Komfortabler Cruiser
Dafür passt die sanft schaltende Automatik gut zum Gesamtcharakter des C70. Das 4,58 Meter lange Coupé ist kein betont sportliches Fahrzeug. Der Viersitzer gehört eindeutig zur Fraktion der Cruiser, nicht der Dynamiker. Entsprechend komfortabel ist auch das Fahrwerk. Es schluckt Unebenheiten sauber weg, gibt einem jedoch nicht das Gefühl von direktem Fahrbahnkontakt und satter Straßenlage. Hinzu kommt eine etwas indifferent wirkende Lenkung, die zudem dank spürbarer Antriebseinflüsse die Fahrfreuden beim Rausbeschleunigen aus Kurven etwas trübt.
Angemessene Fahrleistungen, günstiger Verbrauch
Angesichts des Ruhig-Blut-Naturells gehen die Fahrwerte des 1,7 Tonnen wiegenden C70 D5 in Ordnung: Mit 9,5 Sekunden von null auf Tempo 100 und 225 km/h Höchstgeschwindigkeit ist man eigentlich schon recht flott unterwegs. Im leichteren Volvo S40 sorgt die gleiche Motor-Getriebe-Kombination übrigens für spürbar mehr Druck. Hier dauert der 100-km/h-Sprint lediglich 8,5 Sekunden. Interessant außerdem: Der C70 2.4i mit 170 PS starkem Benziner braucht für diese Disziplin nur 9,1 Sekunden. Sonderlich antrittsstark ist der Diesel-C70 also nicht. Dafür setzt sich er sich an der Zapfsäule gekonnt in Szene: 7,3 Liter Diesel Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometer lautet die Ansage von Volvo. Nach rund 200 Testkilometern im seichten Straßenverkehr Schwedens zeigte der Bordcomputer unseres Testwagens 8,5 Liter an. Ein zeitgemäßer Wert. Zeitgemäß außerdem: Der bereits serienmäßig eingebaute Rußpartikelfilter.
Ohne direkte Konkurrenten
Angesichts der derzeit hohen Spritpreise ist der Verbrauch wohl das gewichtigste Pfund, mit dem der C70 D5 wuchern kann. Immerhin plant Volvo, ein Viertel aller Cabriolets in dieser Motorisierungen zu verkaufen. Warum auch nicht, gibt es für dieses Modell ja keinen direkten Konkurrenten. Zwar kann man die Offen-Versionen der Mittelklässler BMW 3er, Audi A4 oder Saab 9-3 mit Dieselmotor ordern. Doch alle drei sind allein mit Stoffdach erhältlich. Und dann gibt es nur die Wahl zwischen Vier- oder Sechszylindermotoren. Einen Fünfzylinder bietet einzig Volvo. Dennoch: Eine sicherlich interessante Alternative ist das A4 Cabriolet mit 2.0 TDI. Trotz der 140 PS sind die Fahrleistungen des Ingolstädters nur leicht schlechter als beim Diesel-C70. Dafür sind der Verbrauch um gut einen Liter und der Preis um fast 4.000 Euro niedriger.
Preislich dennoch gut aufgestellt
Für den C70 D5 sprechen andererseits seine serienmäßige Automatik und das elektromechanische Stahldach. Beides ist für den offenen A4 2.0 TDI nicht erhältlich. Ausstattungsbereinigt ist der preisliche Vorsprung des A4 damit nahezu aufgebraucht. Ansonsten bieten beide Modelle eine weitgehend ähnlich gute Serienausstattung. Im Falle des C70 D5 gehören in der 39.100 Euro teuren Basisversion Kinetic 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, sechs Airbags und ESP dazu. Serienmäßig sind auch vier elektrische Fensterheber, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel sowie eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Ebenfalls komfortsteigernd, aber nicht selbstverständlich sind das CD-Radio, der Tempomat und die Klimaautomatik. Preislich bewegt sich der Volvo auf nahezu gleichem Niveau mit der teuren Premium-Konkurrenz deutscher Hersteller.
(mh)
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