Toyota RAV4: Nicht nur größer, sondern rundum besser

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Lissabon (Portugal), 20. März 2006 – Als Urvater aller Sports Utility Vehicle (SUV) gilt der schon 1970 vorgestellte Range Rover. Mit dem RAV4 übertrug Toyota das Crossover-Konzept 1994 auf ein Mittelklasse-Fahrzeug. Nun kommt die dritte Generation des Recreational Active Vehicle with 4 Wheel Drive (RAV4). Beim neuen Modell fällt der bisher angebotene kurze Dreitürer weg. Der Fünftürer wuchs im Vergleich zum Vorgänger um 14,5 Zentimeter auf eine Länge von 4,40 Meter. Außerdem wird der SUV nun nur noch mit Allradantrieb angeboten.

Zwei Diesel und ein Benziner
Den RAV4 gibt es wahlweise mit zwei Dieseln (136 und 177 PS) sowie einem Zweiliter-Ottomotor. Wir haben den Benziner mit der Bezeichnung RAV4 2.0 VVT-i für Sie getestet. Sein aus dem Vorgänger bekannter Motor leistet 152 PS. In der von uns gefahrenen Kombination mit dem serienmäßigen Fünfgang-Getriebe sprintet der RAV4 in fast schon sportlichen 10,6 Sekunden auf Tempo 100. Das Beschleunigungsgefühl ist nicht ganz so positiv, wie dieser Wert klingt. Außerdem ist der Motor nicht gerade flüsterleise.

Variable Ventilsteuerung
Positiv ist jedoch der Durchzug aus dem Drehzahlkeller. Denn 90 Prozent des maximalen Drehmoments stehen von 2.000 bis 6.000 U/min zur Verfügung – die variable Ventilsteuerung VVT-i macht‘s möglich. Den Verbrauch gibt Toyota mit 8,6 Litern auf 100 Kilometer an. Zum Vergleich: Der etwa gleich große, neue Suzuki Grand Vitara 2.0 braucht mit seinen 140 PS für den Tempo-100-Spurt fast zwei Sekunden länger als unser Testfahrzeug, und der Verbrauch ist einen halben Liter höher.

Sprit sparender Allradantrieb
Zum geringen Spritdurst trägt der neu entwickelte Allradantrieb bei. Denn im Normalbetrieb ist der RAV4 ein reiner Fronttriebler. Nur wenn Schlupf auftritt, werden bis zu 45 Prozent der Antriebskraft an die Hinterachse geleitet. Der Vorgänger brauchte 0,2 Liter Sprit mehr, denn er verteilte die Kraft stets im gleichen Verhältnis auf Vorder- und Hinterachse. Ähnlich ist es beim Grand Vitara. Hier sieht der RAV4 also sehr gut aus. Zu seinen Schwachpunkten gehört jedoch das Fahrwerk: Der SUV ist hart gefedert, neigt sich aber in der Kurve deutlich nach außen.

Schickes Cockpit
Das Cockpit sah schon im alten RAV4 nicht übel aus, hat nun aber in Details noch zugelegt. Die Sitze haben allerdings eine kurze Beinauflagefläche und bieten nicht den besten Seitenhalt. Auch ist der Behälter über dem Handschuhfach schwer zu öffnen. Gut, dass es genug andere Ablagen gibt.

Sitzsystem: Deutlich verbessert
Im Fond sitzen auch Erwachsene noch gut, wenn man die Sitzbank nach hinten schiebt. Neu ist, wie man die Fondsitze umlegt. Bisher klappte man die Lehne auf die Sitzfläche und bewegte dann das Ganze in die Senkrechte. Zusätzlich konnten die Möbel noch ausgebaut werden, was allerdings schwere Arbeit war. Deutlich besser ist dies beim neuen Modell gelöst: Ein Handgriff genügt, und die Sitze klappen um. Optimal wäre es, wenn der Laderaum dadurch wirklich völlig eben würde, wie man es beim Yaris hinbekommen hat.

Viel mehr Kofferraum als beim Grand Vitara
Das Kofferraumvolumen vergrößert sich beim Umklappen von 450 bis 586 Litern – je nach Position der Rücksitzbank – auf 1.752 Liter. Zum Vergleich: Beim Grand Vitara werden die Sitze gewickelt wie beim alten RAV4. Auch ist das Volumen mit 398 bis 1.386 Litern deutlich kleiner.

Ab 25.700 Euro
Für den Einstiegspreis von 25.700 Euro bekommt man den getesteten Benziner mit einer umfangreichen Ausrüstung. Neben einem kompletten Sicherheitspaket inklusive ESP gehören Klimaanlage und CD-Radio dazu. Zum Vergleich: Der Suzuki Grand Vitara 2.0 ist mit ESP rund 1.000 Euro günstiger – bei etwa gleichwertiger Ausstattung.
(sl)

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