Etwas langsamer als ML 320 CDI
So ausgestattet, sprintet das SUV in 9,0 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Den Verbrauch gibt Jeep mit 10,2 Litern an. Bei unseren Testfahrten floss mit 11,8 Litern mehr Sprit. Bei allen drei Daten, also Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit und Verbrauch, schneidet der ML 320 CDI etwas besser ab. Der ähnlich motorisierte BMW X5 3.0d kann hier ebenfalls glänzen vor allem beim Verbrauch: Der X5 3.0d kommt nach Werksangabe mit nur 8,6 Litern aus.
Fähiger Allradantrieb
Der Grand Cherokee hat einen permanenten Allradantrieb, der ihn für schweres Gelände qualifiziert. So besitzt er drei Differenzialsperren: eine am Mittendifferenzial und zwei an den Achsdifferenzialen. Die M-Klasse hat dagegen sogar mit dem optionalen Offroadpaket nur zwei Differenzialsperren eines am Mittendifferenzial und eines am Hinterachsdifferenzial. Das Jeep-System ist außerdem sehr variabel: Fast 100 Prozent der Antriebskraft kann an jedes beliebige Rad geleitet werden. So kommt das Fahrzeug auch dann noch aus dem Dreck, wenn nur noch ein einziges Rad greift. Normalerweise gelangen 48 Prozent der Kraft nach vorne, der Rest nach hinten.
Starrachse hinten
Das Fahrwerk ist ebenfalls eher auf den Offroadeinsatz ausgerichtet. Während die meisten SUVs darunter auch die M-Klasse Einzelradaufhängungen haben, besitzt der Grand Cherokee diese nur vorne, hinten hat er eine Starrachse. Auf der Straße wirkt sich dies aber nicht merklich auf das Fahrverhalten aus. Das Fahrwerk ist deutlich komfortabler als etwa beim BMW X5 und kommt besser mit Unebenheiten zurecht. Dafür kann man mit dem sportlich-straffen X5 schneller über die Autobahn brettern.
Gute Abmessungen fürs Gelände
Die Bodenfreiheit beträgt gute 20,8 Zentimeter. Dieser Wert und auch die Böschungswinkel von 34 Grad vorn und 27 Grad hinten sind ordentlich: Mercedes M-Klasse oder sogar der Hardcore-Offroader G-Klasse bieten auch nicht mehr. Wer mehr braucht, sollte sich den Land Rover Defender 90 Station Wagon ansehen der bringt es auf eine Bodenfreiheit von fast 23 Zentimetern und bietet rund 50 Grad Böschungswinkel vorne wie hinten.
Edle Instrumente mit Chromringen
Das Design des Grand Cherokee weckt zwar keine überstarken Emotionen wie etwa der schicke 300C von der Partnermarke Chrysler, doch es gefällt. Die sieben senkrechten Grillstreben erinnern an den Klassiker Willys Jeep. Der Rest jedoch ist deutlich runder als bei Offroadern der harten Schule. Im Innenraum gibt sich das SUV ebenfalls recht zivil. So hat der Amerikaner recht zierliche, edel wirkende Instrumente. Nicht ganz so geglückt finden wir das Lenkrad mit seinem fast rechteckigen Pralltopf aus Plastik. Ansonsten findet sich bei der von uns gefahrenen Ausstattung Limited Holz in der Mittelkonsole und an den Türinnenseiten. Die Sitze bieten den klassentypisch geringen Seitenhalt. Der Kofferraum bietet 987 bis 1.909 Liter Stauraum. Der kleinere Wert steht für die dachhohe Beladung bei fünfsitziger Konfiguration. Der normalerweise angegebene Wert für die Beladung bis zur Fensterlinie dürfte bei etwa der Hälfte liegen. Damit liegt der Grand Cherokee zwischen seinen Premiumkonkurrenten: Die M-Klasse bietet 500 bis 2.050 Liter, während der X5 nur 465 bis 1.550 Liter einladen kann.
Ab 42.900 Euro
Den Grand Cherokee 3.0 CRD gibt es in den zwei Versionen Laredo und Limited. Die Preise beginnen bei 42.900 Euro. Zur Ausstattung zählt schon beim Basismodell eine komplette Sicherheitsausrüstung inklusive ESP und sechs Airbags sowie auch eine ordentliche Portion Komfort. So hat der Laredo eine Klimaanlage und ein CD-Radio, einen Tempomat, ein Reifendruckkontrollsystem und elektrisch einstellbare Vordersitze. Zum Vergleich: Den Mercedes ML 320 CDI gibt es bei ähnlicher Ausstattung ab 49.532 Euro. Etwa ebenso viel zahlt man für den X5 3.0d. Damit ist der Jeep runde 6.000 Euro günstiger als die SUVs der deutschen Hersteller.
(sl)
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