Veredlung oder Blasphemie?
Freitag Juni 16
Kann man einen Ferrari verbessern? Hamann beantwortet diese Frage mit einem klaren „Ja!“ und veredelt den F430 Spider im Detail.
Kann man einen Ferrari verbessern? Hamann beantwortet diese Frage mit einem klaren "Ja!" und veredelt den F430 Spider im Detail.
Wird ein Van Gogh besser, wenn man ihm weitere Pinselstriche verpasst? Nicht nur Kunstliebhaber werden diese Frage energisch mit "Nein!" beantworten. Was Autos angeht, drängt sich ein Vergleich zu Ferrari auf: Grenzt es nicht an Blasphemie, die Heiligtümer aus Maranello mit dem springenden Pferd im Wappen zu "veredeln"? Während viele Ferraristi ein verzweifeltes "Gott bewahre!" ausstoßen, hat Hamann dazu eine differenziertere Meinung. Der Laupheimer Veredler schockt die Traditionalisten mit einer knallgelben Lackierung und individualisiert den Ferrari F430 Spider im Detail.
Feintuning am Motor
Die größte Gewissensfrage stellt sich beim Motor. Den feingliedrigen V8 mit einem Turbolader oder Kompressor aufzupumpen, kam für Hamann nicht in Frage. Also ist Detailarbeit gefragt - umso schwieriger, da in diesen Leistungs-Sphären die Luft für Steigerungen recht dünn ist. Im ersten Schritt programmieren die Techniker die Motorelektronik um. Die Ausbeute kann sich sehen lassen: Statt 490 schieben den F430 Spider nun 519 springende Pferde an. Das maximale Drehmoment steigt um 25 auf 490 Newtonmeter, der Topspeed von gut 310 auf 322 km/h. Den letzten Kick gibt die spezielle Hochleistungs-Sportauspuffanlage. Dank Sportfächerkrümmer, neuen Katalysatoren und einem eigens konstruierten Vierrohr-Endschalldämpfer stellt das V8-Triebwerk nun 538 PS bereit. Auf Wunsch bieten die Laupheimer eine Zweirohr-Variante inklusive Klappensteuerung an, die für eine markerschütternde Soundkulisse sorgt.
Mehr Motor- erfordert mehr Bremsleistung. Deshalb spendiert Hamann dem Ferrari eine Sportbremsanlage. 355-Millimeter-Scheiben und Vierkolben-Sättel vorne sowie Spezial-Bremsbeläge und Stahlflex-Leitungen versprechen Verzögerungswerte auf Rennwagenniveau. Weiterhin hält der Tuner einen speziell angepassten Sportfedernsatz bereit, der den F430 Spider 30 Millimeter näher am Asphalt kauern lässt.
Bei der Entwicklung des Aerodynamikpaketes standen die Themen "Gewichts- und Leistungsoptimierung" sowie "Understatement" ganz oben im Pflichtenheft. Ein Frontspoiler akzentuiert das Gesicht des Ferrari und minimiert den Auftrieb an der Vorderachse. Breitere Schwellerflügel verleihen dem Italiener eine noch stämmigere Silhouette. Am Hinterteil sorgen Heckflügel und Diffusor gemeinschaftlich für mehr Abtrieb. Für den Venturi-Tunnel, der unter dem Fahrzeugboden die Luft kanalisiert und so das Heck stabilisiert, hat Hamann so genannte "Air Dams" entwickelt, die dessen Wirkungsgrad weiter verbessern.
Auf großem Fuß
Alle Anbauteile sind in einer Fiberglas- und einer besonders leichten und festen Carbon-Kevlar-Ausführung erhältlich.
Für den Ferrari F430 Spider hat Hamann drei Felgendesigns in 19 und 20 Zoll im Programm. Highlight des Programms ist die neue dreiteilige und geschmiedete "Edition Race"-Felge, die in ihrer größten Dimension (12,75 x 20 Zoll) nur 13,9 Kilogramm wiegt. Den Grip liefern vorne 235/30er Reifen. An der Hinterachse kommen Walzen im XXL-Maßstab 325/25 ZR 20 zum Einsatz.
Im Innenraum herrscht nach der Hamann-Veredelung die perfekte Symbiose aus Eleganz und Sportlichkeit. Volllederausstattungen in sämtlichen Farben, ein Fußmattensatz, Rennsportsitze und Einstiegsleisten mit Hamann-Logo heben die getunte Variante vom serienmäßigen F430 Spider ab.
Preise (Auszug):
Leistungssteigerung auf 538 PS: 15.811 Euro
Sportbremsanlage: 11.530 Euro
Sportfedernsatz: 690 Euro
Komplettradsatz "Edition Race" (20 Zoll): 8.480 Euro
Aerodynamik-Paket: 11.990 Euro
Thomas Harloff
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