Montag März 19
Mit einer Dieselvariante seines Flaggschiffs Grandeur ergänzt der Automobilhersteller Hyundai jetzt sein Angebot in der oberen Mittelklasse. Ab sofort ist die Reiselimousine mit dem laufruhigen Selbstzünder für vergleichsweise günstige 41 640 Euro zu haben. Der Preis erscheint vor allem dann besonders attraktiv, wenn man das großzügige Ausstattungspaket der Stufenhecklimousine betrachtet. Die Erweiterung der Antriebspalette durch den Diesel dürfte allerdings nichts daran ändern, dass das Modell für die Koreaner in Deutschland vor allem ein Prestige-Objekt bleibt. Im vergangenen Jahr setzte der Hersteller lediglich knapp 400 Einheiten der Limousine ab.Mit seinem klassischen und zeitlosen Design verzichtet das Hyundai-Flaggschiff auf optische Experimente. Im Innenraum macht der Grandeur seinem Namen alle Ehre und bietet bequem fünf Insassen Platz, während der 523 Liter große Kofferraum problemlos deren Gepäck aufnimmt. Die Armaturen im Autoinneren sind übersichtlich, die Bedienelemente auf der Mittelkonsole sind logisch platziert und einfach zu erfassen, jedoch mangelt es vor allem beim kombinierten Radio-Navigationsgerät an der optischen Integration in das Gesamtbild.
Angetrieben wird die 1,7 Tonnen schwere Limousine von einem überraschend kultivierten 2,2-Liter-Common-Rail-Diesel mit 114 kW/155 PS. Der Vierzylinder erreicht zwischen 1 800 und 2 500 Umdrehungen ein maximales Drehmoment von 343 Nm, in höheren Drehzahlbereichen fehlt ihm aber schnell die Durchzugskraft. In vergleichsweise gemächlichen 11,4 Sekunden beschleunigt der Fronttriebler, der unter anderem gegen Wettbewerber wie den Peugeot 607 und Citroen C6 antritt, von null auf 100 km/h.
Die angenehme Laufkultur hält der Grandeur jedoch auch bei hohen Geschwindigkeiten und zeichnet sich dadurch als bequemes Reisefahrzeug für lange Autobahnetappen aus. Die Fünfstufen-Automatik wechselt zügig und ohne merkliche Schaltpausen den Gang. Das Fahrwerk ist weich und komfortabel ausgelegt; weil auch die Lenkung eher indirekt auf Befehle des Fahrers reagiert, sind kurvige Landstraßen nicht das bevorzugte Terrain des Koreaners. Mit einem Verbrauch von 7,9 Litern auf 100 Kilometern zeigt sich der Diesel, der mit einem serienmäßigen Partikelfilter ausgestattet ist, relativ sparsam.
Bei der Serienausstattung lässt sich der Hersteller nicht lumpen: Im Paket sind ESP, acht Airbags, eine Einparkhilfe sowie eine Zentralverriegelung inklusive Alarmanlage enthalten. Eine Zwei-Zonen-Klimaanlage, eine CD-Audioanlage mit sechs Lautsprechern samt Navigationssystem, Ledersitze und Sitzheizung vorne sorgen für Bequemlichkeit ohne Aufpreis. Zahlen muss der Kunde lediglich für ein elektrisches Schiebedach, das für 930 Euro zu haben ist, und für Metallic-Lack, der in Silber, Grau oder Rot 690 Euro mehr kostet. S. Schwarz/A. Wolff/mid
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