Keine billigen Plätze
Wer in den Fond möchte, muss zunächst ein wenig Gymnastik betreiben, wird aber mit einem super Platzangebot belohnt. Für Kopf und Knie eines Erwachsenen ist jedenfalls genügend Raum vorhanden. Das kommt daher, dass Volvo gar nicht erst den Versuch unternommen hat, eine Dreier-Bank zu installieren, sondern gleich zwei Einzelsitze verbaut hat. Diese sind zudem leicht zur Fahrzeugmitte hin versetzt, von billigen Plätzen ist hinten also nichts zu spüren. Nur die massiven Kopfstützen der Vordersitze stören ein wenig das Wohlbefinden, denn sie haben leider keine Öffnung zum Durchschauen.
278 Liter Stauraum sind nicht viel
Kommen wir zum Heckabteil unter der großen Glasklappe. 278 Liter Stauraum sind nicht gerade viel und die hohe und enge Ladeöffnung leistet auch keinen Beitrag dazu, den C30 als Transportwunder zu bezeichnen. Immerhin lassen sich die Rücklehnen leicht klappen, sodass das Gepäckvolumen auf 921 Liter erhöht werden kann. Eine Abdeckung gibt es nur gegen Aufpreis, dafür aber ab Mitte 2007 auch in einer festen Variante. Inweit dieses Manko die anvisierten Käufer stört, bleibt abzuwarten. Die Zielgruppen sind klar umrissen: Wer sich einen C30 kauft, ist bis zu 35 Jahre alt, verdient gutes Geld und hat noch keine Kinder. Eine zweite Gruppe sind die so genannten Silver Agers, auch Empty Nesters genannt. Frei übersetzt bedeuten diese Marketing-Begriffe so viel, dass Leute über 50, deren Kinder bereits aus dem Haus sind, vielleicht einen Premium-Kompaktwagen kaufen wollen, weil sie etwas Neues probieren möchten. Dabei will der Hersteller vor allem Kunden gewinnen, die vorher noch keinen Volvo besaßen.
Fünf Benziner, drei Diesel
Um den C30 voranzubringen, gibt es fünf Benzinmotoren von 100 bis 220 PS und drei Diesel von 109 bis 180 PS. Die beiden Top-Varianten D5 und T5 sind wir bereits gefahren. Der Fünfzylinder-Dieselmotor powert mit 180 PS und einem Drehmoment von 350 Newtonmetern. Der 2,4-Liter-Turbomotor wird zurzeit ausschließlich mit einer Fünfgang-Automatik kombiniert. Erst ab Mitte 2007 soll es für den D5 auch ein Schaltgetriebe geben. Der Motor ist nach dem Kaltstart recht laut, wird danach leiser, bleibt aber akustisch anwesend. Die Automatik schaltet sehr sanft und kann auch manuell bedient werden, trübt aber den Fahrspaß ein wenig durch langsames Ansprechverhalten beim Kickdown. Dennoch sprintet der C30 D5 in 8,4 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von immerhin 220 km/h.
Top-Ottomotor mit 220 Turbo-PS
Den Otto-Gipfel bildet ein 220 PS starker 2,5-Liter Turbomotor, der mit einem Drehmoment von 320 Newtonmetern antritt. In Kombination mit einer exakten Sechsgang-Schaltung ist dieser Fünfzylinder die sportlichste Variante, C30 zu fahren. Die Maschine bringt viel Power von unten und drückt einem vor allem bei Zwischenspurts den Sitz regelrecht ins Kreuz. Nach nur 6,7 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, weiter gehts bis immerhin 240 km/h. Auch der Rest der Komponenten passt, um den Schweden sportlich und agil voranzubringen. Das Fahrwerk ist ein gelungener Kompromiss aus komfortabler Dämpfung und straffer Abstimmung, nur kurze Stöße werden nach innen gemeldet. Der C30 lässt sich ambitioniert um Kurven bringen und quittiert Ausbruchsversuche mit Untersteuern, bevor das ESP eingreift. Gegen Aufpreis kann ein straffer abgestimmtes Sportfahrwerk geordert werden.
Ab 18.600 Euro
Der Volvo C30 ist ab 18.600 Euro zu haben. Dafür bekommt man den 100 PS starken 1,6-Liter-Benziner. Darüber hinaus gibt es die Linien Kinetic, Momentum und Summum. Der Top-Diesel D5 kostet 27.200 Euro, der Spitzenbenziner ist für 28.500 ab der Linie Kinetic zu haben. Bereits das Basismodell verfügt über die Volvo-typische Sicherheitsausstattung wie Seitenaufprallschutz-System, das Schleudertrauma-Schutzsystem, das ESP, Kopf-Schulterairbags und Seitenairbags. Zur Komfortausstattung gehören das CD-Radio, der höhenverstellbare Beifahrersitz und eine manuelle Klimaanlage.
(hd)
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