- ultrastarke Maschine, super Sound |
- SMG schaltet unharmonisch |
- super Straßenlage in Kurven |
- mit Competition-Paket im Alltag zu hart |
- markante Motorhaube im Comp.-Paket |
- enger Fond |
- viele Extras im Grundpreis |
- hoher Anschaffungspreis, teure Optionen |
Motorhaube mit Lichtkanten
Fans der Marke und des Modells fällt sofort eine weitere Besonderheit des Spezial-Paketes auf: Die markantere Motorhaube, die mit zwei neuen, spitz zulaufenden Lichtkanten im mittleren Bereich auf sich aufmerksam macht. Es ist aber nicht so, dass man auf einen M6 speziell aufmerksam machen müsste: Nach wie vor empfiehlt sich das heiße Coupé nicht, wenn man, beispielsweise als Privatdetektiv, unauffällig jemanden observieren will. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass bei allen Modellen des aktuellen Modelljahres die Außenspiegel größer wurden.
Jetzt mit Bremsenergie-Rückgewinnung
Unter der imposanten Motorhaube verbirgt sich der bekannte Fünfliter-V10, dessen Technik aber vor allem hinsichtlich der Effizienz feingeschliffen wurde. So verfügt die 507 PS starke Maschine nun über eine Bremsenergie-Rückgewinnung und einen abkoppelbaren Klimagenerator. Zu den Maßnahmen gehört auch ein reibwertoptimiertes Leichtlauflager an der Hinterachse.
Neue Direktwahltasten
Wieder zurück im gleichermaßen bequemen wie straffen Sportsitz mit Halt gebenden Seitenwangen schaue ich mir das Cockpit an: Der M6 hat nun auch die Direktwahltasten auf der Mittelkonsole, mit denen sich die wichtigsten Funktionen speichern und auf Knopfdruck abrufen lassen, wie ein bestimmtes Navigationsziel oder der Lieblingsradiosender. Das 8,8 Zoll große Display des Professional-Navigationssystems zeigt ein klares, hoch aufgelöstes Bild an. In meinem M6 habe ich sogar die Möglichkeit, im Internet zu surfen, allerdings nur, wenn der Wagen steht.
Blubbern, Brummen, Hicksen
Surfen geht allerdings am Schreibtisch noch besser. Ich will lieber die Fahrdynamik des bayerischen Edelsportlers ausprobieren. Nachdem ich aus der Garage gefahren bin, genieße ich das herrliche Fauchen. Jetzt drücke ich den kurzen Hebel des Sequenziellen M Getriebes (SMG) in Richtung "D" und gebe Gas. Der Sound spielt die Skala durch: Das Blubbern im Leerlauf wird von einem satten Brummen bei normaler Fahrt abgelöst, bei Vollgas-Trips brüllt die Maschine lustvoll und hickst beim Lastwechsel, dass es nur so eine Freude ist.
Entscheidungen gefordert
Der M6 ist ein Auto, das von seinem Fahrer Entscheidungen fordert. Wer hiermit Probleme hat, sollte sich einen 650i mit Automatik kaufen und damit glücklich werden. Im "M" locken drei Tasten in der Mittelkonsole den Spieltrieb heraus. So kann ich die Dämpfung zwischen "Komfort", Normal" und "Sport" einstellen, mit der Power-Taste entscheiden, ob ich 400 oder 507 PS Höchstleistung will. Darüber hinaus kann ich festlegen, ob die dynamische Stabilitätskontrolle normal oder erst im Grenzbereich eingreift. Fürs Siebengang-SMG stehen mir gar sechs Programme zur Verfügung, welche die Charakteristik des Gangwechsels von "Schalten" bis "Reinknallen" verändern.
MDrive: Setup festlegen
Eine weitere Besonderheit ist "MDrive". In diesem Programm, das über das Bediensystem iDrive gesteuert wird, kann ich die Einstellungen für Fahrwerk, Stabilitätskontrolle, Getriebe und Kraftentfaltung am Display festlegen und speichern. Außerdem kann ich jetzt auch die höchste Stufe der Leistungsentfaltung, das Programm P 500 Sport, vorwählen.
Setup mit Tastendruck abrufen
Das dermaßen eingestellte Setup kann ich mit der M-Taste am Lenkrad abrufen. Richtig spürbar zieht der Wagen an, der Unterbau wird straffer und der V10 giert nach meinem Fuß am Gaspedal. Im Head-Up-Display, wo bislang nur die Geschwindigkeit zu sehen war, wechselt die Anzeige zu einem Halbkreis, dessen Balken von Grün nach Rot wächst und mir schließlich durch hektisches Blinken zu verstehen gibt, wann ich an den Schaltpaddles am Lenkrad spätestens hochschalten muss. Die Anzeige in der Frontscheibe hat den nicht zu unterschätzenden Nutzen, dass ich den Blick nicht von der Straße nehmen muss. Ich bin außerdem froh über die straffen Sitze und das griffige Lenkrad, da der M6 brachial nach vorn zieht.
Fahrwerk ist recht straff
Mit dem Competition-Paket ist auch das Fahrwerk noch einmal mehr in Richtung Dynamik abgestimmt worden. Für kurvenreiche Strecken ist das ideal, denn hier lässt sich der edle Bolide exakt und saugend mit hohem Tempo ums Eck zirkeln. Die Karosserie wankt dabei kaum, die Straßenlage ist super und selbst im Grenzbereich vermittelt der weißblaue Sportler dank einer speziellen M-Differenzialsperre noch ein großes Gefühl von Sicherheit. Im normalen Alltagsverkehr allerdings ist die Fahrwerksabstimmung zu hart. Selbst in der Komfort-Stufe der elektronischen Dämpferregelung werden Stöße und Querrillen noch deutlich gemeldet. Ebenfalls nichts für komfortverliebte Berufspendler ist das SMG: Im Automatikmodus schaltet es recht spürbar und wer nach längerem Cruisen die Kraft spontan per Tritt aufs Gaspedal abrufen will, wird von einer Gedenksekunde eingebremst.
Hoher Verbrauch
Zwar verbraucht das 2009er Modell dank der Modifikationen am Antrieb laut BMW mit 14,3 Liter einen halben Liter Sprit weniger als der Vorgänger. Bei normal gefahrenen Alltagsetappen über Autobahnen, Landstraßen und durch die Stadt liegt unser Schnitt bei 17,1 Liter, allerdings haben wir die Kraft auch öfter abgerufen, als das wahrscheinlich im täglichen Straßenverkehr geschieht.
Ab 116.200 Euro
Das M6 Coupé kostet 116.200 Euro. Für diesen Preis sind die M-spezifischen Besonderheiten wie die Differenzialsperre, ein Karbon-Dach, die M-Sportsitze, das Head-up-Display, adaptives Kurvenlicht und Xenonscheinwerfer mit dabei. Unser Testwagen hatte neben den bereits erwähnten Features wie dem Competition-Paket, dem Schlüssellos-System und dem Navigationssystem Professional noch ein High-End-Audiosystem, einen Digitaltuner fürs Radio und eine Einparkhilfe dabei. Alles in allem hat der Wagen 136.847 Euro gekostet.
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