Donnerstag Januar 17
Der Chrysler 300C startet in das neue Jahr. Drei Jahre nach der Markteinführung erhalten die Limousine und der Kombi der oberen Mittelklasse neue Ausstattungsmerkmale und einen schickeren Innenraum. Technisch ändert sich nichts, preislich hingegen schon: Chrysler erhebt einen Zuschlag von 400 Euro und verlangt für das überarbeitete Modell nun mindestens 39 900 Euro; der Kombi kostet ab 42 600 Euro.Auf Deutschlands Straßen gehört der bei Magna Steyr in Österreich gefertigte 300C zu den Exoten. Dennoch besetzt der amerikanische Charaktertyp mit seinem ausdrucksstarken, unverhohlen selbstbewussten Design offenbar eine Marktlücke. Die knapp 3 000 im Jahr 2007 in Deutschland verkauften Einheiten reichten jedenfalls aus, sich in der oberen Mittelklasse hinter den Volvo V70 auf Platz zwei der Importstatistik zu schieben und französische Mitbewerber wie Peugeot 607 und Citroen C6 abzuhängen.
Das Design des stattlichen 300C - der als viertürige Limousine und als Touring mehr als fünf Meter lang ist - hält Chrysler noch für frisch genug und hat es bis auf Kleinigkeiten wie die Position der dritten Bremsleuchte, die bei der Limousine in den Spoiler gerückt ist, nicht angerührt. Mehr hat sich hingegen im Innenraum getan: Dort ist der vormals bestenfalls durchschnittliche Materialeindruck neuen Kunststoffen in dunklen Farbtönen und handschmeichelnden weichen Oberflächen gewichen.
Typisch amerikanisch sind nach wie vor verspielte Details mit begrenztem Nutzen wie die neuen per LED beleuchteten Becherhalter und serienmäßige Annehmlichkeiten wie elektrisch verstellbare Vordersitze, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Regensensor und Tempomat. Neu hinzugekommen sind Optionen wie ein Festplatten-Navigationssystem mit Touchscreen-Monitor.
Nach dem Wegfall des Einstiegs-V6-Ottomotors ist der von der früheren Konzernschwester Mercedes-Benz gelieferte 3,0-Liter-V6-Diesel die vernünftigste Antriebswahl. Der laufruhige Selbstzünder wirkt jedoch trotz seiner 160 kW/218 PS Leistung angesichts eines Fahrzeuggewichts von rund zwei Tonnen bisweilen angestrengt. Ein wenig Esprit geht auch durch die etwas träge Fünfgang-Automatik verloren, die jedoch durch geschmeidige Gangwechsel überzeugt. Beim Verbrauch entscheidet der Diesel das Rennen gegen die beiden alternativ angebotenen V8-Benziner mit 250 kW/340 PS und 317 kW/431 PS. Während sich der Selbstzünder mit 8,1 Litern Diesel je 100 Kilometer zufrieden gibt, verlangen die Hemi-Achtzylindermotoren nach durchschnittlich 12,1 Liter Super beziehungsweise 14 Liter Super. Der Diesel kommt außerdem der Stärke des 300C als entspanntem Langstrecken-Tourer mit passablem Federungskomfort entgegen. Kurvenfahrten sind hingegen nicht sein Metier. Obwohl straffer als viele Ami-Schlitten abgestimmt, wirkt der Hecktriebler hier schwerfällig und etwas ungelenk. Freunde amerikanischer Autos hat das aber bislang noch nie gestört. Michael Hoffmann/mid
Technische Daten Chrysler 300C 3.0 CRD:
Limousine und Kombi der oberen Mittelklasse; 3,0-Liter-V6-Dieselmotor, 160 kW/218 PS, max. Drehmoment 510 Nm bei 1 600-2 800 U/min, 0-100 km/h in 8,7 Sek., Höchstgeschwindigkeit 230 km/h, Verbrauch 8,1 Liter/100 km, CO2-Ausstoß 215 g/km, Preis ab 39 900 Euro.
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