Mini John Cooper Works: Mini goes Motorsport

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Dienstag Juli 15

Das ultimative Spielzeug für Mini-Fans hat die britisch-deutsche Kleinwagenmarke jetzt im Programm. Als 155 kW/211 PS starker John Cooper Works soll der Mini nun auch die Rennstrecke erobern; war er bislang eher in den Szene-Vierteln von München, Hamburg und Düsseldorf zu Hause. Als Dreitürer ist der Works ab Anfang August zu Preisen ab 27 700 Euro erhältlich, den Fünftürer Clubman mit ein wenig mehr Platz im Kofferraum und auf der Rückbank gibt es ab 29 500 Euro.

Mini und den Haustuner John Cooper Works verbindet eine erfolgreiche gemeinsame Geschichte im Motorsport, die mit der neuen Modellversion aufleben soll. Jede Menge Rennsport-Know-how sei in die Entwicklung des Mini mit Maxi-Leistung eingeflossen, um Motor, Getriebe, Fahrwerk und Bremsen zu einer perfekten Einheit für Alltag und Rennstrecke zu verschmelzen, heißt es beim Hersteller. Das Basistriebwerk des John Cooper Works ist aus dem Mini Cooper S bekannt, entstammt der Zusammenarbeit von BMW und Peugeot und gehört hinsichtlich Leistungsentfaltung und Effizienz derzeit zu den besten Vertretern der Vierzylinder-Klasse.

Für das neue Topmodell der Mini-Baureihe sind die Ingenieure dem Motor unter anderem mit verstärkten Kolben, einem festeren Zylinderkopf, einem leistungsfähigeren Turbolader und einer optimierten Abgasanlage zu Leibe gerückt. Ergebnis: 155 kW/211 PS Leistung, 36 PS mehr als im Cooper S und genug, um andere erstarkte Zwerge wie den VW Polo GTI und den Opel Corsa OPC auf Distanz zu halten. Auf den Liter Hubraum heruntergerechnet sind das übrigens enorme 132 PS - ein Wert, der auch Sportwagen-Fahrer beeindrucken dürfte.

Mehr noch als die reine Leistung überzeugt in der Praxis das satte Drehmoment von 260 Nm, das praktisch über den gesamten Drehzahlbereich anliegt und per Overboost-Effekt kurzzeitig auf 280 Nm gesteigert werden kann. Damit zeigt sich der 1,6-Liter-Turbo ebenso spurtstark wie elastisch. Mit 6,9 Litern Durchschnittsverbrauch ist er selbst ohne "Efficient Dynamics"-Maßnahmen wie Start-Stopp-Automatik erfreulich genügsam, die künftigen Euro-5-Grenzwerte soll er auch schon schaffen. Nur beides gleichzeitig - sportlich und sparsam - will dem Mini naturgemäß nicht gelingen, der Fahrer muss sich jeweils für eines entscheiden.

Diese Entscheidung dürfte allerdings leicht fallen, so agil, leichtfüßig und souverän lässt sich der Cooper Works auf der Landstraße, auf der Autobahn und auf der Rennstrecke bewegen. Mit dafür verantwortlich sind das sauber gestufte Sechsgang-Getriebe, standfeste und präzise dosierbare Bremsen und das sportlich abgestimmte Fahrwerk, das bei manchen Stößen auf der Autobahn von Fahrer und Passagieren gelegentlich Nehmerqualitäten verlangt, auf kurvenreicher Piste aber mit ausgezeichneter Straßenlage gefällt. Hier zeigt sich die enge Verwandtschaft des John Cooper Works zum Rennfahrzeug des "Mini Challenge"-Markenpokals.

Über die Stabilität des Fronttrieblers wacht die serienmäßige Stabilitätskontrolle ESP mit dynamischer Traktionskontrolle DTC - manchmal sogar eine Spur zu konservativ. Per Knopfdruck auf die DTC-Taste kann der Fahrer daher die Ansprechschwelle der Traktionskontrolle heraufsetzen; dies kannte man bisher nur von den heckgetriebenen BMW. Beim Herausbeschleunigen aus schnellen Kurven lässt das System dann mehr Antriebsmoment an die Vorderräder. Bei komplett ausgeschalteter Stabilitätskontrolle erlaubt die elektronische Sperrfunktion des Vorderachs-Differenzials eine besonders sportliche Gangart. Dieser Modus sollte aber der Rennstrecke vorbehalten sein. Den Druck auf die vor dem Schalthebel platzierte Sport-Taste kann man sich aber auch im Alltag gönnen. Dadurch gewinnt die im Normal-Modus etwas zu leichtgängige Lenkung spürbar an Präzision und Rückmeldung; zugleich reagiert der Motor noch williger auf die Gasbefehle des Fahrers.

Fahrdynamisch dürfte sich der Cooper Works damit an die Spitze seines Segments setzen. Gefordert wird dafür aber auch der Preis eines ausgewachsenen Mittelklasse-Modells. Von zahlreichen Möglichkeiten zur Individualisierung spricht Markenchef Wolfgang Armbrecht. Der geneigte Mini-Interessent weiß, was das zu bedeuten hat: Die Aufpreisliste ist umfangreich, selbst für eine Klimaanlage muss der Kunde knapp 1 000 Euro zusätzlich berappen. Unter 30 000 Euro wird wohl kaum ein Cooper Works auf die Straße rollen. Michael Hoffmann/mid

Technische Daten Mini John Cooper Works:

1,6-Liter-Turbo-Benzinmotor, 155 kW/211 PS, max. Drehmoment 260 Nm bei 1 850 - 5 600 U/min, 0-100 km/h in 6,5 Sek., Höchstgeschwindigkeit 238 km/h, Verbrauch 6,9 l/100 km, CO2-Ausstoß 165 g/km, Preis ab 27 700 Euro (Clubman ab 29 500 Euro).

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