Suzuki SX4: Knuffiger Großstadtcowboy

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Keine Modellreihe ohne Allradtechnik. Dieser Grundsatz gilt bei Suzuki auch für den neuen SX4. Nicht nur deshalb ist kompakte Fünftürer eine Klasse für sich.

Neuer Trend

Ein bisschen höher, aber kurz und knackig. Dazu kräftige Flanken, die je nach Ausstattung mit robusten Kunststoffen beplankt sind. So sieht also ein "UXC" aus - ein "Urban Cross Car". Ein neues Kürzel, an das wir uns gewöhnen müssen, wenn es nach den Marketing-Strategen von Suzuki geht. Gemeint sind Kleinwagen, die wie ein SUV auftreten, auch wenn die Allradoptik oft nur Show ist. Wie beim VW Cross Polo oder Citroen C3 C-TR, die mit lupenreinem Frontantrieb durch die Großstadt rollen. Der Suzuki SX4 bietet beides: Front- und Allradantrieb. Zudem ist er mit bis zu 4,14 Metern Länge schon fast eine Fahrzeugklasse höher angesiedelt.

Kleiner Wagen, große Ausstattung

Die Preispalette des ausschließlich fünftürigen SX4 beginnt beim Basismodell 1.5 Classic (99 PS/ 73 kW) knapp unter 15.000 Euro. Ohne Seiten- und Kopfairbags sowie CD-Radio und Klimaanlage, die es in den übrigen Versionen serienmäßig gibt. Beim Topmodell Comfort sind sogar Klimaautomatik, Navigationssystem und ein schlüsselloses Zugangssystem an Bord. Rund 21.000 Euro soll die entsprechende Allradversion 1.9 DDiS i-AWD mit Turbodieselmotor (120 PS/ 88 kW) kosten. Exakte Preise werden erst zur Markteinführung im Mai bekannt gegeben. Fiat bringt mit dem "Sedici" übrigens einen technischen Zwillingsbruder auf den Markt, der sich auch optisch kaum unterscheidet. Kein Wunder, wurde das Fahrzeug doch hauptsächlich von Suzuki entwickelt. Aus Italien stammt allerdings der Turbodiesel. Eine gute Entscheidung, wie erste Testfahrten zeigten.

Hoch hinaus

Der von einem Partikelfilter gereinigte Vierzylinder hängt sauber am Gas. Nach dem Kaltstart und beim Beschleunigen klingt er kernig, was aber gut zum Gesamtauftritt passt. Mit zunehmendem Tempo verliert sich das Triebwerk in den übrigen Fahrgeräuschen. Durchschnittsverbrauch: 6,6 Liter Diesel. Mit dem exakt geführten Sechsgangetriebe geht es in 11,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 180 km/h erreicht. Zehn Stundenkilometer weniger als die Frontantriebsvariante schafft. Angesichts der vielen Pferdestärken hätte man vielleicht etwas mehr erwartet. Doch mit 1,60 Meter Höhe erreicht der kompakte Japaner fast schon Van-Niveau. Entsprechend viel Angriffsfläche findet der Fahrtwind. Von der hoch aufgeschossenen Karosserie kann der Laderaum kaum profitieren. Das Ladevolumen lässt sich von 270 auf bis 1.045 Liter vergrößern. Ein Griff und es entsteht eine ebene Ladefläche. Praktische Details wie längs verschiebbare Rücksitze oder ein umklappbarer Beifahrersitz sind nicht vorgesehen. Fahrräder oder Surfbretter werden deshalb am besten auf dem Dach transportiert.

Stadt und Land

Der SX4 präsentiert sich entweder als schlichter City-Flitzer oder im Abenteuer-Look (Comfort): mit Dachreling, Alufelgen, robusten Kunststoffleisten an den Kotflügeln sowie einem Unterfahrschutz. Das Topmodell 1.9 DDiS (120 PS/88 kW) kann zudem mit einem zuschaltbaren Heckantrieb (i-AWD) kombiniert werden, ein entsprechender Benziner soll später folgen. Die Hinterräder werden im 4WD-Modus flexibel und bedarfsgerecht mit maximal 50 Prozent der Antriebkraft versorgt. Das geschieht mittels einer elektrisch gesteuerten Lamellenkupplung. Ab 60 km/h geht wieder es ausschließlich mit Frontantrieb voran. Allrad dient also als Traktionshilfe auf rutschigem Untergrund. Per Knopfdruck (4WD-Lock) kann die Antriebskraft im Verhältnis 50:50 gesperrt werden. Das hilft beim Anfahren im Sand oder tiefen Schnee.

Vier gewinnt

Beim ersten Test bewährte sich das System. Der Allrad-SX4 wühlte sich tapfer durch matschige Feldwege. Auf Asphalt zeigte er ein Fahrverhalten, das der technische Direktor von Suzuki, Shigeki Suzuki, treffend als "crisp" bezeichnet: neutral, mit wenig Seitenneigung und bis in den Grenzbereich ohne Tücke. Zum agilen Fahreindruck trägt auch die zielgenaue Lenkung bei. Trotz straffer Auslegung hält die Federung selbst grobe Straßenschäden von den Passagieren fern. Hilfreich sind dabei die bequemen Vordersitze. Schade allerdings, dass Suzuki an einem längs verstellbaren Lenkrad spart. Größere Fahrer sitzen deshalb mit stark angewinkelten Beinen hinter dem Volant, die Oberschenkel werden von der Sitzfläche nicht optimal gestützt. Dafür finden die Passagiere viel Platz für Kopf, Arme und Beine. Das gilt auch für die hinteren Plätze. Zudem überzeugt der Innenraum mit einem ansprechenden Mix aus hochwertigen Kunststoffen, blinkendem Metall und Textilien, die sich angenehm anfühlen.

Fazit: Der Suzuki SX4 wildert gleichermaßen im Kleinwagen-, Kompakt- und SUV-Segment. Er ist kurz, übersichtlich und stylish. Damit macht er die besonders Stadt zu seinem Revier. Dank Allradantrieb ist er aber auch im ländlichen Gebirge eine interessante Alternative zur etablierten Konkurrenz.

mototype.de, Holger Schilp

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