Mitsubishi Pajero: Neue Auflage des Geländeklassikers

Eltville, 19. Dezember 2006 – Der Mitsubishi Pajero steht seit nunmehr 24 Jahren als Synonym für Geländegängigkeit auf schwierigstem Untergrund. Wir haben die mittlerweile vierte Auflage des erfolgreichen Arbeitstiers mit dem 3,8-Liter-V6-Benziner als Fünftürer noch vor der Markteinführung im Februar 2007 sowohl on- als auch offroad getestet.

Ein Pajero bleibt immer ein Pajero
Laut Mitsubishi wurden seit der Markteinführung im Jahr 1982 über zweieinhalb Millionen Stück des Geländewagens verkauft – allein 150.000 in Deutschland. Interne Kundenbefragungen ergaben eine Loyalitätsrate der Pajero-Eigner von 70 Prozent. Getreu dem Motto „Ein Pajero bleibt immer ein Pajero“ verwundert deshalb auch nicht, dass die Veränderungen an der neuen Modellgeneration marginal ausfielen. Bei genauem Anblick erkennt man die neu gestalteten Scheinwerfer, die etwas runderen und weicheren Formen und ein um fünf Zentimeter nach unten versetztes Reserverad auf der Heckklappe.

V6-Benziner mit 250 PS unter der Haube
Unter der Haube des Offroaders arbeitet ein 250 PS starker V6-Benziner mit 3,8 Litern Hubraum. In den USA treibt derselbe Motor das Sportcoupé Eclipse an. Ganz so flott wie im Selbigen geht es sicherlich nicht voran, die Sprintdaten des Pajero können sich dennoch sehen lassen: 10,8 Sekunden verstreichen, ehe der Geländewagen die 100-km/h-Marke passiert. Für ein 2,2-Tonnen-Fahrzeug mit 3.300 Kilo Anhängelast ein allemal respektabler Wert. Der Motor regelt bei einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h ab. Den von Mitsubishi angegebenen Verbrauch von 13,5 Litern können wir nach ersten Testfahrten allerdings nicht bestätigen. Je nach Fahrweise genehmigt sich der neue Pajero eher 15 bis 16 Liter auf 100 Kilometer.

Pajero meistert nahezu jedes Gelände
Der Pajero eignet sich für einen Offroader erstaunlich gut für Autobahn- und Überlandfahrten bei gemütlichem Tempo. Die hohe Sitzposition ermöglicht einen hervorragenden Überblick über das Verkehrsgeschehen um das Auto herum. Bei flotterem Tempo und beim Beschleunigen dreht das Automatikgetriebe recht hoch und verursacht dadurch einigen Lärm. Ansonsten arbeitet die fünfstufige Automatik tadellos und wechselt sanft die Gänge. Für einen Geländewagen typisch hat der Mitsubishi durch die Höhe von 1,90 Metern einen recht hohen Schwerpunkt. Der macht sich in schnellen Kurven negativ bemerkbar. Außerdem ist das recht weiche Fahrwerk für die hohe Wankneigung verantwortlich. Passend zur Federung ist auch die Lenkung etwas schwammig und ungenau. Seine Stärken kann das Fahrwerk allerdings im Gelände ausspielen. Der serienmäßige Allradantrieb mit zuschaltbarem Hinterachs-Sperrdifferenzial wühlt sich auch die steilsten Anstiege hinauf. Im Normalfall ist die Kraft im Verhältnis von 33 zu 67 Prozent auf vorne und hinten verteilt. Je nach Fahrsituation variiert eine zusätzliche Viskosperre die Kraftverteilung auf Vorder- und Hinterachse und sorgt so immer für die bestmögliche Traktion. Laut Mitsubishi sollen auch Wasserdurchfahrten bis zu einer Höhe von 70 Zentimetern möglich sein.

Ledersitze mit wenig Seitenhalt
Der Innenraum des Offroaders wirkt nicht besonders hochwertig. Die wenigen Holz-Applikationen erwecken nur auf den ersten Blick den Eindruck, echt zu sein. Ansonsten kommt im Cockpit viel schnödes Plastik zum Einsatz. Die weichen Ledersitze sind zwar bequem, bieten aber so gut wie keinen Seitenhalt. In Reihe zwei haben auch großgewachsene Passagiere ausreichend Platz. Zum Einstieg in die dritte Sitzreihe kann das linke Drittel von Reihe zwei komplett zusammen- und nach vorne geklappt werden. Ganz hinten ist das Platzangebot nur akzeptabel, wenn die mittleren Sitze nicht in der letzten Raste sind. Bei Bedarf kann die Aushilfsbank in ein Fach unter dem Laderaumboden versenkt werden und ist somit stets verfügbar. Je nach Bestuhlung stehen im Kofferraum zwischen 215 und 1.798 Liter Ladevolumen bereit. Das reicht auch für sperrige Möbelstücke.

18-Zoll-Leichtmetallfelgen serienmäßig
Wie bei Mitsubishi üblich, ist auch der neue Pajero in den Modellvarianten Invite, Intense und Instyle erhältlich. Die von uns getestete Instyle-Version des Japaners verfügt serienmäßig über eine elektronische Stabilitäts- und Traktionskontrolle, eine Bergabfahrhilfe, Front-, Seiten- und Kopfairbags, eine komplette Lederausstattung und ein elektrisches Glasschiebe-Hubdach. Des Weiteren kosten die 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Xenon-Scheinwerfer, Nebelscheinwerfer und Klimaautomatik für vorne und hinten keinen Aufpreis.

Navigationssystem mit 30-GB-Festplatte
Ein besonderes Schmankerl ist das serienmäßige Audiosystem von Rockford, das speziell für den Pajero entwickelt wurde. Kernstück der Anlage ist ein Radio-Empfänger mit Sechsfach-CD-Wechsler. Ein 860-Watt-Verstärker und ein digitaler Soundprozessor versorgen ein aus zwölf Lautsprechern bestehendes Soundsystem. Kombiniert wird das Ganze mit einem Festplatten-Navigationssystem mit 30 Gigabyte Speicherkapazität. Vorteilhaft sind die schnelleren Zugriffszeiten als bei DVD-basierten Geräten. Außerdem lassen sich auf der Festplatte abgespielte CDs speichern und verwalten. Zur Erhöhung der Sicherheit wird beim Einlegen des Rückwärtsganges auf dem 6,5-Zoll-Farbbildschirm das Bild der integrierten Rückfahrkamera dargestellt.

Fünftüriger Benziner ab 50.690 Euro
Der fünftürige Mitsubishi Pajero kommt mit dem 3,2-Liter-Diesel-Motor zu einem Einstiegspreis von 36.990 Euro zu den Händlern. Die von uns getestete V6-Benziner-Variante mit der Ausstattungslinie Instyle kostet ab 50.690 Euro. Zum Vergleich: Ein Toyota Landcruiser 4.0 V6 Executive mit 249 PS kostet 55.000 Euro, ein Land Rover Discovery V8 mit 299 PS kostet 54.100 Euro.

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