Opel Corsa OPC: Richtig auf Zack im Dreiecks-Kurs

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Opel Corsa OPC: Richtig auf Zack im Dreiecks-Kurs
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Opel Corsa OPC
März 2007
22.560 Euro
Antrieb 90%
- viel Drehmoment über ein langes Band
- recht hoher Verbrauch
Fahrwerk 95%
- sportlich-straff und dennoch komfortabel
- kaum Antriebseinflüsse in der Lenkung
Karosserie 85%
- auffälliges Sport-Styling
- Sicherheitsgurt schlecht zu erreichen
Kosten 90%
- bereits viele Extras in der Serienausstattung dabei
- Dachspoiler am Heck kostet Aufpreis
Palma de Mallorca, 15. März 2007 – „Das Design darf ruhig ein wenig polarisieren“, sagt Ullrich Hochmuth. Der Mann ist der Chefdesigner des Opel Corsa OPC und ist sichtlich stolz auf sein jüngstes Baby. Der Corsa OPC – die Abkürzung steht für Opel Performance Center – ist der sechste Rüsselsheimer, der seit 1999 die drei Buchstaben trägt und damit zum stärksten Modell seiner Reihe qualifiziert wird. Damit dem so ist, wurde das Viermeter-Kraftpaket mit der 1,6-Liter-Maschine aus dem Meriva OPC bestückt. Doch während der Vierzylinder im Minivan 180 Pferdestärken abgibt, bläst der Turbo den Corsa mit brachialen 192 PS vorwärts.

Dreieck als wiederkehrendes Element
Wir haben unserer Probier-Mobil in der Farbe Blau gewählt, obwohl wir ihn auch in Schwarz oder Rot hätten haben können. Doch Blau ist nunmal die klassische OPC-Farbe und passt zu einem Flitzer dieser Art wie die Faust aufs Auge. Der Stark-Corsa ist alles andere als dezent gestaltet, da geben wir Designer Hochmuth uneingeschränkt recht. Von ihm lassen wir uns die Besonderheit erklären: ein Dreieck als wiederkehrendes Geometrie-Element.

Auspuff, Spiegel und Felgen
Es findet sich am markanten Heck in Form eines mittigen Auspuffs ebenso wieder wie in den auffälligen Außenspiegel-Befestigungen. Und in den großen Nebelscheinwerfer-Einfassungen, den 17-Zöllern gleichfalls wie in den Waben der Kühlluft-Öffnungen vorn. Wieviele Dreiecke es insgesamt sind, weiß Ulrich Hochmuth nicht: „Ich habe sie nicht gezählt“, meint er schmunzelnd. Trotz der Dreiecke ist die Optik eine runde Sache für ein Sportmobil dieser Couleur. In den Stoßfängern vorn und hinten gibt es angedeutete Luftschlitze, die Schweller sind markant gestaltet und die Dachlinie endet in einem Heckspoiler.

Schalensitze gemeinsam mit Recaro entwickelt
Wir wollen auf die Piste und nehmen daher im ersten Serien-Schalensitz von Opel Platz. Die Sitze haben eine Besonderheit: Sie tragen serienmäßig Seitenairbags. Das Gestühl sieht auf den ersten Blick so aus, als bräuchte man die schmale Figur von Opel-Rennfahrer Manuel Reuter, um halbwegs schmerzfrei reinrutschen zu können. Doch die gemeinsam mit Recaro entwickelten Schalen nehmen auch die Unterteile nicht optimal figurierter Menschen auf. Auf gut Deutsch: Man sitzt überraschend bequem, mit mehr als genügend Seitenhalt und einer eng anliegenden Lehne.

Lenkrad mit Griffmulden
Dafür ist das Lenkrad um so gewöhnungsbedürftiger: Er ist nicht nur unten abgeflacht, sondern hat auch ausgeprägte „Neunuhr-Dreiuhr“-Griffmulden. Sie zwingen geradezu, das Steuer nach Rennfahrer-Lehrbuch zu halten, weil es sich sonst unbequem anfasst. Die Uhren hinter dem Lenkrad tragen ein eher dezentes Ziffernbild mit blauen und roten Bereichen. Schaltet man die Zündung ein, sausen die Zeiger Sportwagen-like einmal zum Anschlag und zurück. Ein wie bei anderen Herstellern mittlerweile üblicher Startknopf gibt es im Corsa OPC nicht, da kein schlüsselsloses Zugangs- und Startsystem angeboten wird.

Kerniger Klang
Der Motor klingt in Zusammenarbeit mit dem Endrohr kernig und macht Vorfreude auf das, was da kommen soll. Für unseren Test haben wir uns Unterstützung bei Manuel Reuter geholt. Nun sitzen wir im Corsa OPC und sind bereit, dem langjährigen DTM-Piloten und LeMans-Sieger zu folgen. Das heißt in diesem Fall: Der Profi fährt im Vectra OPC auf dem Circuito de Mallorca vor uns her. Über Sprechfunk bekommen wir Anweisungen und können auf der abgesperrten Strecke den Corsa OPC richtig ausprobieren.

Sehr direkte Lenkung
Was sofort auffällt, ist die direkte Lenkung, die kleine Bewegungen in Mittellage sofort auf dem Asphalt umsetzt und bei steigendem Lenkwinkel noch direkter wird. „Progressiv-variabel“ nennt Opel dieses Verhalten. Das erleben wir in der Pylonen-Gasse: Beinahe wie ein Go-Kart lässt sich der Corsa um die Kegel zirkeln und wir begreifen, wozu die Wülste am Volant gut sind. Antriebseinflüsse in der Lenkung sind kaum zu spüren. Auch durch die engen Kurven der Rennstrecke lässt sich der Blaumann mit leichter Hand und rasanter Geschwindigkeit bringen.

17-Zöller mit 215er-Reifen
Die gelbe Kontrollleuchte des elektronischen Stabilitätsprogrammes ESP bekommt nicht übermäßig oft Arbeit, da der Unterbau entsprechend den Fahrleistungen um 15 Millimeter tiefer gelegt und speziell abgestimmt wurde. Modifiziert im Vergleich zum Serien-Corsa wurde zudem auch die Hinterachse. Die 17-Zoll-Felgen mit 215er-Reifen tun ein Übriges für die gute Traktion. Optional können auch 18-Zöller mit 225er-Reifen bestellt werden.

Schaltfaul fahren möglich
Der 1,6-Liter-Motor kommt mit viel Druck und ohne spürbares Turboloch aus dem Drehzahlkeller und hängt satt am Gas. Die Höchstleistung erreicht das Aggregat bei 5.850 Touren. Mit dieser Maschine lässt sich das kleine Kraftpaket überaus elastisch und schaltfaul fahren. Das maximale Drehmoment von 230 Newtonmetern liegt zwischen 1.980 und 5.850 Touren an. Bei Vollgas-Zwischenspurts gibt es einen kurzzeitigen Overboost bis 266 Newtonmeter. Anders ausgedrückt: Der Corsa OPC sieht nicht nur sportlich aus, er klingt auch so und lässt sich auch so bewegen.

7,2 Sekunden auf Tempo 100
Wer sich für die Fahrwerte interessiert – hier sind sie: 7,2 Sekunden braucht der Taschen-Bolide auf Tempo 100, erst bei 225 km/h ist Schluss. Opel beziffert den Verbrauch mit 7,9 Litern auf 100 Kilometern. Das ist allerdings ein Wert, der sich nur mit Mühe und Spaßbremse einfahren lässt. Wir haben bei unserem recht ambitionierten Test auf den Straßen in und um Palma de Mallorca am Bordcomputer über neun Liter abgelesen.

Fahrwerk schluckt Wellen gut
Aber wie gibt sich der stärkste Serien-Corsa aller Zeiten im Alltag? Ein paar kleine Kritikpunkte gibt es: Der Sicherheitsgurt ist nur mit einer Verrenkung zu erreichen, der Fond bietet nicht üppig Platz, obwohl er trotz der Schalensitze leichter zu erreichen ist, als es auf den ersten Blick scheint. Dass das Fahrwerk nicht nur auf Sport getrimmt, sondern auch gut wellenschluckend abgestimmt wurde, fällt positiv auf. Die Sechsgang-Schaltung lässt sich exakt bedienen, nur die Wege würde man sich für den OPC kürzer wünschen und den Knauf griffiger und dünner. Der 192 PS starke Corsa OPC kostet 22.560 Euro. Dafür ist schon fast alles drin, was man sich wünscht, inklusive ESP, Nebellampen und 17-Zoll-Alus.

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