Ein Hummer lernt fliegen
Mittwoch Oktober 18
556 PS, 30-Zoll-Chromräder und Flügeltüren: Mit dem Hummer GT lässt es der Münchner US-Car-Tuner Geigercars.de mal wieder so richtig krachen!
Ein Hummer ist ab Werk schon eine mehr als stattliche Gestalt und damit pure Unvernunft in Form eines Automobils. Doch einer schafft es immer wieder, diese mit seinen Kreationen auf die Spitze zu treiben: Der US-Car-Spezialist und -Tuner Geigercars.de. Nach dem "Hannibal", seines Zeichens eher Monster-Truck als Geländewagen, einem 700 PS starken Hummer H2 im Polizei-Outfit oder einem Stretch-Hummer für besondere Anlässe, folgt nun der Hummer GT. Und einmal mehr stellen die Münchner alles bisher Dagewesene in den Schatten. Denn Geigers neueste Kreation hat Flügeltüren und Chromfelgen im 30(!)-Zoll-Format zu bieten.
Vier Räder für 28.000 Euro
Fährt der Hummer GT vor, sticht als erstes die Heritage-Sonderlackierung ins Auge. Die Farbkombination Hellblau/Orange soll Assoziationen ans legendäre Gulf-Outfit der Rennwagenikone Ford GT 40 wecken. Beim genaueren Hinsehen fällt dann aber das riesige Schuhwerk auf: 10x30 Zoll große Felgen bedeuten selbst in der Welt getunter Hummer-Boliden eine neue Dimension. Die verchromten Schmiederäder tragen rundum Reifen des Typs "Pirelli Scorpion Zero". Auch deren Format beeindruckt: Mit 315/30er Reifen würden die meisten anderen Autos wohl einfach am Asphalt kleben bleiben. Kostenpunkt des Radsatzes: 28.000 (in Worten: Achtundzwanzigtausend) Euro! Diejenigen, die nicht bereit sind, soviel Geld für einen Radsatz auszugeben, können sich auch für kleinere Varianten entscheiden. Die Spanne beginnt bei 20 Zoll.
Vordere Flügeltüren, die sich entweder "guillotinenartig" oder normal öffnen lassen, runden den martialischen Auftritt ab.
Doch nicht nur die Optik, auch der Motor profitiert vom Geiger-Tuning. Den Sechsliter-V8 des H2 rüstet Geigercars.de mit einem Kompressor-Kit und einer Edelstahl-Auspuffanlage mit Fächerkrümmern auf. Wenn die Ingenieure schließlich per geänderter Motorelektronik alle Komponenten aufeinander abgestimmt haben, liefert das Hummer-Aggregat bärige 556 PS. Zum Vergleich: Das Basistriebwerk bringt es im Serientrimm lediglich auf 325 PS. Noch größer ist der Drehmomentsprung von 490 auf maximal 765 Newtonmeter - gigantisch!
Lächerliche Fahrleistungen? Von wegen!
Dem gegenüber scheinen die Fahrleistungen geradezu lächerlich. 225 km/h Topspeed und 7,9 Sekunden von Null auf Hundert - das kann jeder 150-PS-Mittelklasse-Diesel besser. Führt man sich aber vor Augen, dass die Hummer-Entwickler das Wort "Aerodynamik" seinerseits strikt aus dem Lastenheft verbannt haben, sind die Werte durchaus beachtlich. Zumal der Serien-H2 nur 160 km/h Topspeed und rund elf Sekunden beim Standardsprint schafft.
Wer sich für das Geigercars.de-Sportfahrwerk entscheidet, verabschiedet sich von einem großen Teil Geländegängigkeit, verbessert aber im Gegenzug die Straßenperformance. Grund: Dank 100 Millimeter Tieferlegung bewegt sich der Schwerpunkt einige Stockwerke nach unten. Eine straffere Abstimmung und Sportstabilisatoren verringern die Seitenneigung bei schneller Kurvenfahrt. Für gut 10.000 Euro zusätzlich hält ein Sportbremssystem die Bärenkräfte im Zaum. Die Anlage arbeitet an der Vorderachse mit 380 Millimeter großen, gelochten und innenbelüfteten Bremsscheiben sowie Achtkolben-Festsätteln.
Die inneren Werte
Die inneren Werte des Hummer GT betont Geigercars.de mit Carbondesign-Applikationen und farbig auf die Karosserie abgestimmten Instrumenten. Auch das Multimediasystem hat es in sich: Es beinhaltet Navigationssystem, DVD-Player, TV-Empfang und zwei LCD-Monitore, die aus dem Armaturenbrett und einer speziell angefertigten Dachkonsole ausfahren.
Bleibt noch die Preisfrage zu klären: 133.900 Euro möchte Geigercars.de für den Hummer GT überwiesen haben. In Anbetracht dessen, was an Versicherung, Steuern und vor allem Spritkosten fällig wird, fast ein Schnäppchen. Aber auch nur fast...
Thomas Harloff
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