Der Stachel sitzt tief
Dienstag Februar 19
Das lange Warten hat ein Ende: Endlich stellt Fiat dem neuen 500 eine Abarth-Version zur Seite. Weltpremiere feiert der Rennfloh auf dem Genfer
Autosalon.
Der Skorpion ist endgültig zurück! Ein Jahr nach ihrem Comeback in den Genfer Messehallen feiert die Kultmarke Abarth am Lac Leman die Weltpremiere des neuen 500 Abarth. Mit seinem Aufsehen erregenden Outfit, 135 PS und einigen technischen Feinheiten gehört der Rennknirps zu den Highlights des Autosalons, der in diesem Jahr vom 6. bis 16. März stattfindet.
Fiats Centro Stile hat dem 500 Abarth einen perfekt sitzenden Trainingsanzug auf das Chassis geschneidert. Schon seine Mimik verrät, dass der kleine Italiener nicht zu Späßen aufgelegt ist. Beispiel Frontschürze: Runde Nebelscheinwerfer trennen den mittigen Lufteinlass für den Wasserkühler von den beiden Pendants, die dem Ladeluftkühler Frischluft zufächern. Zwei weitere Öffnungen zur Kühlung der Bremsen befinden sich an den Flanken des Stoßfängers. Über der Schürze präsentiert der Abarth wie die historischen Vorbilder der Sechziger Jahre eine nasenartig vorgewölbten Motorhaube, die Platz für den Turbolader schafft. Darauf prangt stolz das Firmenlogo, der legendäre Skorpion auf gelb/rotem Grund.
Zahlreiche Rennsport-Zitate
Neue Seitenschweller betonen die Rundungen der Cinquecento-Karosserie. Speziell gestaltete 16- oder 17-Zoll-Räder, rot lackierte Bremssättel und Außenspiegel sowie ein durchgehend roter Seitenstreifen mit Abarth-Schriftzug fügen sich stimmig ins emotionale Design ein. Dieses gipfelt in einem Heck, das in der Kleinwagenklasse seines Gleichen sucht: Der nach hinten verlängerte Dachaufbau geht in einen Spoiler über. Der hintere Stoßfänger nimmt mit einem üppigen Diffusor und Luftauslass-Schlitzen das Design des vorderen Gegenstücks auf. Die Abgase gelangen über zwei runde Auspuff-Endrohre ins Freie. Ein weiteres Abarth-Logo verrät, dass man da eben von keinem normalen Fiat 500 überholt worden ist.
Damit der Fiat 500 fahrdynamisch das halten kann, was die Optik verspricht, werkelt allerlei Hightech unter dem Blechkleid. Beispiel Motor: Per Turbolader mit variabler Turbinengeometrie pumpen die Fiat-Ingenieure das 1,4-Liter-Motörchen auf 135 PS auf. Das maximale Drehmoment beträgt im Normalmodus 180 Newtonmeter, kann per Druck auf die Sporttaste aber auf 205 Newtonmeter angehoben werden. Lobenswert: Laut Fiat erfüllt das Aggregat schon jetzt die Grenzwerte der Euro 5-Abgasnorm.
Technische Feinheiten
Die neue Traktionskontrolle namens "Torque Transfer Control" TTC hilft, die Power möglichst verlustfrei über die Vorderräder auf den Boden zu bringen. Geschaltet wird manuell über eine speziell ausgelegte Fünfgangbox. Ein elektronisches Gaspedal ("Drive by wire") soll Beschleunigungsbefehle direkter umsetzen als ein mechanisches Pendant. Für negative Beschleunigung in Form von ausreichend zur Verfügung gestellter Verzögerungsenergie soll eine groß dimensionierte Bremsanlage sorgen.
Zahlreiche Ausstattungsfeatures transportieren den äußerlich zur Schau gestellten Racinglook ins Interieur. Schwarz-rote Sportsitze, speziell konzipierte Instrumente, eine Ladedruckanzeige und das Dreispeichen-Sportlenkrad mit Markenlogo zaubern ebenso Rennwagenambiente ins Abarth-Cockpit wie Aluminium-Pedale oder der ergonomisch geformte Schalthebel. Eine Ganganzeige mit LED-Signalen für den optimalen Schaltzeitpunkt dürften endgültig für pures Rallyefeeling beim Piloten sorgen. Fehlt nur noch, dass der Beifahrer aus dem "Gebetbuch" vorliest und die nächsten Kurven ansagt.
Die Rennsportkarriere des Fiat 500 Abarth ist übrigens bereits vorgezeichnet: Die Straßenversion kann bei den europaweit rund 120 Spezial-Tunern mit einem Kit zum 500 Abarth SS Assetto Corsa umgebaut werden. Damit können ambitionierte Abarth-Fans an Rundstrecken-Rennen teilnehmen. Um den Vertrieb kümmert sich übrigens ein eigenes Händlernetz, das nach Italien jetzt auch in der Schweiz und Österreich seine Arbeit aufnimmt. In Europa sollen insgesamt 60 Händler und 180 Service-Werkstätten installiert werden. Hierzulande öffnen die ersten Abarth-Händler im Sommer ihre Pforten. Allerdings werden diese anfangs nur den Grande Punto Abarth anbieten können; der giftige 500er, dessen Preis noch nicht feststeht, folgt laut Fiat erst im Herbst.
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