze - dort ist dann aber wegen deren Weichheit Ende mit den Schwingungen.
Kann laut werden
Lenken lässt sich unser Superb mit einem akzeptablen Spiel in der Mittellage. Und so weich wie Federung und Sitze ist die Lenkung nicht. Und die Bremsen schon gar nicht: Sie bringen das stattliche Gefährt definiert mit dem richtigen Biss zum Stehen. Noch ein Wort zu den Innenraum-Geräuschen: Ab 150 km/h schaufeln die Außenspiegel deutlich hörbar im Wind und auch die Abrollgeräusche der Räder sind gut vernehmbar. Aber es kommt nicht zum Dröhnen und ist auch über lange Strecken erträglich.
Sparsam mit kräftigem Diesel?
Den 2,0-Liter-Diesel gibt es im Superb mit 140 und 170 PS. Unser 170-PS-Common-Rail-Aggregat spult 350 Newtonmeter Drehmoment ab, und das bereits bei 1.750 U/min. Beschwingt dreht der Turbo-Motor hoch, lässt das große Auto leichtfüßig wirken. In 8,8 Sekunden ist der Tscheche auf 100 km/h, maximal sind 222 km/h drin. 5,8 Liter Diesel sollen dem Triebwerk auf 100 Kilometer reichen - muss der Selbstzünder aber einen vollgepackten Wagen durch heftigen Stadtverkehr und schnelle Autobahn-Etappen schleifen, schmaust das Aggregat schon mal 8,5 Liter Antriebs-Saft pro 100 Kilometer aus dem Tank.
Old School per Hand
Oberklassen-Raumanmutung hin oder her: Unser Superb muss per Hand beschaltet werden. Die Variante mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe ist 2.000 Euro teurer. Unsere Handschaltung kommt ebenfalls mit sechs Gängen daher und ist im besten Sinne unspektakulär. Hakler registrieren wir nur beim Einlegen des Rückwärtsgangs, die restlichen Stufen sind mit der gebotenen Präzision erreichbar.
Preis: Aldi-Niveau
Der Skoda Superb mit 170-PS-Diesel und Sechsgang-Handschaltung schlägt mit 27.290 Euro zu Buche - hier ist das Wort "Sensation" mal angebracht. Eine größere Menge Auto ist am Neuwagen-Markt für so schmales Geld kaum zu bekommen - bei diesem Preis macht sich sogar die gerade so heiß begehrte Abwrackprämie noch bemerkbar. Die Aufpreisliste zieht sich zwar, aber eher mit niedlichen Beträgen zwischen 100 und 200 Euro. Auch in Sachen Preis ist der Superb ein ganz Großer.
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