- sehr laufruhiger Turbo-Topdiesel- günstiger Verbrauch |
- komfortabel, erlaubt dennoch sportliches Fahren- schluckt Unebenheiten aller Art, wankt kaum |
- ansprechendes Design, gute Verarbeitung |
- zu hohe Sitzposition für Fahrer und Beifahrer |
- umfangreiche Ausstattung, viele Sicherheitsfeatures- günstiger als deutsche Premiumautos |
Komfortable Fortbewegung
Fahrdynamisch zeigt sich der Mazda 6 auf der Höhe der Zeit: Er lässt sich sportlich bewegen, wenngleich die Priorität eher auf der komfortablen Fortbewegung liegt. Dabei ist dem Wagen erfreulicherweise das Wanken in Kurven weitgehend fremd. Die Lenkung empfanden wir als angenehm direkt und sowohl die Fünf- als auch die Sechsgang-Schaltung überzeugen mit leichter Bedienung auf kurzen Wegen - das kriegen viele andere Autohersteller nicht so gut hin.
Mazda 6 verkauft sich gut
Und so erweist sich der neue Mazda 6 als Erfolgsnummer: Bisher konnten in Europa davon bereits 80.000 Einheiten verkauft werden, zwei Drittel davon als Diesel. In Deutschland wurden bis Ende Oktober 9.800 Wagen abgesetzt. Der neue Common-Rail-Diesel entspricht nach Einschätzung von Mazda der bislang noch steigenden Nachfrage in Europa nach Leistung. Das Unternehmen geht in Deutschland von einem Verkaufsanteil von 36 Prozent aus.
185 PS mit zweiflutiger Auspuffanlage
Was bringt nun der neu entwickelte Vierzylinder-Diesel? Als Entwicklungsziele wurden ihm geringer Verbrauch, geringe Emissionen und eine hohe Laufruhe ins Lastenheft geschrieben. Für die kurvige Teststrecke auf Mallorca haben wir uns den 185 PS starken Turbodiesel geschnappt. Während der (mit 700 Euro zu bezahlende) Unterschied zwischen der 125- und der 163-PS-Variante in einem anderen Chip mit einer anderen Steuerungssoftware besteht, werden die 185 PS auch durch eine geänderte Hardware wie eine zweiflutige Auspuffanlage hervorgebracht.
Vorwärtsdrang mit 400 Newtonmeter
Die "High-Power-Ausführung" des Diesels in unserem Testwagen kann rundum überzeugen. Einzig eine gewisse Anfahrschwäche lässt den 1,6-Tonner aus den engen Kehren der mallorquinischen Serpentinenstrecken nur bedächtig rauskommen, aber dreht die Maschine erst mal über 2.000 Touren, ist der Vorwärtsdrang der 400 Newtonmeter Drehmoment schier unbändig. Man fragt sich, wozu kleine Sechszylinder-Benziner angesichts dieses Drucks eigentlich gut sein sollen.
Noch keine Automatik verfügbar
Und obwohl sich das Sechsgang-Getriebe auf kurzen Wegen wie Butter schalten lässt, ärgern wir uns doch, dass es keine Automatik für den Diesel gibt und die Mazda-Ingenieure sich auch noch zwei bis drei Jahre Zeit nehmen wollen, bis sie ihr eigenes Doppelkupplungs-Schaltgetriebe fertig haben. So etwas wäre bei dieser Maschine eigentlich optimal.
Leiser und vibrationsarmer Lauf
Doch ansonsten überzeugt der Mazda 6 2.2 MRZ-CD mit seinen 185 PS auf der ganzen Linie, die vielen Detailmaßnahmen für diesen Motor haben sich gelohnt: Das neue Common-Rail-System mit Einspritzdüsen, die nun zehn statt acht Löcher aufweisen, die Steigerung des Einspritzdrucks von 1.800 auf 2.000 bar, die verbesserte variable Schaufelgeometrie des Turboladers und vor allem der hochsteife Motorblock aus Aluminium mit einer Ausgleichswelle sorgen für einen sehr leisen und vibrationsarmen Lauf. Nur bei ausgeschaltetem Radio lässt sich gelegentlich noch ein Nageln erahnen und die Motorgeräusche beim Hochbeschleunigen erinnern eher an einen Benziner.
Innovativer Dieselpartikelfilter
Auch mit dem 2,2-Liter-Diesel ist der Mazda 6 auf Komfort ausgelegt - wenn auch sportlich schnelles Fahren kein Problem darstellt - und daher passt der neue Motor exzellent zu dem Wagen. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass die Japaner als Weltpremiere einen komplett neuen Dieselpartikelfilter konstruiert haben. Eine neue Keramikstruktur erlaubt im Gegensatz zu bisherigen Konstruktionen das Eindringen von Sauerstoff in das Trägermaterial und beschleunigt so die Verbrennung der Rußpartikel. Das resultiert in einem geringeren Verbrauch und weniger Emissionen.
Zu hohe Sitzposition
Fahren im Mazda 6 macht Spaß. Einziges Manko: Die Sitzposition ist recht hoch und zwar sowohl bei den von Hand verstellbaren Stoffsitzen als auch bei den elektrisch bewegten Pendants aus Leder. Und das gilt für große und für kleinere Leute. Gut: Die Bedienung des Mittelklässlers ist durchdacht und gibt keine Rätsel auf. Allenfalls die Funktionen der Lenkradtasten, die in den Topausstattungen vorhanden sind, wollen erlernt werden. Und so haben wir doch etwas Übung gebraucht, um damit den durchschnittlichen Verbrauch unserer ersten Testfahrt anzuzeigen. Der lag dann über acht Liter, obwohl Mazda für den kombinierten Zyklus 5,7 Liter angibt. Immerhin kann sich der CO2-Ausstoß von 152 g/km angesichts des Leistungsvermögens sehen lassen.
Spurwechsel-Assistent
Die Höchstgeschwindigkeit des 185-PS-Mazda-6-Diesels beträgt 218 km/h, die Beschleunigung von null auf hundert dauert 8,3 Sekunden. Man kann also ziemlich schnell unterwegs sein. Da kommt es gerade recht, dass Mazda als Weltneuheit für einen japanischen Automobilhersteller in Europa einen Spurwechsel-Assistenten anbietet. Das "Rear View Monitoring-System besteht aus zwei Weitwinkel-Mikrowellen-Radarmodulen mit 24 GHz, die in der linken und rechten Seite des hinteren Stoßfängers montiert sind.
Gegen den "toten Winkel"
Bei Geschwindigkeiten über 60 km/h wird der Fahrer auf Fahrzeuge aufmerksam gemacht, die sich von hinten nähern, damit er nicht unbedacht die Fahrspur wechselt. Auch Fahrzeuge im "toten Winkel" sowie Motorräder werden auf diese Weise entdeckt. Auch bei widrigen Wetterverhältnissen soll das System funktionieren. Das System deckt die linke und rechte Spur bis zu einer Reichweite von 50 Meter ab. Im Innern des Mazda 6 sind im Bereich der Außenspiegel Warnlichter angebracht. Wenn ein Fahrzeug nur noch fünf Sekunden vom Mazda 6 entfernt ist, leuchtet das Warnlicht der entsprechenden Seite auf. Setzt man den Blinker zum Spurwechsel, während sich ein anderes Fahrzeug im Gefahrenbereich befindet, blinkt das Warnlicht und zusätzlich ertönt ein akustisches Signal.
Umfangreiche Ausstattung
Die Ausstattung des Mazda 6 ist recht umfangreich. Schon die Basisvariante "Comfort" enthält aktive Kopfstützen, eine manuelle Klimaanlage, ein CD-Radio oder 16-Zoll-Alufelgen. "Comfort" ist aber nur mit dem 125-PS-Basisdiesel kombinierbar. Weitere drei Ausstattungslinien stehen bereit. Alle können mit den drei Karosserieformen kombiniert werden. Die Variante "Top" etwa enthält ein Bose-Soundsystem, Bi-Xenon-Licht, Bluetooth, eine Reifendruck-Kontrolle, 18-Zoll-Alus, Leder und mehr. Zusätzlich kann ein DVD-Navigationssystem mit Touchscreen geordert werden oder ein Glasschiebedach und eine Metallic-Lackierung. Unsere Bilder zeigen die Version "Dynamic", die ähnlich wie "Top" ausgestattet ist, aber sportliche Anbauteile bietet.
Nicht billig, aber billiger als "Premium"
Richtig billig ist der Mazda 6 allerdings nicht: So kostet der Kombi mit 185 PS in der preiswertesten Ausstattung "Exclusive" 29.800 Euro. Ein Ford Mondeo, ebenfalls mit 2,2-Liter-Diesel und 175 PS (in keiner Form identisch mit der Mazda-Maschine), ist als "Trend" für 28.750 Euro zu haben. Ein Mercedes 220 CDI T-Modell schlägt als "Classic" aber schon mit 36.979 Euro zu Buche. Und ein Audi A4 Avant mit 2.0 TDI ist als "Attraction" für 34.150 Euro auch wesentlich teurer als der Mazda 6. Der preiswerteste Mazda 6 Kombi ist der "Comfort" mit 125 PS für 25.900 Euro.
Teilen Sie Ihr wissen
ADAC - Staumeldungen: