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Santa Fe 2.2 CRDi: Eleganz für das urbane Abenteuer

Santa Fe 2.2 CRDi: Eleganz für das urbane Abenteuer
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Der neue Hyundai Santa Fe verkauft sich wie geschnitten Brot. Ein Praxistest mit dem 150-PS-Turbodiesel klärt, warum.

Selbstbewusster Auftritt
Think Big. Diese Maxime gilt beim koreanischen Autohersteller nicht nur für die ehrgeizigen Verkaufsziele, sondern auch für die Weiterentwicklung des Santa Fe. Erinnern Sie sich noch an den Vorgänger? Eine Blechlandschaft, bizarr geschwungen wie Berge von New Mexico. Der neue Santa Fe gibt sich sportlich-elegant. Kraftvolle Rundungen prägen das Design. Die Frontscheinwerfer sind weit in die Kotflügel gezogenen, eine schwungvoll ansteigende Schulterlinie ziert die Fahrzeugflanke. Dazu zwei fette Auspuffrohre am Heck und 17-Zoll-Alufelgen in den Radhäusern. Das sieht schon im Stand dynamisch aus.

Edel verkauft sich gut
Der Testwagen verfügt über eine Fünfgangautomatik und das Comfort Paket (elektrisch verstellbare und beheizbare Ledersitze, Tempomat und abgedunkelte Seitenscheiben). Kostenpunkt: 36.570 Euro. Nicht zu viel für ein ausgewachsenes SUV, das optisch einem VW Touareg das Wasser reichen kann. Der Wolfsburger startet als Diesel bei 41.450 Euro. Mit 174 PS, aber ohne Lederausstattung. Der Santa Fe bietet 150 PS. Dennoch, dachten Zweifler bei der Markteinführung im Frühjahr, für einen Koreaner ist die Preisgestaltung mutig. Die Kundschaft sieht das offenbar anders: Inzwischen hat der in allen Dimensionen kräftig gewachsene Santa Fe seinen Vorgänger bei den Zulassungszahlen deutlich überflügelt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat brachte der September ein sattes Plus von 106 Prozent (gesamt: 662 Fahrzeuge). Auch der kleine Bruder Tucson konnte im Fahrwasser des erfolgreichen Santa Fe um knapp ein Drittel zulegen.

Weniger ist mehr
Trotz traditionell umfangreicher Ausstattung ist bei Hyundai der Verzicht ein Weg zum Erfolg. Etwa der Verzicht auf Hightech wie mitlenkende Xenonscheinwerfer. Stattdessen gibt es konventionelle H7-Scheinwerfer. Die legen jedoch einen langen, hellen Lichtteppich vor das Fahrzeug. Wenn gewünscht, kann auch auf Allradantrieb verzichtet werden. Das spart dem Kunden immerhin 2.500 Euro. Allerdings gibt es dann auch nur eine manuelle Anlage statt einer Klimaautomatik. Ein erfolgreiches Konzept: Beim Vorgänger wählte nur jeder Vierte die Allrad-Option. Beim neuen Santa Fe greifen dagegen 60 Prozent Allradantrieb. Auch eine Folge der Höherpositionierung des Fahrzeugs beim Modellwechsel. Inzwischen bieten viele Hersteller SUV-Optik mit Frontantrieb. Allerdings praktiziert dies nur Hyundai auch im gehobenen Preissegment. Auf dem Heck des Testwagens prangt allerdings das prestigeträchtige 4WD.

Wiese statt Gelände
Die Hinterräder schalten sich automatisch zu. Bis zu 50 Prozent der Antriebskraft landen dort. In der Praxis merkt man davon nichts. Außer, dass die Vorderräder auch auf nasser Fahrbahn nicht durchdrehen. Im Gelände kann eine 50-zu-50-Kraftverteilung zwischen den Achsen per Knopfdruck aktiviert werden. Das funktioniert bis zu einer Geschwindigkeit von 35 km/h. Dann meistert der Santa Fe mit sicherem Tritt auch Wasserdurchfahrten von bis zu 50 Zentimeter Tiefe. Normalerweise dürfte der Santa Fe aber eher einen Pferdehänger von der nassen Koppel ziehen als seine gut 20 Zentimeter Bodenfreiheit über Felsen zu bugsieren. Bis zu zwei Tonnen darf der Koreaner an den Haken nehmen, die Zuladung beträgt eine halbe Tonne.

Schön gemacht
Nicht nur in den vornehmen Kreisen der Reiterschaft wird man sich an dem neuen Innenraum freuen: Klare Formen und dunkle Kunststoffe, geschmückt mit
Verkleidungen, die Holz und gebürstetes Aluminium routiniert imitieren. Und als i-Tüpfelchen: rote Ziernähte im schwarzen Leder. Nobel, nobel. Der Praxistest auf den Polterstraßen in und um Berlin zeigt, dass es nicht nur schöner Schein ist. Die Karosserie macht einen sehr steifen und soliden Endruck. Im Kofferraum haben zwischen 528 und 1.528 Liter Gepäck Platz - mehr als so mancher Van schluckt. Als Option bietet Hyundai eine im Boden versenkbare dritte Sitzreihe. Die kostet inklusive separater Klimaanlage und Niveauregulierung 1.490 Euro. Allerdings machen die Platzverhältnisse dort nur Kinder glücklich. Folgerichtig verzichtet der Testwagen darauf. Unter dem Kofferraumboden steckt stattdessen ein weiteres Staufach.

Entspannte Fahrer
Auf den ersten beiden Sitzreihen gibt es für Kopf, Beine und Schultern viel Bewegungsfreiheit. Die Polster sind straff, doch besonders die Vordersitze bieten dem Körper nur wenig Seitenhalt. Dafür gibt es eine elektrisch verstellbare Lordosenstütze für die Wirbelsäule. Insgesamt animiert der Santa Fe trotz straffer Federung eher zum entspannten Gleiten. Ein weiterer Grund dafür ist die Fünfgangautomatik. Sie vermittelt bei jedem Schaltvorgang sanfte Gelassenheit. Sportlich ambitionierte Fahrer wünschen sich einen spontaneren Kickdown. Doch sie sind bei den hochbeinigen SUV sowieso im falschen Segment gelandet. Von wenigen Ausnahmen wie dem BMW X3 einmal abgesehen. Der verlangt dafür beim Federungskomfort deutlich Kompromisse. Im Santa Fe werden die Passagiere nur selten von Straßenschäden belästig.

Zahlen, die zählen
Wer es genau wissen will: von 0 auf 100km/h geht es in 12,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 179 Stundenkilometern erreicht. Unter kraftvollem Brummen entwickelt der Vierzylinder 150 PS und 335 Newtonmeter Drehmoment, die er ab 1.800 Umdrehungen zu den Rädern wuchtet. Gut für den Zwischenspurt auf der Landstraße. Beim Verbrauch, oft die Achillesferse der SUV, liegt der Santa Fe ebenfalls gut im Rennen. Zwischen sieben und neun Liter genehmigte sich der 2,2-Liter-Turbodiesel im Schnitt. Nur mit schwerem Gasfuß werden es auf langen Autobahnetappen mal bis zu vier Liter mehr. Mit ESP und sechs Airbags ist der Koreaner auch bei der Sicherheitstechnik auf der Höhe der Zeit.

Fazit: Mit dem neuen Santa Fe hat Hyundai ein attraktives SUV auf die Räder gestellt. Die Technik hält, was die Optik verspricht.

http://www.mototype.de, Holger Schilp

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