Giftiger als je zuvor: Dodge Viper

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Montag Januar 15

Martialischer, brutaler und einfach giftiger: Die neue Dodge Viper will sich mit 600 PS und einem aggressiveren Design von der hochkarätigen Konkurrenz absetzen.

Sportwagen mit rund 500 PS gibt es inzwischen - überspitzt gesagt - wie Sand am Meer. Aus Deutschland kommen Porsche 911 Turbo (480 PS), Mercedes SL 55 AMG (517) und BMW M6 (507). Italien bringt den Lamborghini Gallardo (500 PS) und den Ferrari F430 (490) an den Start. Aus Amerika kommt die Corvette Z06 mit 512 PS - und bis vor kurzem auch die Dodge Viper. Doch den Schlangenbändigern aus Detroit ist die Luft in dieser Leistungsklasse zu dünn geworden. Deshalb lassen sie ihr Reptil nun eine Liga aufsteigen. Mit 600 PS und einem noch martialischeren Design setzt sich die Viper SRT10 wieder von der hochkarätigen Konkurrenz ab.

Generalüberholter Motor

Um die satte Mehrleistung von rund 90 PS aus dem Motor herauszukitzeln, haben sich die SRT-Motorenentwickler prominente Unterstützung, unter anderem von McLaren Performance Technologies, geholt. So verfügt das V10-Triebwerk jetzt über 8,4 statt 8,3 Liter Hubraum, eine effizientere Kühlung und eine variable Ventilsteuerung. Die größere Ölpumpe und das Öl-Ansaugsystem stammen aus den Viper-Rennmotoren. Ein neuer Abgaskrümmer lässt den Motor befreiter ausatmen; trotzdem erfüllt das Triebwerk problemlos die strengen amerikanischen Abgas-Grenzwerte. Die Installation einer Zweischeiben-Kupplung dient nicht nur der Performance, sondern auch dem Komfort. Denn damit soll das unangenehme Ruckeln bei niedrigen Drehzahlen, das die Vorgängerin "ausgezeichnet" hat, der Vergangenheit angehören. Ein großer Gewinn an Alltagstauglichkeit, vor allem im Stadtverkehr. Neu ist auch das Getriebe, das höhere Drehmomente (maximal 760 statt 725 Newtonmeter) übertragen kann und über kürzere Schaltwege verfügt.

Soviel Power will beherrscht werden, und deshalb spendiert Dodge seiner Giftschlange eine neue Bremsanlage. Bremssättel des italienischen Spezialisten Brembo verbeißen sich in 14 Zoll große Scheiben. Das Ergebnis: Aus 60 Meilen pro Stunde (96,5 km/h) steht die Viper bereits nach knapp 30,5 Metern - und legt damit eine ebenso beeindruckende negative wie positive (0 auf 60 mph in unter vier Sekunden) Beschleunigung hin. Serienmäßiges ABS schützt vor blockierenden Rädern - womit die einzige elektronische Fahrhilfe bereits benannt wäre. ESP, Traktionskontrolle oder dergleichen bietet Dodge auch bei der Viper des Modelljahres 2008 nicht an.

Modernes Fahrwerk

Neben der Bremsanlage profitiert auch das Fahrwerk vom Facelift. Anders als bei vielen anderen Amis kommen bei der Viper moderne Komponenten wie Einzelradaufhängung, Längslenkern und Gelenkverbindungen aus Aluminium und leichtgewichtigen Stoßdämpfern in Schraubenfedern zum Einsatz. Neu ist das geschwindigkeitsabhängig arbeitende Visco-Lok-Differential mit Schlupfbegrenzung an der Hinterachse, das dafür sorgt, dass möglichst viel Power auf den Asphalt und möglichst wenig in unnützem Reifenqualm umgesetzt wird. Zu den beiden bekannten Designs (Fünfspeichen oder H-Speichen) der vorne 18-, hinten 19 Zoll großen Felgen gesellt sich ein weiteres namens "Razor"mit fünf U-förmigen Speichen. Die immer noch überbreiten Reifen (275/35 ZR 18 vorne und 345/30 ZR 19 hinten) liefert Michelin.

Optisch präsentiert sich die neue Viper noch aggressiver als die Vorgänger. Grund dafür sind besonders die größere Lufthutze und die Belüftungslamellen, welche die Motorhaube zieren und das Triebwerk mit ausreichend Frischluft versorgen. Außerdem hat der Viper-Käufer jetzt mehr Variationsmöglichkeiten bei seiner Bestellung: Erstmals stehen acht Außenfarben zur Auswahl, fünf davon (Venom Red, Snakeskin Green, Viper Violet, Viper Orange und Bright Blue) sind neu im Programm. Wie gehabt können die Lackierungen mit zweifarbigen Rennstreifen kombiniert werden. Farbenfroh geht es nun auch im Innenraum zu: Neben dem klassischen schwarzen Design gibt es nun vier weitere Farbkombinationen. Doch nach wie vor konzentriert sich im engen Viper-Cockpit alles auf das Wesentliche: Den roten Startknopf und den Tacho mit 350 km/h-Skalierung.

Im Sommer 2007 rollen die ersten Dodge Viper des neuen Modelljahres zu den nordamerikanischen Händlern. Wie lang deutsche Interessenten warten müssen, steht noch nicht fest. Laut DaimlerChrysler wird es aber in diesem Jahr leider nichts mehr. Zu welchen Preisen Coupé und Roadster hierzulande angeboten werden, steht auch noch nicht fest.

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