- ausreichender 1,6-Liter-Benziner |
- nur Euro-4-Einstufung, nicht gerade sparsam |
- starke Wank- und Nickbewegungen |
- Stöße bei unebenem Straßenbelag |
- variabler Innenraum, hoher Sitzkomfort hinten |
- keine Fondtüren, wenig Kofferraum |
- sehr gute Ausstattung |
- hoher Einstiegspreis, Kopfairbags nicht verfügbar |
Einsteigen via Hecktür?
Für ein Familienauto fehlen dem be bop auch die Fondtüren. Zwei Kleinkinder auf die Rücksitze zu verfrachten und dann noch in den Sitzschalen anzuschnallen, ist Schwerstarbeit. Größere Kinder können via Hecktüre einsteigen, sagt man bei Renault. Zunächst ist das einleuchtend, denn es bereitet keine Probleme, über die Heckstoßstange ins Auto zu klettern, sich zwischen den beiden Fondsitzen hindurchzuschieben und Platz zu nehmen. Doch der be bop besitzt statt einer Heckklappe eine seitlich angeschlagene Türe, die sich in engen Parklücken kaum weit genug öffnen lässt.
Unkonventionelles Frischluft-Dach
Eine Klappe ließe sich nicht mit dem Hauptvorteil des be bop vereinen: dem unkonventionellen Dach. Der hintere Teil davon lässt sich manuell nach oben und vorne bewegen, sodass die Fondpassagiere unter freiem Himmel Frischluft tanken können. Die hinteren zwei Sitze - der be bop ist nur ein Viersitzer - sind also beileibe nicht die schlechteren. Rückt man die längs verschiebbaren Möbel nach hinten, genießt man Beinfreiheit wie in der Oberklasse. Die Kopffreiheit ist ohnehin fürstlich. Die Arme ruhen bequem auf den Vorsprüngen der Innenraumauskleidung, die fast Fensterbrett-Format besitzen und die Überlegung nahe legen, ob hier nicht Blumentöpfe am Platze wären.
Ein wenig Trucker-Romantik
Auch vorne sitzt man angenehm. Die Sitzbezüge erfreuen mit ihren frischen Farben und oben am Armaturenbrett gibt's in der orangefarben lackierten Version einen großen Klecks blaue Farbe. Allerdings sind die Insassen allseitig von Hartplastik umgeben, und der untere Teil des Innenraums ist im typischen Renault-Grau gehalten.
Starke Neigung zum Wanken und Nicken
Da guckt man besser durch die riesige Frontscheibe nach draußen und freut sich über die hohe Sitzposition. Dabei kommt schon mal Trucker-Romantik auf, allerdings auch mit den negativen Aspekten: Wie ein Rennwagen lässt sich der Kangoo nicht fahren, denn der hohe Schwerpunkt sowie das Fahrwerk lassen das Auto stark wanken und nicken. Auch die beiden angebotenen Motoren lassen sportliche Ambitionen schnell ersterben. Man hat die Wahl zwischen einem 106 PS starken 1,6-Liter-Benziner und einem 103-PS-Diesel mit 1,5 Liter Hubraum. Beides sind altbekannte Aggregate, die den rund 1,4 Tonnen schweren be bop angemessen, aber nicht gerade freud- und schwungvoll bewegen. Die Aggregate erfüllen nur die Euro-4-Abgasnorm, und besonders der Benziner ist mit 7,9 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer nicht ganz sparsam. Die Schaltung erfordert etwas Kraft beim Einlegen der Gänge - beim Benziner sind es fünf, beim Diesel einer mehr.
Ab knapp 17.000 Euro
Den be bop gibt es ab 16.950 Euro. Ein Billigheimer ist er also nicht, denn Opel Meriva oder Citroën C3 Picasso sind schon für rund 15.000 Euro zu haben, wenn auch mit etwas schwächeren Motoren. Die Serienausstattung des nur in einer Ausstattung angebotenen jungen Jazzmusikers ist allerdings auch umfangreich. Dazu gehören nicht nur ein CD-Radio, eine Klimaanlage, 16-Zoll-Alufelgen, Nebelscheinwerfer und elektrisch einstell- sowie anklappbare Außenspiegel, sondern sogar eine Licht- und Scheibenwischerautomatik. Selbst die zweifarbige Metallic-Lackierung ist serienmäßig. Das Sicherheitspaket ist allerdings nicht komplett, denn die wichtigen Kopfairbags gibt es anders als beim Kangoo nicht einmal gegen Aufpreis.
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